Falschgeld

11. März 2010 20:43; Akt: 11.03.2010 20:44 Print

Harte Zeiten für BlütenproduzentenHarte Zeiten für Blütenproduzenten

von Othmar Bamert - 2009 wurde in der Schweiz doppelt so viel Falschgeld beschlagnahmt wie im Vorjahr. Dies obwohl Schweizer Banknoten als sehr sicher gelten und schwierig zu fälschen sind.

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In der Schweiz wurde letztes Jahr mehr als doppelt so viel Falschgeld beschlagnahmt wie 2008. Die Schweizerische Nationalbank stellte 2009 insgesamt 4900 «Blüten» sicher. Das sind 58 Prozent mehr als im Vorjahr. Im internationalen Vergleich ist diese Fälschungsquote allerdings weiterhin sehr gering. Im Euro-Raum kommen jährlich bereits fast 300 000 Blüten ans Licht.

Hohe Sicherheitsstandards

Ganz nach Schweizer Tradition hat die Sicherheit auch beim Schweizer Geld höchste Priorität. Hergestellt werden die Banknoten seit fast hundert Jahren bei der Orell Füssli Sicherheitsdruck AG. 36 Sicherheitsmerkmale zeichnen die Noten aus – von Blindenzeichen, Mikrotexten und Wasserzeichen bis zum silbern glänzenden Kinegramm, einer nur unter einer Ultraviolettlampe erkennbare, fluoreszierenden Ziffer. Ein Eigenpatent der Orell Füssli ist die Laserperforation, welche die Noten noch fälschungssicherer macht.

Doch auch die Fälscher rüsten auf. Sie nutzen immer bessere Computer, Kopierer und Drucker. Der rasante technologische Fortschritt bedeutet deshalb, dass die Notenserien immer häufiger ausgetauscht werden müssen. Die Serie 5 der Schweizer Banknoten war von 1939 bis 1969, also 30 Jahre lang im Einsatz, die Folgeserie brachte es noch auch 23 Jahre, die aktuelle Serie wird nun – trotz Verschiebung – bereits nach 17 Jahren ersetzt.

Auch die EU tauscht bald die Noten aus

Auch in der EU steht bald ein Banknotenwechsel an. Laut der Europäischen Zentralbank EZB ist die zweite Euro-Notenserie in Vorbereitung. Sie nutzt ebenfalls «ausgefeiltere Sicherheitsmerkmale, um der Druck- und Bildreproduktionstechnologie voraus zu sein, die den Fälschern inzwischen zur Verfügung steht», bestätigt die EZB gegenüber 20 Minuten Online. Die erste Stückelung der zweiten Euro-Notenserie werde in den nächsten Jahren ausgegeben.

Dann dürfte in ganz Europa eine grosse Geldaustauschwelle anbrechen. Dass ein Riesenberg an unversteuertem Bargeld auf Schweizer Banksafes ans Licht kommt, ist allerdings nicht zu erwarten. Denn die alten Euro-Noten werden auch danach ihren Wert behalten und können für unbegrenzte Zeit gegen die neuen Noten umgetauscht werden, bestätigt die EZB.

Zudem gibt es beim Umtausch in neue Scheine keine Deklarationspflicht bei den Schweizer Banken. Reto Giudicetti, Mediensprecher der Bank Vontobel bestätigt: «Unsere Kundenbeziehungen basieren auf gegenseitigem Vertrauen. Die Einführung der neuen Banknotenserie durch die Nationalbanken verpflichtet die Bankkunden nicht, ihre eingelagerten Bargeldbestände zu deklarieren.» Pech für die deutschen Steuerfahnder.

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