Investment-Banking

10. November 2012 12:13; Akt: 10.11.2012 12:20 Print

CS könnte noch mehr Jobs abbauen

Der Präsident der Credit Suisse, Urs Rohner, will im Investmentbanking auch in Zukunft zur weltweiten Spitze gehören. Von einer Umstrukturierung wie bei der Konkurrentin UBS will er nichts wissen.

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Urs Rohner im Gespräch: «Es ist möglich, dass es auch bei uns noch weiteren Anpassungsbedarf beim Personalbestand geben wird.» (Bild: Keystone)

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Die Credit Suisse wolle sowohl beim Investmentbanking als auch bei der Vermögensverwaltung «in den bedeutenden Bereichen aktiv sein», erklärte Urs Rohner in einem Interview in der «Basler Zeitung» vom (heutigen) Samstag. «In den Kapitalmarktbereichen, in denen wir tätig sind, haben wir eine führende Stellung.» Als Beispiel nannte er das Geschäft mit strukturierten Produkten und den Handel mit hochverzinslichen Schuldpapieren.

Gleichzeitig schloss Rohner Sparmassnahmen im Investmentbanking nicht grundsätzlich aus. «Es ist möglich, dass es auch bei uns noch weiteren Anpassungsbedarf beim Personalbestand geben wird.» Am Freitag hatte die Credit Suisse den Abbau von 300 Stellen im Geschäft mit Kleinkunden und in der Vermögensverwaltung für Wohlhabende in der Schweiz bekanntgegeben.

Ein Problem sieht Rohner in der hohen Kapitalintensität der Investmentbank. Die Sparte nehme immer noch rund 60 Prozent des Eigenkapitals in Anspruch. «Das ist langfristig zu viel», sagte der Verwaltungsratspräsident.

Die Analysten wollten sicher sein, dass die Bank im Investmentbanking dauerhaft genug verdiene, um die Kapitalkosten zu decken. «Negative Gewinnüberraschungen, wie wir sie in einzelnen Quartalen in der Vergangenheit immer mal wieder hatten, verträgt es im gegenwärtigen Umfeld nicht.»

«Kein Geschäftsmodell für die Zukunft»

Im Bezug auf die Diskussion über die Zukunft des Schweizer Bankgeheimnisses sagte Rohner, die Schweiz solle sich an die international geltenden Regeln halten. «Es kann meiner Meinung nach kein Geschäftsmodell für die Zukunft sein, unversteuerte Gelder anzuziehen», erklärte er.

Dass die Banken dazu verpflichtet werden sollen, die Steuerehrlichkeit ihrer Kunden zu überprüfen, lehnt er hingegen ab. Keine Bank der Welt sei in der Lage zu prüfen, ob ihre Kunden ihr Geld tatsächlich versteuert hätten. Eine Verpflichtung dazu sei in der Praxis nicht umsetzbar.

Rohner betonte die Wichtigkeit einer engen Zusammenarbeit zwischen den Banken und der Politik. Er räumte ein, dass in der Schweiz die Politik weniger hinter dem Finanzplatz stehe als in anderen Staaten. «Ich weiss, dass wir noch einen gewissen Weg vor uns haben», sagte er. Er sei in diesem Punkt mit UBS- Verwaltungsratspräsident Axel Weber auf einer Linie. «Wir haben uns beide vorgenommen, uns diesbezüglich stärker einzubringen.»

(sda)