Fehlende Innovationen

24. Juli 2013 22:11; Akt: 24.07.2013 22:11 Print

Apples Ideenflaute macht Händlern zu schaffen

von Dino Nodari - Apple tritt auf der Stelle. Seit drei Jahren wurde kein grundlegend neues Produkt mehr vorgestellt. Dies trifft vor allem die Hersteller und Verkäufer von Schutzhüllen und Zubehör.

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Apple hat 2012 so viele neue Gadgets präsentiert wie nie zuvor. Hier erfahren Sie, bei welchen Produkten sich der Kauf lohnt und was nächstes Jahr folgen könnte. Das ist Apples aktuelles Flaggschiff und hierzulande seit Oktober erhältlich. Das Leichtgewicht im hochwertigen Alu-Design bringt viele Verbesserungen (Kameras, Audio, Prozessor) sowie ein grösseres, gestochen scharfes Display (4 Zoll). Die Verarbeitung setzt neue Massstäbe. Allerdings können die Kanten verkratzen, was die Zubehörindustrie freuen dürfte. Wer mitten in einem Mobilfunk-Vertrag steckt, wird wohl auf den aufgemotzten Nachfolger warten. Laut Gerüchteküche soll das bereits in Vorbereitung sein. Apple dürfte voraussichtlich im September 2013 den Vorhang lüften, oder auch etwas früher. Spekuliert wird unter anderem über einen Fingerabdruckscanner. Dieser könnte dem mobilen Bezahlen zum Durchbruch verhelfen. Mit dem der vierten Generation behauptet Apple seine Position als Tablet-König. Was die Kombination von Hardware-Leistung, Software und Multimedia-Inhalten von Drittanbietern betrifft, kann hierzulande kein Herausforderer das Wasser reichen. Das aktuelle Topmodell ist im Oktober, nur sechs Monate nach dem iPad der dritten Generation vorgestellt worden. Nun könnte es ein ganzes Jahr dauern, bis Apple im Herbst 2013 die fünfte Generation seines grossen Tablets enthüllt. Das zukünftige Design dürfte sich dem dünneren iPad mini angleichen. Retina ist ein Marketingbegriff von Apple, der sich auf hochauflösende Displays bezieht, bei denen einzelne Pixel (Bildpunkte) nicht mehr zu unterscheiden sind. Die Auflösung ist der einzige Kritikpunkt am , das seit kurzem erhältlich ist: Das handliche Gerät hat einen 7,9-Zoll-Touchscreen und ist ein nahezu perfekter Begleiter für unterwegs. Angesichts der breiten Kritik bezüglich der Bildschirmauflösung verwundert es nicht, dass über die baldige Lancierung eines spekuliert wird. Gerüchten zufolge könnte dies bereits in fünf bis sechs Monaten der Fall sein, also im Frühjahr 2013. Allerdings dürfte das schärfere Mini-Tablet auch deutlich mehr kosten. Im Oktober hat Apple seine neuen präsentiert. Auf der Schweizer Apple-Website heisst es «bald erhältlich». Das Modell mit 21,5 Zoll grossem Bildschirm soll noch im November verfügbar sein, das Topmodell mit 27-Zoll-Display im Dezember. Gerüchte, wonach sich die Auslieferung bis 2013 verzögere, scheinen sich nicht zu bewahrheiten. Der neue iMac misst an seinen dünnsten Stellen gerade mal 5 Millimeter. Das schlanke Design des Display-Rahmens wird durch eine spezielle Metallverarbeitungstechnik möglich. Allerdings geht Apple seinen Weg konsequent weiter - und verzichtet beim aktuellen iMac auf ein optisches Laufwerk. Wer Daten auf Rohlinge brennen will, muss externes Zubehör kaufen. Das neueste ist fünf Monate alt und lehrt die Konkurrenz weiterhin das Fürchten. Beim ultradünnen und leichten Apple-Notebook drehen sich die Gerüchte um einen Nachfolger mit Retina-Display. Termin: offen. Und auch bezüglich Design des zukünftigen Airs ist kaum etwas bekannt. Die aktuellen Modelle (11,6 und 13,3 Zoll) bieten schnellen Speicher, viel RAM und USB 3. Apples günstigster Mac – ein quadratisches «Kistchen» ohne Bildschirm - hat im Oktober ein Upgrade erfahren. Die aktuellen Modelle haben schnellere und effizientere Prozessoren, mehr Arbeitsspeicher und USB 3, kosten aber gleich viel wie die Vorgänger. Mitte 2012 ist das erste vorgestellt worden. Der 15-Zoll-Bildschirm hat eine Auflösung von 2880 mal 1800 Pixeln. Damit sind die Profi-Notebooks von Apple in zwei Varianten erhältlich - mit Standardbild-Bildschirm oder in High-Resolution. Im Oktober folgte das das kleinere Profi-Notebook, mit 13-Zoll-Retina-Display. Die Auflösung beträgt 2560 mal 1600 Pixel. Nebst der deutlich schärferen Darstellung punkten die MacBook Pros mit rasanten Prozessoren, SSD-Speichern und den erweiterten Anschlussmöglichkeiten. Der der fünften Generation ist quasi ein iPhone 5 ohne Mobilfunkanbindung. Das auffallend dünne und leichte Gerät ist im September vorgestellt worden und bietet ausreichend Speicherplatz für Musik und Videos (32 Gigabyte respektive 64 Gigabyte). Erhältlich ist auch noch die günstigere vierte Generation, mit 3,5-Zoll-Display sowie 16 oder 32 GB Speicher. Der im September vorgestellte kommt in der siebten Generation mit einem 2,5 Zoll kleinen Touchscreen. Das Gerät spielt zwar Videos ab, eignet sich aber vor allem als musikalischer Begleiter beim Joggen oder einer anderen Outdoor-Tätigkeit. Zusätzliche Apps lassen sich nicht installieren, der Speicherplatz beträgt 16 GB. Auch der kleinste (und günstigste) Musikplayer aus dem Hause Apple, der hat dieses Jahr ein Upgrade erfahren. Auf der Rückseite befindet sich ein praktischer Clip, mit dem sich der Kleine an der Kleidung befestigen lässt. Speicherplatz: 2 GB. Im Frühjahr hat Apple seine neue Settop-Box für den Fernseher vorgestellt. Über können hochauflösende Filme (1080p) und andere Medien konsumiert werden. Allerdings lassen sich nur Musik, Filme und TV-Sendungen nutzen/kaufen, die über die iTunes-Plattform verfügbar sind. Bis heute ist kein Jailbreak erhältlich, um das Gerät problemlos «aufzubohren». 2013 könnte für Apple zum Fernsehjahr werden. Laut Gerüchteküche werden die Kalifornier ein eigenes TV-Gerät auf den Markt bringen - oder die eigene Settop-Box gewaltig aufpeppen.

