Bundesmittel 2016

10. Juni 2017 15:46; Akt: 12.06.2017 02:23 Print

SBB hat 131 Mio Franken nicht ausgeschöpft

2016 blieb bei der SBB einiges an Bundesgeldern übrig. Dabei hatte die SBB zuvor nach einem Zustupf um noch mehr Unterstützung gebeten.

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1,5 Milliarden für Investionen: Der neue Fernverkehrszug der SBB «FV Dosto» an einer Typentestfahrt in Interlaken. (11. Mai 2017). (Bild: Keystone/Anthony Anex)

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Die SBB hat im vergangenen Jahr 131 Millionen Franken an Bundesmitteln, die für Investitionen in Betrieb, Unterhalt und Erneuerung von Netz und Anlagen reserviert waren, nicht ausgeschöpft. Das Geld verbleibt im Bahninfrastrukturfonds.

Die SBB bestätigte heute einen entsprechenden Bericht in den Zeitungen «St. Galler Tagblatt» und «Luzerner Zeitung». Insgesamt hatte der Bund der SBB 1,5 Milliarden Franken an sogenannten Investitionsmitteln zur Verfügung gestellt. Es gebe mehrere Gründe, warum die SBB 2016 weniger Bundesgelder benötigt hat, hiess es in einer Stellungnahme.

Die SBB habe die Kosten senken und die Effizienz steigern und die Leistungen also günstiger erbringen können. Die Bahn hat 2016 aber noch zu wenig Substanzerhalt durchgeführt, wie dem Netzzustandsbericht 2016 der SBB zu entnehmen ist, den diese im März veröffentlicht hat.

BAV: SBB ist gefordert

In der Vergangenheit war das Schienennetz zu wenig unterhalten worden. Zugleich fahren mehr Züge auf den Strecken. Mit dieser Begründung hatte der Bund der SBB in der Leistungsvereinbarung 2017-2020 die Gelder für Betrieb und Unterhalt des Netzes im Vergleich zu 2013-2016 um eine Milliarde auf rund 7,6 Milliarden Franken aufgestockt.

Im Newsletter vom Juni schrieb das federführende Bundesamt für Verkehr (BAV) über die im letzten Jahr nicht ausgeschöpften Mittel und die zusätzlichen Mittel ab 2017: «Um diese ausschöpfen zu können, muss die SBB bis 2019 ihr Investitionsvolumen um rund 20 Prozent erhöhen.»

Die SBB sei nun «gefordert und muss aufzeigen, dass sie diese Mittel in sinnvolle Projekte zur weiteren Stabilisierung des Anlagenzustandes investieren kann». Wichtig sei dabei «der effiziente Einsatz dieser Mittel».

Bahn wollte mehr Geld

Ursprünglich hatte die SBB noch mehr Investitionsmittel gefordert. Doch nach Ansicht des BAV genügen die Bundesgelder. Ab diesem Jahr werde der Betriebsbeitrag des Bundes im Vergleich zu 2016 um über 100 Millionen Franken jährlich erhöht. Dies sowie die erhöhten Trasseneinnahmen würden weitere Defizite vermeiden bei der SBB Schieneninfrastruktur, heisst es im Newsletter.

Die SBB sieht dies anders. Sie haben bei einem anderen Budgetposten für den Unterhalt gemäss Netzzustandsbericht allein im vergangenen Jahr um 123 Millionen Franken rückwärts gemacht: bei den laufenden Unterhaltsarbeiten, zum Beispiel dem Schleifen von Schienen, dem Schmieren von Weichen oder dem Stopfen des Schotterbetts. Seit 2013 kam dabei ein Minus von 487 Millionen Franken zusammen. Solche auch präventiven Unterhaltsarbeiten wirkten sich «langfristig auf die Lebensdauer der Bahnanlagen und ihre Zuverlässigkeit» aus, schrieb SBB-Sprecherin Masha Foursova.

Ausbau nicht oberste Priorität

Gemäss Netzzustandsbericht wird die Bahn in der nächsten Leistungsvereinbarungsperiode 2017-2020 «den präventiven Unterhalt im Vergleich zum kurativen Unterhalt weiter stärken». Dies spare mittelfristig Kosten. Der Finanzrahmen der SBB bleibe insgesamt «eng».

Es sei «Ziel, die Erneuerungsmengen weiter zu erhöhen, um den Rückstand bis 2035 sukzessive abzubauen. Um dies zu gewährleisten, ist es wichtig, dass dem Unterhalt weiterhin Priorität vor dem Ausbau gegeben wird», schreibt die SBB.

(sep/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • MrGuex am 10.06.2017 16:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht alle Bundesgelder verbraucht...

    ...und Ticketpreise trotzdem erhöht...

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  • Heinz Maier am 10.06.2017 15:52 Report Diesen Beitrag melden

    kostendeckung

    solange die sbb ihren betrieb nicht kostendeckend bewirtschaftet, sind solche forderungen nach mehr mittel nur peinlich und ganz sicher nicht angebracht.

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  • Mario Studerus am 10.06.2017 16:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Geld für die Obern Etagen

    Die SBB hat über Jahre ihre Hausaufgaben im Schienenunterhalt nicht gemacht. Selbst wo Geld da ist, wird es nicht genutzt. Es. Wird weiteres Geld notwendig und gefordert. Man muss Strecken stilllegen. Aber den Bossen werden Boni ausbezahlt. Für was?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • popi am 17.06.2017 00:12 Report Diesen Beitrag melden

    Schön zu hören

    Jetzt die Billetpreise noch verdoppeln und es braucht gar keine Quer-Subventionierung mehr. Weiter so!

  • popi am 17.06.2017 00:09 Report Diesen Beitrag melden

    Rückerstattung

    Gebt das Geld denen zurück die das bezahlt haben, den Autofahrern.

  • DerEine am 12.06.2017 21:04 Report Diesen Beitrag melden

    Aufklärung

    Siehe Titel: Das Geld wurde nicht ausgeschöpft. Heisst soviel wie - die Gelder liegen immer noch in den FABI-Töpfen und wurde von der SBB quasi eingespart. Oder einfach nicht vom Bund bezogen weil in der Wirtschaft keine Ressourcen für die Umsetzung des Geldes vorhanden waren. So siehts nämlich aus ihr Nörgler!

  • AnonymousSG am 12.06.2017 21:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unerhört

    Ticketpreise ende Jahr sofort runterschrauben, die Bonis dem Kader und CEO wegnehmen (für was auch immer die ausbezahlt werden) und löhne kürzen, endlich mal die Gelder nutzen, wofür die gedacht sind; Infrastruktur, Bahnwagenpflege und Löhne der hart Arbeitenden erhöhen!

  • DerEine am 12.06.2017 20:59 Report Diesen Beitrag melden

    Lesen bildet

    Seltsamerweise fragt sich niemand WARUM genau die Gelder nicht ausgegeben wurden. Bevor wieder alle mit zu hohen Boni, blöde SBB usw. kommen sollte man sich vorher schlau machen wie genau die SBB sich finanziert und was mit den übrigen Geld passiert. Und eben WARUM das Geld im Endeffekt nicht ausgegeben wurde.