Aus Bank Coop wird Bank Cler

19. Mai 2017 18:03; Akt: 19.05.2017 20:16 Print

«Wir werden keine Filialen schliessen»

von F. Lindegger - Der Name Bank Coop verschwindet. Im Interview erklärt CEO Hanspeter Ackermann die Gründe für den Namenswechsel und wie die Bank neue Kunden gewinnen will.

Die Bank Coop erhält einen neuen Namen und ein neues Erscheinungsbild. (Video: Tamedia/SDA)
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Warum erhält die Bank Coop einen neuen Namen?
Wir wollen uns unter einem eigenen Namen neu positionieren. Das war mit der Marke Coop nicht so gut möglich, da man Coop mit einem Detailhändler verbindet. Die Marke Cler ermöglicht es uns nun, ein eigenständiges Profil aufzubauen.

Die Namensänderung war also keine Bedingung von Coop nach dem Verkauf der verbleibenden Anteile an die Basler Kantonalbank?
Nein. Coop und die Bank Cler haben gemeinsame Interessen und werden auch künftig eng zusammenarbeiten. Die bisherigen Angebote wie das Supercard-Programm bleiben bestehen. Auch die 107 Bancomaten in den Coop-Filialen werden weiterhin von der Bank Cler betrieben.

Was ausser einem neuen Namen bedeutet die Neupositionierung für die Kunden?
Die Filialen sehen neu aus, es gibt einen neuen Webauftritt und wir passen unsere Produkte an. So gibt es künftig statt sieben nur noch drei Konto-Pakete oder eine vereinfachte Vermögensverwaltung. Diese Einfachheit wollen wir in den Vordergrund stellen.

Viele Banken schliessen Filialen. Ist das auch Teil der Neuausrichtung?
Mit schweizweit 32 Filialen ist die Bank Cler sehr gut aufgestellt. Wir sind in allen Regionen vertreten und überall profitabel. Es gibt keine Pläne, die Zahl der Filialen zu verringern. Es wird im Gegenteil kräftig in die Filialen investiert. 16 Geschäftsstellen werden in den nächsten Jahre total umgebaut oder an neue Standorte verlegt. Insgesamt kostet die Neuausrichtung einen zweistelligen Millionenbetrag. Und wir eröffnen eine neue virtuelle Geschäftsstelle. Kontoeröffnung, Video-Chat mit Beratern oder Termine buchen – das alles wird bald online möglich sein.

Auf solche Online-Angebote setzten aber auch viele andere Banken.
Das ist so. Das machen alle und es ist auch noch nicht der Quantensprung. Wir sind derzeit intensiv daran, ein digitales Angebot zusammen mit Jugendlichen zu entwickeln. 60 Prozent unserer Kunden sind über 50 und wir wollen unbedingt neue Kundensegmente dazugewinnen. Gleichzeitig sollen sich aber auch unsere langjährigen Kunden weiterhin wohlfühlen.

In den vergangenen Jahren hat die Bank Coop teilweise Kunden verloren. Ist die Neupositionierung also auch ein Weg, wieder neue Kunden zu gewinnen?
Klar, wir wollen wachsen. Einerseits im traditionellen Geschäft, andererseits massiv im Segment mit jüngeren Kunden. Das geht in der Schweiz nur über die Verdrängung. Mit 250'000 Kunden und der Basler Kantonalbank im Rücken ist die Bank Cler in einer guten Startposition.

Die Bank Cler wurde 1927 von Coop und den Gewerkschaften als «Bank der Genossenschaften und Gewerkschaften» gegründet. Steckt noch etwas von dieser Idee in der heutigen Bank?
Wir sind stolz auf diese Vergangenheit. Die Bank Cler ist stark im Segment der Baugenossenschaften und unterstützt so das Entstehen von günstigem Wohnraum. Es gibt auch weiterhin eine gute Beziehung mit den Gewerkschaften. Viele unserer sozialen Werte sind in dieser Geschichte begründet. So gibt es bei uns etwa Lohngleichheit zwischen den Geschlechtern.

Der neue Name ist seit rund zwei Monaten bekannt. Wie waren die Rückmeldungen?
Die grosse Mehrheit der Reaktionen war sehr positiv. Natürlich gab es auch vereinzelte Kunden, die sich weniger über den Namenswechsel gefreut haben. Aber wenn man erklärt, warum die Bank einen neuen Auftritt erhält, können das die meisten nachvollziehen. Viele wussten auch gar nicht, dass die Bank Coop bereits seit 20 Jahren eine Tochter der Basler Kantonalbank war.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Fliegerchen am 19.05.2017 18:50 Report Diesen Beitrag melden

    Was bitteschön heisst... "Cler"?

    Zu diesem Kunstwort habe ich keinerlei Beziehung.

  • Typhoeus am 19.05.2017 18:33 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schliessung via

    Salamitaktik.

  • Al Lesklar am 19.05.2017 18:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alte Schule

    "Die Bank Cler wurde 127 vom Verband Schweizerischer Konsumvereine (heute Coop)..." Boah, wusste nicht, dass es Coop schon seit dem Jahr 127 gibt!!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Klar doch am 20.05.2017 15:16 Report Diesen Beitrag melden

    Trübsal oder Klarsicht? nichts von beide

    Salz und Zucker, Orange und Zitrone, Cler (Klar) und trüb, was soll denn das bitte? Wer nennt denn eine Bank Cler. Nie und nimmer werde ich auch nur einen Fuss in diesen Laden stellen. Genau so wie bei Salt, dort habe ich einmal nach Salz aus Island gefragt, die Angestellten haben sich kaputtgelacht. Ich hatte recht, wo Salz drauf seht, soll auch Salz drin sein - oder etwas nicht?

  • Dänu am 20.05.2017 14:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Attraktiv

    Gerade letzte Woche ein neues Konto eröffnet! Spricht mich jetzt noch mehr an als vorher.

    • Thomas am 20.05.2017 18:00 Report Diesen Beitrag melden

      @ Dänu

      Meine Frau ist attraktiv :-))

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  • Yvonne W26 am 20.05.2017 14:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Tolle sache!

    Ich weiss nicht, welche frustrierten leute hier ihre kommentare geben, aber es müssen ganz hobbylose sein! Warum sich nicht freuen? Es sieht toll aus, zudem die Differenz zum laden, welcher die hochwertige bank nicht so hochwertig erschienen liess. Tolle sache, gute Arbeit bisher, sieht sehr ansprechend und attraktiv aus.

    • Larissa am 20.05.2017 17:49 Report Diesen Beitrag melden

      @ Yvonne

      Coop eine hochwertige Bank !!? Der Lacher des Tages!

    • Tobias am 20.05.2017 17:52 Report Diesen Beitrag melden

      @ Larissa

      Nicht einmal das Inventar ist hochwertig nur die Gebühren..

    • Paula am 20.05.2017 18:05 Report Diesen Beitrag melden

      @ Yvonne W26

      So "hochwertig", dass der Name gewechselt werden musste!

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  • Fredi am 20.05.2017 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Unverständlich

    Hauptsache jemand konnte sich verwirklichen und viel Geld verpulvern. Die Manager haben es noch nicht verstanden, dass das Geschäft mit einer Namensänderung nicht verbessert werden kann. Bietet einen guten Service und stellt die Kunden zufrieden. Bei Migros Bank funktioniert es ja auch (oder ändern diese auch den Namen?).

  • Der Kritiker am 20.05.2017 12:27 Report Diesen Beitrag melden

    Keine Geschäftsstellen geschlossen...

    ...dafür die Öffnungszeiten gekürzt - siehe Werbevideo Sekunde 39