Patienten-Rundumschutz

27. Oktober 2011 08:44; Akt: 27.10.2011 08:50 Print

So schützen Sie Ihr Kind optimal

von Elisabeth Rizzi - Nichts macht mehr Freude als ein Kind. Doch diese verfliegt schnell, wenn der neue Erdenbürger nicht richtig versichert ist. Wie Sie unnötige Kosten vermeiden.

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Eltern können böse Überraschungen erleben, wenn sie den Versicherungsschutz für sich und ihre Kinder nicht sorgfältig abklären. (Bild: Colourbox)

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Neues Leben auf die Welt zu bringen ist für die meisten Menschen das grösste Geschenk. Doch die Freude kann leicht getrübt werden, wenn der Versicherungsschutz nicht stimmt. Die Weichen werden schon vor der Geburt gestellt.

Frauen, die eine privaten, halbprivaten oder Flex-Spitalzusatz abgeschlossen haben, können nicht automatisch in einem Privatspital oder einer privaten Abteilung gebären. Zum einen muss Mutterschaft explizit in der Zusatzversicherung eingeschlossen sein. Wer neu eine Spital-Zusatzversicherung oder eine Mutterschaftsdeckung abgeschlossen hat, muss zudem mit einer Karenzfrist von 365 Tagen rechnen. Innerhalb dieser Zeit richtet die Versicherung keine entsprechenden Zusatzleistungen für die Mutterschaft aus.

Kinder werden separat verrechnet

Aufpassen sollten Frauen auch, wenn sie eine Privat- oder Halbprivatversicherung mit eingeschränkter Spitalwahl abgeschlossen haben. Je nach dem ist das gewünschte Spital oder Geburtshaus nicht auf der Liste. Deshalb ist mit reduzierten Leistungsvergütungen durch die Krankenkasse zu rechnen.

Mütter mit einer für Mutterschaft gültigen Halbprivat- oder Privatdeckung sind aber noch nicht aus dem Schneider: Die Spitäler verrechnen den Aufenthalt und die Pflege von gesunden Kindern mit einem Beitrag von bis zu 2000 Franken separat. Nicht alle Kassen bezahlen diese Kosten. Swica beispielsweise kommt nur dann für die Kosten auf, wenn das Kind ebenfalls bei Swica versichert ist. Bei diversen Versicherungen sind die Zahlungen zeitlich oder betragsmässig begrenzt. Es lohnt sich also, sich zu erkundigen, ob allenfalls eine zusätzliche Versicherung für das Kind nötig ist.

Zusatzversicherungen für das Kind sollten so früh wie möglich abgeschlossen werden, obwohl Kinderabteilungen in den Schweizer Spitälern immer allgemein sind. Denn bei vorhandenen Krankheiten können die Versicherer lebenslange Ausschlüsse anbringen oder die Aufnahme ganz verweigern. Nur bei den wenigsten Kassen ist der Abschluss einer halbprivaten/privaten Zusatzversicherung vor der Geburt bzw. ohne Gesundheitsprüfung möglich. Einige weitere Kassen bieten vorgeburtlich wenigstens ein eingeschränktes Zusatzversicherungspaket.

Sehr unterschiedlich sind die Leistungen für Mutterschaft bei den ambulanten Zusatzversicherungen (vgl. Tabelle). Das betrifft etwa Ultraschalluntersuchungen in der Schwangerschaft, Stillgeld etc. Hier gibt es teils Karenzfristen. Deshalb lohnt sich auch bei den ambulanten Zusatz-Deckungen ein frühzeitiger Abschluss.

Wer sein Kind in einer allgemeinen Abteilung oder einem anerkannten Geburtshaus zur Welt bringt, kann ebenfalls böse Überraschungen erleben. Denn auch hier kann bei ausserkantonalen Häusern eine Karenzfrist von 365 Tagen nach Vertragsabschluss drohen. In diesem Fall erbringt der Versicherer die Kostenleistungen für das gewünschte Spital oder Geburtshaus nicht oder nur in reduziertem Umfang.


