Rückforderung

31. August 2016 10:03; Akt: 31.08.2016 23:53 Print

Kreditkartengebühr – Swiss droht Kunden

Die verhassten Kreditkartengebühren können Kunden vom Kartenherausgeber zurückfordern. Tut man dies nach einer Swiss-Buchung, droht ein Buchungsverbot bei der Airline.

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Sie sind eines der grössten Ärgernisse in der Welt des Online-Shoppings: Kreditkartengebühren bei Airlines, Elektronikhändlern oder Reiseveranstaltern. Viele Kunden sind davon überzeugt, dass diese Extra-Gebühren der Händler seit einem Entscheid der Wettbewerbskommission Weko verboten sind. Dass sie in der Praxis trotzdem noch verlangt werden, zeigt sich im Fall der Swiss: Hier beträgt die Kreditkartengebühr 1,65 Prozent oder maximal 30 Franken pro Buchung.

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Die Weko entschied, dass Kreditkartenfirmen per 1. August 2015 den Händlern Zuschläge für das Bezahlen mit den Karten verbieten dürfen. Seither können Kunden die Extra-Gebühren über ein Online-Formular beim Kreditkartenherausgeber zurückfordern. Wie die Konsumentensendung «Espresso» berichtet, passt dies der Swiss nicht. Sie moniert, dieses Vorgehen sei ein Verstoss gegen den Beförderungsvertrag, den der Kunde mit der Swiss geschlossen hat. Nun überlegt sich die Fluggesellschaft, Kunden, die die Kreditkartengebühr zurückverlangen, nicht mehr zu bedienen. Lässt sich jemand vom Kartenherausgeber die Extragebühr zurückerstatten, belastet dieser die Gebühr nämlich erneut der Airline.

Zu diesem eigenartigen Kreislauf der Kreditkartengebühren schreibt die Swiss, die Rückforderung sei ein Weg, den einige Kunden gingen, um die Gebühr unrechtmässig zurückzuverlangen und so diese letztendlich nicht zu bezahlen. Die Fluggesellschaft prüft nun Massnahmen dagegen: «Die Rückforderung von Zuschlägen könnte zur Folge haben, dass ein Kunde keine neuen Tickets mehr buchen kann, bis er den offenen Betrag bezahlt», so eine Swiss Sprecherin zu 20 Minuten.

Wer kann die Gebühren stoppen?

Laut der Kreditkartenherausgeberin Viseca hat die Zahl der Rückforderungen in den letzten Monaten deutlich zugenommen. Im Gegenzug würde Viseca dieses Geld sofort beim Verursacher, in diesem Fall die Swiss, zurückverlangen: «Bezüglich Swiss können wir so viel sagen, dass sämtliche Rückforderungen erfolgreich waren», so die Viseca-Sprecherin Nadine Geissbühler zu «Espresso».

Warum stoppen Kreditkartenfirmen nicht einfach die Zusammenarbeit mit Anbietern, die weiterhin Gebühren verlangen? Der Grund: Keine Kreditkartenfirma hat ein Interesse daran, dass ihre Karten bei einem Händler nicht mehr akzeptiert werden. Zudem drohen Händler Kunden zu verlieren, wenn sie keine Bezahlung per Kreditkarte anbieten können. Weniger Kreditkartenzahlungen wirken sich auch auf die Zahlungsverkehrsabwickler negativ aus, da sie für jede Transaktion eine Gebühr erhalten. Vor allem grosse Händler haben deshalb eine gewisse Verhandlungsmacht gegenüber den Kreditkartenfirmen.

Händlern drohen Bussen

Zwar haben Kreditkartenfirmen wie Mastercard und Visa aufgrund des Weko-Entscheids das Recht dazu, die Zuschläge zu verbieten. Die Regeln der Kreditkartenfirmen durchsetzen müssten anschliessend Zahlungsverkehrsabwickler. In der Schweiz sind das in erster Linie die SIX Group sowie Aduno, die verschiedenen Banken gehören. Die Firmen erklärten kürzlich auf Anfrage von 20 Minuten, dass sie gegen Händler vorgehen würden, die weiterhin Gebühren verlangten. Den Händlern drohen etwa Bussen.

Die Swiss selbst betont auf Anfrage von 20 Minuten allerdings, dass das Schweizer Gesetz das Erheben von Kreditkartenzuschlägen unverändert erlaube. Kunden hätten ausserdem die Möglichkeit, die Gebühren zu umgehen, indem sie zum Beispiel online mit Postfinance- oder Debit-Card oder am Schalter mit Bargeld bezahlten.

Würden die Gebühren ganz wegfallen, so «müssten die Kreditkartenkosten in den Ticketpreis eingerechnet werden, dies würde die Kosten für alle Tickets erhöhen, auch für solche, die gar nicht mit Kreditkarte bezahlt werden», so eine Swiss-Sprecherin.


(sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rainer am 31.08.2016 10:09 Report Diesen Beitrag melden

    ohne Swiss gehts auch.....

    noch ein Grund weniger Swiss zu buchen, ganz einfach!

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  • Kalbermatten1 am 31.08.2016 10:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Swissness

    Typisch Swiss. Die Zeichen der Zeit ignorieren bis es zu spät ist.

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  • globe am 31.08.2016 10:12 Report Diesen Beitrag melden

    genug Alternativen

    wer bucht denn noch Swiss?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • semperfidelis_93 am 31.08.2016 18:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gebühren

    Wenn die Leute nur mal wissen würden, wofür eine Airline alles Gebühren zahlen muss, dann würden die sich glücklich schätzen, nur diesen kleinen teil zu zahlen, Stichwort GDS!

  • Glattaler am 31.08.2016 18:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Doha erhebt neu Passagiergebühren

    Überall wird draufgeschlagen. Der Flughafen von Doha ((Katar) am Golf verlang neuestens 35 Rial / Fr. 9.40 eine Abgabe. Grund: Haushaltloch stopfen wegen niedrigem Oelpreis (weniger Einnahmen). Andere Golfstaaten dürften folgen.

  • Michi am 31.08.2016 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tja

    Ich fliege nächste Woche nach Athen. Jetzt halt mit Aegan statt mit Swiss. Wen juckt's?

  • oemu am 31.08.2016 17:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ist OK

    Ich finde die Gebühren in Ordnung, sofern diese transparent kommuniziert werden. Schliesslich sind es Gebühren, welche die Swiss (oder ein anderer Anbieter) der Kreditkartenfirma bezahlen muss (ca. 2.75). Wer die Kosten verursacht, sollte sie auch selbst berappen. Nicht vergessen, dass viele Kunden scharf auf die Cumulus- bzw. Super Punkte sind. D. h. ein Teil der Gebühren kommt ihnen eh wieder zugute.

  • Martial2 am 31.08.2016 17:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Swiss macht alles falsch...

    Swiss droht Kunden, das tönt super und einladend. Mit Drohungen hat man noch nie Kunden gewonnen. Was sind das für Marketing-Menschen bei der Swiss ? Wollen sie keine Passagiere mehr ? Nur weiter so... Irgend wann kommt der Konkurs !!