Im Jahr 2012 hat Apple eine ganze Reihe neuer Produkte lanciert.

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Lange war die Kultmarke Apple für ihre Innovationskraft bekannt. Doch seit der Lancierung des iPad mini im Herbst 2012 gibt es anstelle von neuen Gadgets nur Gerüchte und Spekulationen. Die Innovationsflaute trifft vor allem die nachgelagerten Märkte wie App-Entwickler, Händler und Verkäufer von Schutzhüllen und Zubehör.

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Apple-Chef Tim Cook hat kürzlich bekannt gegeben, dass erst im Herbst wieder mit einem neuen Gerät zu rechnen sei. Eine Pause von einem Jahr bedeutet eine der längsten Innovationsflauten der jüngeren Apple-Geschichte. Und seit dem iPad, dem letzten revolutionären Produkt des Unternehmens, sind sogar drei Jahre vergangen.

30 Prozent Umsatzsteigerung

«Es wäre schön, wenn Apple wieder etwas Neues liefern würde», sagt René Kilchsperger, Geschäftsführer von Mobile Trend. Seine Firma beliefert seit 2007 Händler und Endkunden mit Zubehör für Tablets und Smartphones. Die Schweiz sei ein Apple-Land, weiss Kilchsperger. Ein neues Gadget aus Cupertino mache für sein Geschäft jeweils eine zeitweilige Umsatzsteigerung von rund 30 Prozent aus.

Ein weiterer Schweizer Zubehör-Händler bestätigt 20 Minuten anonym, dass der Markt jeweils stark auf neue Gadgets reagieren würde. Allerdings sei Samsung mit seinen Smartphones derzeit daran, Apple in der Schweiz den Rang abzulaufen. Diese Umverteilung habe zum Teil auch mit der fehlenden Innovationskraft von Apple zu tun.

«Innovationen sind ausgeblieben»

Seit dem Tod von Steve Jobs sind echte Innovationen ausgeblieben. Das Fehlen eines neuen iPad-Modells in diesem Frühjahr hat laut Experten Auswirkungen auf die Verkaufszahlen gehabt. Die Industrie wartet gegenwärtig gespannt auf den grossen Wurf aus Cupertino.

Apple-Umsatz stagniert

Das Wachstum bei Apple kommt zum Erliegen. Jetzt stagnieren neben der Produktepalette auch der Umsatz und der Gewinn fällt sogar. Im dritten Geschäftsquartal (bis Ende Juni) lag der Umsatz des iPhone- und iPad-Herstellers bei 35,3 Milliarden Dollar und damit kaum höher als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn ist sogar das zweite Mal in Folge geschrumpft. Er lag um 22 Prozent niedriger bei 6,9 Milliarden Dollar, wie der Konzern mitteilte.