Mehr Geld bei Invalidität

Alle Eltern wünschen sich ein gesundes Kind. Doch im Zusammenhang mit einer Geburt sollten sich werdende Eltern auch Gedanken zum Thema Krankheit machen. Dazu gehört nicht nur der – falls gewünscht – möglichst frühzeitige Abschluss einer Halbprivat- / Privatversicherung. Sollte ein Kind nämlich so schwer erkranken, dass es invalid wird, ist der staatliche Schutz unbefriedigend.

Die Invalidenversicherung zahlt erstens erst ab der Volljährigkeit eine Rente und zweitens auch dann bloss eine minimale Rente (weil ja die Betroffenen noch nie gearbeitet haben). Trotz Hilflosenentschädigung, Intensivpflegezuschlag und Ergänzungsleistungen drohen nicht selten finanzielle Engpässe. Obwohl die Wahrscheinlichkeit einer frühen Invalidität bei den meisten Kindern sehr klein ist, lohnt sich darum eine private Invalidenversicherung. Bei Helsana beispielsweise können Eltern für ihr Kind eine Deckung von 10 000Franken bei Tod und 100 000 Franken bei Invalidität gegen eine Prämie von 9.80 Franken pro Monat abschliessen.

Es gibt ebenfalls die Möglichkeit, sich statt eines einmaligen Invaliditätskapitals auch eine lebenslängliche Rente auszahlen zu lassen. Allerdings gilt es hier aufzupassen: Manche Versicherungen bezahlen bis zu einem gewissen Alter bloss 50 Prozent der Rente.

Gott sei Dank ist Invalidität nicht die Regel, sondern die absolute Ausnahmen. Aber auch eine ganz banale Erkältung ohne Spital-Folgen kann das Familienleben durcheinander bringen. Eine Betreuungsversicherung für kranke Kinder zuhause bringt hier grosse Erleichterung. So zahlt etwa die Groupe Mutuel mit ihren Global-Zusatzversicherungen zwischen 200 und 300 Franken pro Jahr an die Betreuung. Helsana schickt den Versicherten von KidsCare gleich eine Betreuungsperson vorbei. Je nach Versicherungsdeckung (relevant für die Berechnung ist die stationäre Spitalzusatzversicherung) sind dabei zwischen 30 und 110 Betreuungsstunden pro Kalenderjahr bezahlt.

Ambulante Leistungen der grossen Versicherer für Mutterschaft

HelsanaGroupe MutuelCSS
zusätzliche Ultraschall-
untersuchungen 75% bis 500 Fr. (Sana) bzw. 90% bis 750 Fr. (Completa)
Geburtsvorbereitungs-
kurse: 150 Fr., Stillgeld: 100 Fr. pro Kind, Ultraschall: 90% unlimitierte Anzahl Untersuchungen (alle Global-Versicherungen)
Ultraschall: 90% unbegrenzt plus ambulante Geburt ausserhalb von Wohn- und Arbeitsort: 90% unbegrenzt plus Stillen: 200 Fr. pro Kind (Economy, Balance und Premium)
SanitasSwicaAssura
80% aus dem Leistungskonto (Family) bzw. 80% bis 1000 Fr. (Classic)Stillgeld 200 Fr. plus Schwangerschafts- und Rückbildungsgymnastik 50% bis 300 Fr. (Completa Top) bzw. plus schulmedizinische Behandlung bei Nichtvertrags-
Ärzten und -Hebammen (Optima)
150 Fr. für postnatale Massnahmen innert 10 Tagen nach Geburt, nach 2 Versicherungsjahren Entschädigung von 100 Fr. pro Tag bei stat. Aufenthalt von weniger als 6 Tagen, nach 2 Versicherungsjahren 50 Fr. pro Tag bis 21 Tage für organisierten Hilfsservice zuhause nach Niederkunft

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lukas am 27.10.2011 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    hmm...

    ist das nicht PR?

