Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Abzocker-Debatte im Parlament
11. März 2010 13:13; Akt: 15.03.2010 14:21 Print
Hahnenkampf um die Meinungsführerschaft
Die Abzockerei sei ein Skandal, das Volk habe genug davon: So lautete der Tenor am Donnerstag im Nationalrat bei der Debatte über die Abzocker-Initiative. Alle Parteien nutzten die Gelegenheit, sich den Kampf gegen Lohnexzesse auf die Fahne zu schreiben.
«Die Abzockerei ist eine Verhöhnung der Arbeitenden», sagte Daniel VischerDas Parlament
Daniel Vischer
Grüne, ZH
auf MerklisteDetails (Grüne/ZH). Eine Weile habe es danach ausgesehen, als würde die Finanzkrise eine Wende bringen. Doch die Wirtschaft sei zum «courant normal» übergegangen, als sei nichts geschehen.
«Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich's gänzlich ungeniert», doppelte Alex von Graffenried (Grüne/BE) nach. Die Gehälter im Topmanagement stiegen unaufhörlich an. Dies beschädige das soziale Klima und stürze die Schweiz ins Unglück.
Christian LevratDas Parlament
Christian Levrat
SP, FR
auf MerklisteDetails (SP/FR) stellte fest, noch selten habe eine Initiative solche Emotionen geweckt. Dafür gebe es Gründe. Es gehe nicht an, dass eine staatsgestützte Bank drei Milliarden Boni auszahle, nachdem sie drei Milliarden Verlust gemacht habe. «Das Volk hat genug von solchen Machenschaften», sagte der SP-Präsident.
Den Bogen nicht überspannen
Die Bürgerlichen verurteilten Lohn-Exzesse nicht minder deutlich, warnten aber vor Überreaktionen. CVP und FDP plädierten für einen gemässigten direkten Gegenvorschlag zur Initiative. Das gute Mass sei verloren gegangen, sagte Pirmin BischofDas Parlament
Pirmin Bischof
CVP, SO
auf MerklisteDetails (CVP/SO), doch die Abzocker-Initiative gebe die falschen Antworten.
Exzesse einer Handvoll Firmen dürften nicht die Arbeitsplätze Zehntausender gefährden, sagte Gabi HuberDas Parlament
Gabi Huber
FDP, UR
auf MerklisteDetails (FDP/UR). «Die Initiative schüttet das Kind mit dem Bade aus.»
Mehr Spielraum für Aktionäre
Wie der direkte Gegenvorschlag am Ende aussehen wird, steht noch nicht fest: Zahlreiche Anträge liegen dazu vor. Ziel der Initiative und des Gegenvorschlags ist es, den Aktionären mehr Rechte einzuräumen. So sollen sie etwa über die Summe der Vergütungen des Verwaltungsrates abstimmen können.
Der Gegenvorschlag soll nach dem Willen der Bürgerlichen aber so ausgestaltet werden, dass den Aktionären nicht zu viel vorgeschrieben wird. «Die Aktionäre sollen entscheiden, nicht die Politiker», forderte Martin LandoltDas Parlament
Martin Landolt
BDP, GL
auf MerklisteDetails (GL/BDP).
SVP vorerst unterlegen
Die SVP hätte die Initiative später zusammen mit der Aktienrechtsrevision behandeln wollen. Ihr Ziel ist es, mit einem indirekten Gegenvorschlag auf Gesetzesstufe eine Abstimmung über die Initiative zu verhindern.
Sie unterlag aber vorerst mit ihrer Strategie: Der Nationalrat lehnte ihren Antrag ab, die Initiative ans Aktienrecht zu koppeln. In der Folge kämpfte die SVP mit der Linken um die Themenführerschaft. Die SVP und nicht die SP habe die Initiative von Anfang an unterstützt, es sei verlogen, wie sich die «Sozialisten» nun aufspielten, sagte Alfred HeerDas Parlament
Alfred Heer
SVP, ZH
auf MerklisteDetails (SVP/ZH).
(sda)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.































Stimme für Minderinitiative
Was nach Parteiknatsch und Filzdiskussion der bürgerlichen Politikern dem Steuerzahler untergejubelt werden soll, können wir zum Voraus vergessen. Lösungen in dieser Sache können nur noch vom Volk gefordert werden. Unser selbstverliebter, überbezahlter Parteifilz hat uns in der Finanzkrise eindrücklich demonstriert, wessen Interessen er vertritt. Nun der Steuerzahler an der Urne die Möglichkeit den Versagern die Bilanz zu präsentieren. Selbstverständlich haben die Protagonisten der Finanzkrise, mit Staatshilfe, Ihre Boni längst in Sicherheit gebracht, man hat ihnen genug Zeit gelassen.