Frauen an die Macht

13. November 2012 16:46; Akt: 13.11.2012 17:39 Print

Die Chefetagen der EU werden weiblicher

Vier von zehn Verwaltungsratssitzen der an der Börse gehandelten Unternehmen in der EU sollen bis 2020 von Frauen besetzt werden müssen. Derzeit liegt dieser Anteil erst bei 13,5 Prozent.

storybild

In den letzten zwölf Monaten stieg der Frauenanteil in den Vorständen börsennotierter Unternehmen in der EU aller Appelle zum Trotz nur minimal auf 13,5 Prozent. (colourbox.com)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Nach heftigem internen Streit wird Brüssel am Mittwoch eine Frauenquote für Europas börsennotierte Unternehmen in die Wege leiten: EU-Justizkommissarin Viviane Reding sicherte sich am Dienstag die notwendige Rückendeckung ihrer Kollegen, wie die Nachrichtenagentur dapd aus Diplomatenkreisen erfuhr. Ihr Richtlinienvorschlag würde den Firmen vorschreiben, bis 2020 Aufsichtsratsposten zu 40 Prozent mit Frauen zu besetzen - also bei gleicher Qualifikation Bewerberinnen den Vorzug zu geben. Wer sich nicht daran hält, soll mit Geldbussen bestraft werden - oder die Besetzungen sollen annulliert werden.

«Der Deal steht», sagte ein Diplomat. Die notwendige Mehrheit im Kreis der 27 Kommissar sei dafür. Erst vor drei Wochen war Reding mit ihrem Vorstoss noch im Kollegium abgeblitzt, gerade bei mehreren Kolleginnen. Um sich die Zustimmung zu sichern kam Reding ihren Kritikern entgegen: So sei die Androhung vom Tisch, auch für Vorstände eine Quote vorzuschreiben, hiess es aus Kommissionskreisen. Zudem sei der Sanktionskatalog entschärft und präzisiert worden, den die Regierungen anwenden sollen. Ausserdem sollen Länder, die schon «effiziente Regelungen» zur Förderung von Frauen haben, von der Quotenpflicht ausgenommen werden.

Für Reding gibt es keine Alternative

Damit die Quote EU-Gesetz wird, müsste sie vom EU-Parlament und von den Mitgliedsstaaten angenommen werden. Während das Parlament hinter Redings Vorstoss steht, regt sich in den Hauptstädten grosser Widerstand. Briten und Schweden haben schon eine Gruppe von Quotengegnern um sich geschart. Auch die Bundesregierung ist bisher gegen die gesetzliche Einmischung aus Brüssel - weil sie sich auch intern nicht einigen kann. Allerdings hatte der Bundesrat Ende September Druck gemacht und für eine Quote in Aufsichtsräten gestimmt, mit dem Ziel, bis 2023 auf einen Frauenanteil von 40 Prozent zu kommen
Für Reding gibt es aber keine Alternative zum Gesetz: Alle bisherigen Zusagen oder Selbstverpflichtungen der Unternehmen haben «im Grundsatz gar nichts bewegt», meint sie. In den letzten zwölf Monaten stieg der Frauenanteil in den Vorständen börsennotierter Unternehmen aller Appelle zum Trotz nur minimal auf 13,5 Prozent, in Deutschland liegt er unter 16 Prozent. Kritiker bemängeln allerdings, eine Quote für Aufsichtsräte habe allenfalls eine symbolische Aussage - weil diese nicht in das operative Geschäft eingreifen.

(dapd)

Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»

Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.

«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»

Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.

«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»

Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)

«Habe ich ein Recht darauf, dass meine Kommentare freigeschaltet werden?»

20 Minuten ist nicht dazu verpflichtet, eingehende Kommentare zu veröffentlichen. Ebenso haben die kommentierenden Leser keinen Anspruch darauf, dass ihre verfassten Beiträge auf der Seite erscheinen.

Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?

Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 2 Tage, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • stefan Meier am 13.11.2012 18:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bla bla bla 

    frauenquote da, Frauenquote dort!!! ich kann das nicht mehr hören!!! wenn jemand für den Job geeignet ist ob Frau, Mann, Schwarz, Weiss... etc. der kriegt den Job oder die Position... nichts gegen Frauen, aber immer diese Gleichgültigkeit! wer geht den in der Schweiz in die Armee? Frau zu sein hat auch viele Vorteile!

  • Peschä am 13.11.2012 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    Diskriminierung!

    "Ihr Richtlinienvorschlag würde den Firmen vorschreiben, bis 2020 Aufsichtsratsposten zu 40 Prozent mit Frauen zu besetzen - also bei gleicher Qualifikation Bewerberinnen den Vorzug zu geben. " Das ist nichts anderes, als gesetzliche Diskriminierung von Männern und somit absolut inakzeptabel.

  • Abacus am 13.11.2012 18:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ok..

    Dann führen wir noch bei den Kindergärtnern 40% Männerpflicht und im Bau 40% Frauenpflicht ein.. Leute, Leute,.. Quoten sind für Leistungsschwache - niemand profitiert davon.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Hans Wurst am 14.11.2012 07:19 Report Diesen Beitrag melden

    Schwachsinn

    Schwachsinn, absoluter Schwachsinn.... Mit so einem Entscheid wurde klar das Thema verfehlt! Das gibt die schlechteste Note, setzen und nochmal machen.....

  • Simu P. am 14.11.2012 06:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nichts für ungut

    Ich habe selber eine Frau als Chefin. Was mich überhaupt nicht stört. Wieso auch? Mir ist es sowieso egal ob Frau oder Mann solange sie die Kompetenz hat den posten zu führen ist da Geschlecht irrelevant. Wir haben auch ein paar Quoten Frauen. Das ganze ist eine Testphase. Und ich kann nur sagen die Quoten Frau muss meistens eine neue stufe der Diskriminierung und des Mobbing über sich ergehen lassen. Wie kann man ernst genommen werden wenn das einzige was man geleistet hat um dahin zu kommen die Geburt als Frau ist? Jede Frau die was von sich hält erarbeitet sich ihren posten trotz Hürden.

  • Karl Müller am 13.11.2012 19:00 Report Diesen Beitrag melden

    Rosinen

    1. ist es eine Diskriminierung der Männer und 2. muss die Quote für alle Bereiche gelten, nicht nur für die Teppichetage. Da sieht man welcher Geist hier weht...

  • Peschä am 13.11.2012 18:39 Report Diesen Beitrag melden

    Diskriminierung!

    "Ihr Richtlinienvorschlag würde den Firmen vorschreiben, bis 2020 Aufsichtsratsposten zu 40 Prozent mit Frauen zu besetzen - also bei gleicher Qualifikation Bewerberinnen den Vorzug zu geben. " Das ist nichts anderes, als gesetzliche Diskriminierung von Männern und somit absolut inakzeptabel.

  • reto am 13.11.2012 18:30 Report Diesen Beitrag melden

    Jobgarantie

    bessergestellt als die meisten Männer in Kaderpositionen, mit Jobgarantie in Krisenzeit.