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  • Sara am 27.10.2011 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder muss das selbst entscheiden

    @ Martha: Das Kinder Geld kosten und kein Schosshund sind weiss man schon lange. Wer jedoch den Wunsch danach hat, sollte einen gewissen IQ, gewisse finanzielle Mittel und gute organisatorische Fähigkeiten haben. Ich kann nur sagen: es gibt nichts schöneres, als das Lächeln des eigenen Kindes. Und mir tun die Kinder leid, die Eltern haben, die Ihnen nicht das bieten können, was sie verdienen (Zuneigung, Ermöglichung von Hobbies, Zeit, usw). Kinder produzieren kann leider jeder, drum finde ich es absolut akzeptabel, wenn eine Frau sich eintscheidet KEINE Kinder zu bekommen.

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  • maja naef am 27.10.2011 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Kopfschütteln

    Der Bericht ist gut nur die Bemerkung, dass die Freude über das Kind sich ändern soll wenn die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt, finde ich absolut daneben. Ein Kind ist kein Gegenstand der einfach so mal geliebt wird und dann wieder nicht.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Busch am 27.10.2011 12:16 Report Diesen Beitrag melden

    Swica zahlt doch!

    Das die Swica die Spitalpauschale nicht bezahlt wenn das Kind nicht bei ihnen versichert ist stimmt nicht. Unser Sohn ist bei einer anderen Versicherung und Swica hat ohne Probleme den ganzen Betrag erstattet.

  • Sara am 27.10.2011 09:29 Report Diesen Beitrag melden

    Jeder muss das selbst entscheiden

    @ Martha: Das Kinder Geld kosten und kein Schosshund sind weiss man schon lange. Wer jedoch den Wunsch danach hat, sollte einen gewissen IQ, gewisse finanzielle Mittel und gute organisatorische Fähigkeiten haben. Ich kann nur sagen: es gibt nichts schöneres, als das Lächeln des eigenen Kindes. Und mir tun die Kinder leid, die Eltern haben, die Ihnen nicht das bieten können, was sie verdienen (Zuneigung, Ermöglichung von Hobbies, Zeit, usw). Kinder produzieren kann leider jeder, drum finde ich es absolut akzeptabel, wenn eine Frau sich eintscheidet KEINE Kinder zu bekommen.

    • Mutter am 27.10.2011 12:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Sara

      Echt guter Kommentar

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  • Lukas am 27.10.2011 09:27 Report Diesen Beitrag melden

    hmm...

    ist das nicht PR?

    • Lena Leuthold am 27.10.2011 10:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Zweiklassenmedizin

      Nein lieber Lukas - keine PR. Die Zweiklassenmedizin macht sich langsam breit - das was hier geschrieben wird, versuche ich immer wieder den Leuten zu erklären. Aber wenn man jung ist, selbst wenn genügend finanzielle Mittel vorhanden sind, investiert man lieber ins Auto, in die Ferien, ins Hobby ..... bis man den Luxus einer Zusatzversicherung braucht! Aber nicht mehr versichern kann. Bei uns sind die Enkel maximal zusatzversichert, weil das in Kinder- und Jugendjahren sehr billig offeriert wird! Aber dafür ist die Behandlung und Betreuung wesentlich besser!

    • Thomas am 27.10.2011 11:07 Report Diesen Beitrag melden

      ja...

      logo.

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  • maja naef am 27.10.2011 09:10 Report Diesen Beitrag melden

    Kopfschütteln

    Der Bericht ist gut nur die Bemerkung, dass die Freude über das Kind sich ändern soll wenn die Krankenkasse die Kosten nicht übernimmt, finde ich absolut daneben. Ein Kind ist kein Gegenstand der einfach so mal geliebt wird und dann wieder nicht.

  • Martha am 27.10.2011 08:56 Report Diesen Beitrag melden

    Kind? Nein Danke

    Nichts macht mehr Freude als ein Kind? Also ich kenne 100 Dinge die ich einem Kind vorziehen würde.

    • Martin am 27.10.2011 09:20 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht alle sind als Eltern geeignet.

      Dann bleiben Sie ohne, ist wohl besser so.

