Jahresergebnis

11. März 2010 08:40; Akt: 11.03.2010 11:40 Print

Swiss fliegt der Lufthansa davonSwiss fliegt der Lufthansa davon

Die Swiss hat auch im Krisenjahr 2009 einen satten Gewinn eingeflogen – und finanziert damit die Millionenverluste der Lufthansa.

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Die Swiss fliegt der Lufthansa im operativen Ergebnis davon. (Bild: Keystone)

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Die Swiss trotzt der Krise: 2009 erzielte sie einen operativen Gewinn von 146 Millionen Franken – und ist damit die Ertragsperle der Lufthansa, ihrer Muttergesellschaft. Diese verbuchte im gleichen Zeitabschnitt einen Verlust von 107 Millionen Euro.

Der Gesamtkonzern flog einen operativen Gewinn von 130 Mio. Euro ein. Das sind rund 1,2 Mrd. Euro weniger als im Jahr zuvor. Neben der Swiss war nur die Tochter Germanwings profitabel.

Für die Lufthansa zahlt sich die Übernahme der Swiss zum Preis von 339 Mio. Fr. immer mehr aus. 2008 hatte sie 472 Mio. Fr. Betriebsgewinn erzielt. In den drei Jahren Eigenständigkeit nach dem Swissair-Grounding schaffte die Swiss allerdings nie ein positives Jahresergebnis.

Die Folgen der Finanzkrise drückten 2009 auch das Ergebnis der Swiss. Sie fiel aber nicht wie viele Konkurrenten in die roten Zahlen. Der operative Gewinn sank um 69 Prozent auf 146 Mio. Franken. Der Umsatz schrumpfte um 17 Prozent auf 4,363 Mrd. Franken.

Jedes Quartal schwarze Zahlen

Trotz scharfen Gegenwinds schrieb die Swiss in allen Quartalen von 2009 schwarze Zahlen. «Dies gelang uns trotz eines deutlichen Erlöseinbruchs und eines spürbaren Rutsches von höheren in tiefere Buchungsklassen», erklärte Swiss-Chef Harry Hohmeister im Communiqué vom Donnerstag. Im vierten Quartal erreichte der operative Gewinn 33 Mio. Franken.

Auf die schwächere Nachfrage hatte die Swiss reagiert und das Angebot im Vergleich zum ursprünglichen Flugplan um 6 Prozent reduziert, davon 3 Prozent in Europa und 8 Prozent im Interkontinentalverkehr.

Die Zahl der Stellen blieb zwar praktisch unverändert bei 7342 (Vorjahr: 7337) Mitarbeitenden. Von Juni bis Oktober wurde aber im Frachtgeschäft Swiss WorldCargo in der Schweiz kurzgearbeitet. Die Swiss verhängte zahlreiche weitere Personalmassnahmen, etwa erleichterter Bezug von unbezahltem Urlaub für das Bodenpersonal oder Gehaltsverzicht des Topmanagements.

Ein Stellenabbau sei weiterhin nicht geplant und es bestehe auch kein genereller Stellenstopp, sagte Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel der Nachrichtenagentur SDA. Bei Abgängen werde individuell geprüft, ob die Stelle wieder besetzt werde. 2009 hat die Swiss rund 600 Mitarbeitende eingestellt, allerdings sind das nicht zusätzliche Stellen.

Die beiden stillgelegten Flugzeuge kommen mit dem Sommerflugplan wieder in die Luft, unter anderem weil die Swiss neu San Francisco anfliegt. 2010 will die Swiss die Erlöse im Passagier- und Frachtgeschäft deutlich erhöhen und nicht allein durch weitere Kosteneinsparungen das Ergebnis verbessern.

Kosteneinsparungen

Die Lufthansa setzt nach weiteren Übernahmen hingegen auf Kosteneinsparungen. Die Integration von Austrian Airlines (AUA), British Midland und Brussels Airlines soll Synergien von 180 Mio. Euro bringen, wie Finanzchef Stephan Gemkow an der Bilanzmedienkonferenz in Frankfurt sagte.

AUA und British Midland werden aber auch 2010 Verluste schreiben. Unter dem Strich erlitt Lufthansa einen Konzernverlust von 112 Mio. Euro, wie bereits vergangene Woche bekannt wurde. Der Umsatz der grössten europäischen Fluggesellschaft sank um gut 10 Prozent auf 22,3 Mrd. Euro. Ein Jahr zuvor hatte die Airline noch einen Gewinn von 542 Mio. Euro ausgewiesen.

Das Luftfahrtgeschäft werde sich nur langsam erholen. Das Lufthansa-Management geht für die Gruppe von einer nachhaltigen Aufwärtsentwicklung im zweiten Halbjahr 2010 aus. Ein deutlich höheres operatives Ergebnis sei erst für 2011 zu erwarten.

Risiken seien der Ölpreis und der Tarifstreit mit den Lufthansa- Piloten, die im Februar bereits für einen Tag gestreikt haben.

(am/sda)

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