81 Flugzeuge, 3000 Angestellte

12. Oktober 2017 09:03; Akt: 12.10.2017 16:20 Print

Lufthansa kauft grosse Teile der Air Berlin

Die Lufthansa übernimmt Teile der Air Berlin sowie die Tochtergesellschaft Niki. Es geht um 81 Flugzeuge und 3000 Angestellte.

Fliegen bald für die Lufthansa: Die Maschinen der Air Berlin. (Video: Tamedia/AFP)
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Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin hat sich mit der Lufthansa auf den Verkauf von Unternehmensteilen geeinigt. Lufthansa übernehme die Tochtergesellschaften Niki und LGW sowie 20 weitere Flugzeuge, teilte Air Berlin am Donnerstag mit. Die Verhandlungen mit der Fluggesellschaft Easyjet, die ebenfalls Interesse an Air Berlin geäussert hatte, dauern demnach noch an.

Air Berlin ist Geschichte

Für 12.00 Uhr sei der Notartermin geplant. «In der Tat ist das heute ein grosser Tag, den wir in ein paar Stunden mit der Unterschrift besiegeln», sagte Spohr. Air Berlin – die nach Lufthansa bisher zweitgrösste deutsche Fluglinie – hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Der Flugbetrieb seitdem war nur durch einen Kredit des deutschen Staats über 150 Millionen Euro gesichert.

Investition von 1,5 Milliarden

Die Geschäftsführung hatte drei Wochen lang exklusiv mit dem deutschen Marktführer Lufthansa sowie mit dem britischen Billigflieger Easyjet über den Verkauf von Teilen des hoch verschuldeten Unternehmens verhandelt. Fraglich war zuletzt, ob auch eine Einigung mit Easyjet gelingt.

Spohr hatte der «Rheinischen Post» (Donnerstag) gesagt, Lufthansa werde von Air Berlin «voraussichtlich 81 Flugzeuge übernehmen, 3000 Mitarbeiter einstellen und dafür in Summe 1,5 Milliarden Euro investieren». Er bekräftigte damit Pläne des Unternehmens.

Air Berlin hatte mitgeteilt, die Airline sehe gute Chancen, dass etwa 80 Prozent der 8000 Mitarbeiter bei anderen Unternehmen einen neuen Arbeitsplatz erhalten könnten.

Keine höheren Ticketpreise

Aus Sicht Spohrs wird das Aus für Air Berlin und andere Anbieter die Ticketpreise nicht nach oben treiben. «Denn der Wettbewerb wird sich in Europa und auch weltweit verschärfen», sagte er der Zeitung. «Wir gehen von weiter sinkenden Preisen aus.» Im Konzern werde man sich mit der Tochter Eurowings selbst Konkurrenz machen. «Da wo es bisher nur Lufthansa und Air Berlin gab, wie beispielsweise zwischen München und Köln, kommen nun Eurowings-Flüge als Ersatz für Air Berlin hinzu.»

Spohr kündigte zugleich ein Angebot an, «um im Ausland gestrandeten Passagieren der Air Berlin die Heimreise zu einem fairen Preis anzubieten, sofern wir die Kapazitäten dafür haben». Aus Lufthansa-Kreisen hiess es dazu, es sei schwer zu schätzen, um wie viele Passagiere es dabei gehe. Seit 25. September ist bekannt, dass Air Berlin alle Langstreckenflüge am 15. Oktober einstellt.

(oli/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Mani Motz am 12.10.2017 09:36 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abgekartetes Spiel

    und da sagt niemand etwas zu unerwünschten Monopolen?

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  • Josip am 12.10.2017 10:30 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Qualität

    Mir egal wem die Fluggesellschaften gehören. Solange die Flugzeuge gewartet werden, der Service an Board stimmt und die Arbeitnehmer zufrieden sind bezahle ich auch gerne mehr für die Flugtickets.

  • Cöpenicker am 12.10.2017 10:00 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wirtschaft

    Die Wirtschaft regiert die Welt! Das war so, das ist so und wird auch in der Zukunft so bleiben....

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Vielflieger am 13.10.2017 21:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Monopolist

    Lufthansa war die Preise in die Höhe jagen.

  • Ruedi Schneider am 13.10.2017 11:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lufthansa

    Mit was für Geld, die Lufthansa ist ja selber marode

    • Ein Deutscher am 13.10.2017 11:49 Report Diesen Beitrag melden

      Null Kenntnis

      Herr Ruedi Schneider, nichts Wissen aber Hauptsache irgendetwas gegen ein Deutsches Unternehmen ablassen. 2016 hat die Lufthansa wie bereits 2015 einen Der um Sonderposten bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) betrug 1,75 Milliarden Euro

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  • yunn am 13.10.2017 10:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Vielflieger

    Man könnte bei genauer Verfolgung auch eine feindliche Übernahme vermuten. Die totale Kostenkontrolle durch sozialplanmäßige Kündigungen und das vermeintliche Versprechen, man/frau könne sich ja neu bewerben...in der Hauptsache geht's doch um die Aktiva und somit um Konzessionen und einen Verdrängungsmarkt. Kommt's vielleicht indirekt auch von Staralliance?

  • Franz B am 12.10.2017 22:12 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Küngleien

    Und die Preise auf Strecken wie zB ZHR-DÜS oder ZHR-Köln sind schon hoch gegangen. Logisch! Ist ja jetzt quasi ein Monopol mit LH Konzern zwischen D und CH. Diese Küngelei zwischen Politik und Wirtschaft stinkt zum Himmel!!!

    • Peter S.. am 13.10.2017 06:35 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Franz B

      Also wenn ich ZRH-DUS Return buchen will für ende Monat kostet es mich 118.-, selbst kurzfristig für Flüge in dieser Woche keine 200.-. Ich sehe hier nicht wirklich massiv höhere Preise und das man von 70.- Return langfristig nicht überleben kann als Fluggesellschaft sollte jedem klar sein. Man muss auch bedenken, das es jetzt auf dieser Strecke 50% weniger verfügbarere Plätze gibt und es seine Zeit braucht bis LH/LX/EW wieder mehr Plätze anbieten können, es stehen nicht einfach so paar ungenuzte Flieger rum die gerade passen.

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  • Markus Sauder am 12.10.2017 20:18 Report Diesen Beitrag melden

    Hohe Qualiät im Billig Segment - geht das?

    Ich bin letztes Jahr einmal eine innerdeutsche Streck mit AB geflogen, war sehr beeindruckt von der Qualität des Fliegers, des Service, der Freundlichkeit der Crew und dem niedrigen Preis. Erinnerte mich irgendwie an das Niveau von Edelweiss Air (Zürich - Fuerteventura sehr gut). Schade aber vielleicht war das der Fehler, mit hohen Qualitätsstandards und Ansprüchen im billig Segment zu konkurrieren. Die ungarische Wizzair (Treviso - Bukarest, sehr gut) ist auf aggressivem Expansionskurs wie AB es war in Europa, konkurriert aber voll als Lowcost mit EasyJet und Ryanair. Das funktioniert.

    • Sulejka am 13.10.2017 15:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Markus Sauder

      sorry Ungarn hatte die MALEV und soviel ich weiss ist Rumänien involviert in Wizzard..

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