    • Janin am 27.10.2011 09:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      keine mutter

      Das tönt gar nicht nach einer mutter ... Wenn du ein kind hättest würdest du wohl anders denken..

    • äs Mami am 27.10.2011 09:25 Report Diesen Beitrag melden

      So ist jeder verschieden...

      Das ist deine Meinung und ein gutes Recht. Ich würde meine kleine Tochter niemals mehr hergeben und könnte mir ein Leben ohne Sie nicht mehr vorstellen! :)

    • än Papi am 27.10.2011 09:33 Report Diesen Beitrag melden

      @ äs Mami

      Das kann ich so unterschreiben. Zum Glück sind nicht alle gleich.

    • werdende Mutter am 27.10.2011 09:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      ...hmmm

      Es geht doch gerade um Kinder in diesem Bericht?! Dennoch genug an Kindern interessiert, dass man sich den Artikel an tun muss, ne?? Wenns denn doch nicht so ist, dann lassen sie das doch und lesen was über Politik oder so! So ist sicher allen geholfen.

    • Marco S. am 27.10.2011 09:43 Report Diesen Beitrag melden

      ohh doch

      aber nichts wird die jemals solche Freude bereiten wie ein eigenes Kind. das kannst du dir jetzt nicht vorstellen, konnte ich mir in dem Ausmass auch nicht. aber wenn dein Kind dich anschaut und nach dir verlangt, dich das erste mal Mama/Papa nennt, es dich anlacht und du fast täglich neue Fortschritte siehst beim Kind und wie es aufwächst, glaube mir, kein materielles Hab und Gut kann dies ersetzen. ein neues Auto oder eine Weltreise, das alles macht Freude und Spass, aber ein eigenes Kind, das erfüllt dich komplett!;-)

    • K. Sutter am 27.10.2011 09:57 Report Diesen Beitrag melden

      Selbst entscheiden...

      Jetzt urteilt doch nicht schon wieder. Lasst jeden/jede Ihr Leben so bestimmen wie sie wollen.

    • Martha am 27.10.2011 11:50 Report Diesen Beitrag melden

      Nicht materielle Dinge

      Nicht materielle Dinge sondern viele andere Dinge. Ich sage ja nicht das Kinder nichts schönes sind, Ich mag Kinder auch, wenn ich sie wieder abgeben kann... :) Aber ich persönlich finde sie werden überbewertet. Aber das ist ja eben Anischtsache und jeder muss für sich selber entscheiden was er möchte. Es kann auch gut sein dass ich in ein paar Jahren anders denke als ich es jetzt tue. Ich freue mich für jeden der Kinder hat und damit ein erfülltes Leben hat, oder sich den Kinderwunsch erfüllen kann. Für mich aber ist das nichts, zumindest zum jetzigen Zeitpunkt nicht.

    • Mutter am 27.10.2011 14:53 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Überbewärtet ?

      Wenn uns die Kinder jetzt nicht wichtig genug sind und wir nicht um ihr wohl kämpfen dann brauchen wir uns im hohen alter nicht über unsere rente beklagen die ja von unseren überbewärteten kindern stammen wird :-)

    • Kinderlos & happy am 27.10.2011 15:16 Report Diesen Beitrag melden

      @Martha

      Genau, das sehe ich auch so. Regt euch nicht künstlich auf ;) Darf ja jeder seine eigene Meinung haben. Ist zwar schon seltsam diese Meinung zum Thema "So schützen Sie Ihr Kind optimal" zu schreiben, aber egal! Ich finds super wenn man (noch) keine Kinder hat. Dann kann man studieren, reisen, ... Man muss ja nicht mit z.B. 25 schon eine Familie gründen.

    • En Papi am 27.10.2011 15:38 Report Diesen Beitrag melden

      @Kinderlos & Happy

      Ich habe mit 26 meine Famile gegründet, habe trotzdem in dieser Zeit studiert und gehe regelmässig reisen. Ein Kind ist für mich eine grosse Freude, und keine Hindernis :-) nochmals: FUER MICH!

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