Grounding

19. Januar 2017 11:06; Akt: 19.01.2017 11:29 Print

Belair bleibt definitiv am Boden

Besitzerin Air Berlin zieht der Schweizer Belair endgültig den Stecker. Die Angestellten erhalten Jobs in Deutschland.

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Es war ein Ende mit Ansage. Bereits vor einer Woche stand ein Teil der Belair-Maschinen am Boden. Der Grund: Crews fühlten sich nicht in der Lage, zu fliegen. Zu den Mitarbeitern war durchgedrungen, dass künftig die zum Konzern gehörende Airline Niki die Ferienflüge übernehmen wird.

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Belair-Maschinen blieben am Mittwoch schon wieder am Boden und werden auch am Donnerstag nicht abheben. Das Belair-Mutterhaus Air Berlin hat beschlossen, die Schweizer Tochter per Ende März stillzulegen. Die deutsche Günstigairline hatte den Schweizer Ferienflieger 2009 übernommen.

Die Passagiere dürften vom Grounding wenig mitbekommen. «Air Berlin führt Flüge, die nicht von den Mitarbeitern aus der Schweiz abgedeckt werden können, mit eigenen Flugzeugen und Crews durch», teilt das Unternehmen 20 Minuten mit.

Angestellte erhalten Job-Garantie für ein Jahr

Die rund 275 Belair-Angestellten wurden am Mittwoch darüber informiert, dass die Airline vor dem definitiven Ende des Betriebes steht: «Das ist der Auftrag, den uns Air Berlin erteilt hat», sagte Belair-Verwaltungsratspräsident Christoph Zuber laut «Tages-Anzeiger» zur versammelten Belegschaft.

Entlassen werden die Belair-Mitarbeiter aber nicht – jedenfalls vorerst nicht. Ihnen wird eine Beschäftigungsgarantie für zwölf Monate angeboten. Was sich ändert, ist der Arbeitsort. Das Kabinenpersonal und die Piloten werden künftig ab der Einsatzbasis Köln oder Stuttgart beschäftigt. Auch ein Einsatz bei der Schwesterairline Niki ist denkbar. Danach dürfte das Schweizer Personal zu deutschen Bedingungen beschäftigt werden. «Wir haben Gespräche mit den Mitarbeitern in der Schweiz aufgenommen», erklärt Air Berlin. Details würden aber nicht öffentlich kommentiert.

Allerletzte Chance

Noch bleibt aber eine kleine Chance fürs Belair-Personal. Der Verwaltungsrat von Belair will noch ein bis zwei Monate ums Überleben der Fluggesellschaft kämpfen. Man verfolge in dieser Zeit «parallel» zum Auflösungsprozess eine letzte Option, so Präsident Zuber laut dem «Tages-Anzeiger». Der Auftrag heisse Liquidierung, aber man versuche, noch neue Eigentümer für Belair zu finden.

(sas)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reto am 19.01.2017 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Schweizer Belair

    Das ist eine Deutsche Belair, nur weil das Deutsche Unternehmen einen Firmensitz in der Schweiz hat, macht es das nicht zu einem schweizer Unternehmen. Google ist ja auch kein schweizer Unternehmen.

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  • Barbara Sägesser am 19.01.2017 11:17 Report Diesen Beitrag melden

    Schon wieder ...

    wer erinnert sich noch an das Grounding der damaligen Swissair samt den Spielen und Übernahme? Gibt es da Parallelen? Spielt Geiz-ist-Geil samt zu günstigen Preisen für Konsumenten inkl. Energiepolitik und -wende mit rein? Fragen über Fragen um das Gesamtpaket mal anzuschauen.

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  • huschmie am 19.01.2017 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Eigentlich schade

    War in Korfu und Teneriffa mir Air Berlin, sprich Belair. War anfangs sehr zufrieden. Das letzte Mal im November 2016 war aber schon alles anders. Das verhiess irgendwie nichts Gutes. Eigentlich schade.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 21.01.2017 00:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Warum noch vegetieren?

    Diese Airline sollte die Bilanz deponieren, da es ein aussichtslose Fall ist!

  • Susi am 19.01.2017 22:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Balair war gut, Swissair auch...

    die deutschen Pseudo Swiss Airline will nur in der Schweiz absahnen und der Lufthansa den Gewinn zuführen. So nicht!

    • Galago1962 am 20.01.2017 09:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Susi

      Belair hat weder mit Swiss noch mit Lufthansa zu tun.

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  • Fraz am 19.01.2017 18:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bergvolk

    Man kann ein Land auch gewaltlos einnehmen. Es braucht etwas mehr Zeit, einen längeren Schnauf, etwas mehr Vorbereitung aber dann klappt das schon. Vor allem dann, wenn es sich um ein Land mit einem minderbemittelten Bergvolk handelt. Intelligenz würde bereits den Anfängen trotzen.

  • Mr.T. am 19.01.2017 17:55 Report Diesen Beitrag melden

    Falsche Ansätze

    Fliegen soll wieder teurer werden - drückt nur Daumen runter! Aber wenn alles so billig sein muss, dass es sich ausnahmslos jeder leisten kann, dann proscht Nägeli!! Dann könnten noch viele weitere Geschäfte den Schlüssel drehen ....

    • losloco am 19.01.2017 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mr.T.

      Es muss nicht so billig sein. Jedoch ist die Fliegerei ein lukratives Geschäft. Die Airlines spriessen wie Pilze aus dem Boden. Jeder möcgre ein Stück vom Kuchen haben. Die Schuld liegt sicherlich nicht am Konsumenten.

    • Mr.T. ( Der Echte ) am 20.01.2017 00:13 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Ferienstimmung

      @Losloco: Mr.T. hat recht. Die Margen sind zu knapp. Die Mitarbeiter ueberarbeitet. Checkin underbemannt und automatisiert. Alle sind frustriert. Das Bekommt der Passagier zu spuehren. Ferien beginnen schon lange nicht mehr beim Abfliegen, sondern erst am 2ten tag im Hotel.

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  • Y.Landolt am 19.01.2017 17:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Belair

    Schon wieder eine Schweizer Airline am Boden"""" Ist keine UBS oder CS die man Retten könnte? Was wird noch aus der Schweiz wenn man alle Schweizer Produkte Groundet.....

    • Kevin am 19.01.2017 17:40 Report Diesen Beitrag melden

      LEIDER

      Leider werden Schweizer Unternehmen nach und nach ins Ausland verkauft es werden soviele Unternehmen ins Ausland verkauft wie noch nie! müsste man eigentlich eine Bremse ziehen, am Ende werden wir gar keine Schweizer Unternehmen mehr haben.

    • Ruedi Heuer am 19.01.2017 18:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Kevin

      Wer soll die Bremse ziehen, wer ist man? Jeder kann selbst eine CH Firma retten. Ich muss noch erst die CH Welt retten!

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