Händler hatten sich jedoch auf noch schwächere Quartalszahlen eingestellt. Nachbörslich ist der Kurs der Apple-Aktie um fünf Prozent auf 437 Dollar gestiegen. Damit ist die Aktie vom Rekordstand von 705 Dollar vom vergangenen Jahr aber noch meilenweit entfernt.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Phoni am 25.07.2013 08:58 Report Diesen Beitrag melden

    Nei-aber-au

    Ideenflaute - hat Apple denn schon alles abgekupfert? Wie wäre es wieder mal mit einer Klage gegen irgendjemanden oder irgendwas - nur um in der Presse zu sein? Oder stellt sich nun heraus, dass die auch nur mit Wasser kochen; Marketing hin oder her? Persönlich: ich hatte drei iPhone: das Erste, das Letzte und eines zuviel!

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  • herr hügie am 25.07.2013 07:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    größer

    macht das iphon größer und ich kaufe wieder ein iphon

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  • Wing Deng Doodel am 25.07.2013 00:38 Report Diesen Beitrag melden

    Innovation

    Wieso werden Apple's Produkte eigentlich als Innovation bezeichnet? Tablets, Smartphones, MP3 Player, Mini Tablets, All-In-One-Computer sowie Laptops gabs auch schon vorher. Hat sich Apple etwa das Wort ''Innovation'' patentieren lassen? Das einzige was Apple gemacht hat, ist vorhandene Sachen zu redesignen und gut zu vermarkten. Wieso denken so viele das alles was Apple in den letzten 16 Jahren produziert hat, sie auch erfunden hätten? Na dann ist die Erde wohl auch eine Scheibe und ich esse morgen mit dem Yeti zum Mittag.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • danijel r. am 25.07.2013 23:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    my 2 cents

    Ich frag mich bis heute weshalb man immer den neuen handys nachjagt. Ich mein ok, früher in der schule.wars noch cool als einziger ein farbdisplay zu haben, aber aus dem alter sind wir doch schon lange raus. So großartige techniksprünge gibt es zurzeit nicht bei den handys. Ich hatte bis april das s1 und nun das s3 bei der vertragsverlängerung bekommen. Und noch immer kann es nicht für mich kochen oder länger als 10h laufen, wenn ich nonstop damit musik höre. Kauft lieber klamotten oder tut euren liebsten wieder mal wa gutes anstatt geld in sinnloses zu stecken.

  • gunther stein am 25.07.2013 22:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Innovation? 

    wann hat apple jemals etwas wirklich sensationelles erfunden?! nur kopiert und leicht verbessert und alle iZombies habens gekauft... hört enldich auf apple für etwas zu halten was sie nicht sind!

  • Domenica am 25.07.2013 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Zusammenarbeit mit der NSA

    Vielleicht ist die grosse Innovation von Apple ja, dass der NSA bequem in den USA mitlesen und mithören kann wann, was und wo er will. iCloude lässt grüssen, der Megaspeicher in den USA :-)

  • Mik am 25.07.2013 11:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Hersteller von Zubehör sollten...

    ...halt nicht nur auf Apple-Produkte setzen es gibt noch genug andere Modelle von anderen Herstellern mit anderem OS

  • Schweizer am 25.07.2013 11:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aha 

    "Die Schweiz ist ein Apple-Land" Liebe Landsleute was habt ihr nur im Kopf... Design vor Effizienz und Preis-Leistung? Bravo!

    • Ig am 26.07.2013 00:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Luxus

      Wenn es dir um Preis Leistung geht empfehle ich nichts. Wenn man da den Preis Leistungsfaktor ausrechnen will müsste man durch 0 teilen. Was ich damit sagen will, wiso sollte ich 600Fr für Luxus ausgeben wenn ich für 800Fr etwas haben kann das noch etwas schicker ist. Es ist ja eh Luxus denn ein Nokia Knochen würde ja auch schon reichen. ;-)

    • outliner am 26.07.2013 07:28 Report Diesen Beitrag melden

      @Schweizer

      Eher Freude an erstklassigem Produktdesign und dem Hang zum Perfektionismus. Das soll ja eine typische Schweizer Eigenschaft sein und Apple zelebriert das ebenfalls. Schon mal ein iPhone5 oder ein Macbook Pro aus der Nähe gesehen? Was die Effizienz betrifft: Wieviel Cores braucht ein Android-Gerät nochmal, damit es einigermassen flüssig läuft? *HUST* Preis / Leistung: Muss jeder für sich beurteilen, vor allem, was Leistung eigentlich bedeutet.

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