Velo-Sharing

18. August 2017 22:16; Akt: 18.08.2017 22:16 Print

Was steckt hinter dem oBike-Trend?

Kann mit der Vermietung von Velos in der Schweiz wirklich Geld verdient werden? Die wichtigsten Antworten zum neuen oBike-Trend.

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Im Zürcher Strassenverkehr sind sie nicht mehr zu übersehen: Die grau-gelben Velos von oBike. Seit das Singapurer Start-up oBike den gleichnamigen Veloverleih in der Stadt lanciert hat, sorgen die auffälligen Velos bei einigen für Freude, bei anderen für Ärger. Inzwischen hat Stadtrat Filippo Leutenegger entschieden, die Velos unter gewissen Auflagen zu tolerieren. Wie sieht es in anderen Städten aus? Die wichtigsten Antworten zum Thema.

Umfrage
Würden Sie solche oBike-Velos nutzen, würden sie in Ihren Wohnort kommen?
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Insgesamt 7960 Teilnehmer

Wie kommt es, dass plötzlich ein asiatischer Bike-Sharing-Anbieter in die Schweiz drängt?
In der Schweiz wird schon seit Jahren über die Einführung von Mietvelo-Systemen diskutiert. Doch die Lancierung von Systemen wie beispielsweise Publibike von Postauto kommt nur langsam voran. Umso mehr erstaunt, wie schnell die Innenstadt Zürichs plötzlich mit Velos des Singapurer Anbieters oBike überflutet wurde. Hintergrund ist ein gewaltiger Bike-Sharing Boom in Asien. In China allein sollen schon bald 50 Millionen Leihvelos in Gebrauch sein. Und die asiatischen Anbieter wollen expandieren. Nebst oBike aus Singapur soll laut «Handelszeitung» 2018 auch Onebike aus China in Zürich seine Velos verteilen.

Wer steckt hinter dem Unternehmen oBike?
Das Gesicht von oBike ist Edward Chen, der als Mitgründer auch Marketing-Chef des Unternehmens ist. Investiert in das rasch expandierende Start-up habt unter anderem die Firma Grishin Robotics, eine Risikokapital-Gesellschaft des Russen Dmitry Grishin. Dieser steht auch hinter der Mail.Ru-Gruppe. Namen weiterer Investoren möchte das Unternehmen auf Anfrage nicht nennen.

Welche Schweizer Städte sollen nach Zürich folgen?
In Luzern hätten die oBikes eigentlich bereits platziert werden sollen. Doch die Stadt intervenierte. Stadtrat Adrian Borgula (Grüne) sagte zu Tele1: «Wir sind zum Schluss gekommen, dass das Aufstellen der Mietvelos bewilligungspflichtig ist.» Der Stadtrat will nun Kriterien definieren, damit die Velos auch in Luzern starten können. Wie das Unternehmen erklärt, finden auch in Basel, Bern und Winterthur entsprechende Verhandlungen statt.

Wie verdient oBike Geld?
Aktuell ist das Unternehmen nicht rentabel, sondern finanziert sich mit dem Geld der Investoren. Wie eine Sprecherin gegenüber 20 Minuten erklärt, hofft oBike in circa einem Jahr in die schwarzen Zahlen zu kommen. Sie betont: «Wir wollen nicht mit dem Verkauf von Nutzerdaten Geld verdienen, sondern ausschliesslich mit der Vermietung der Velos.»

Was kostet ein oBike in der Herstellung?
Herstellung, Montage, Transport in die Schweiz und Aufstellen in der Stadt – das alles kostet pro oBike nur 250 US-Dollar (aktuell circa 240 Schweizer Franken). Ebenfalls eingerechnet sei hier der Betrieb der App, so die Sprecherin.

Wie sollen Nutzer vor der Zerstörung der Velos abgehalten werden?
oBike bewertet die eigenen Nutzer für ihr Verhalten über die App mit Punkten. Wer ein Velo mietet und es brav wieder normal abstellt, bekommt zum Beispiel einen Punkt. Wer ein kaputtes Velo meldet, bekommt zwei Punkte. Wer hingegen vergisst ein Rad abzuschliessen, dem werden 20 Punkte abgezogen. Der Clou: Je mehr Punkte ein Nutzer hat, desto günstiger werden die Fahrten. Es lohnt sich also, sich vorbildlich zu verhalten. Ausserdem müssen Nutzer ein Depot von 129 Franken mit ihrer Kreditkarte für die Nutzung der oBike-App als Sicherheit hinterlegen.

Was unterscheidet O-Bike von anderen Bike-Sharing-Angeboten?
Die oBikes können überall in der Stadt abgestellt und müssen nicht an einer bestimmten Station wieder abgegeben werden. Das macht sie im Einsatz deutlich flexibler als andere Systeme. Umgekehrt sind die Velos qualitativ weniger hochwertig als bei anderen Systemen und verfügen – zumindest zurzeit – über nur einen Gang.

(kwo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Ceeee am 18.08.2017 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Respektvolle Schweiz?

    Dieses System funktioniert in Asien super. Bloss die doofen Leute hier wissen es nicht zu schätzen. Fahrräder im See. Kann ja nur hier passieren. Den Leuten hier ist einfach zu langweilig und der Wohlstand ist denen in Kopf gestiegen.

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  • Mel S am 18.08.2017 22:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Werbung

    Was bekommt Ihr eigentlich von OBike für die tägliche Werbung und warum steht nicht Paidpost über dem Artikel äxgüsi Werbetext?

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  • Leser am 18.08.2017 22:34 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und was jetzt?

    Und was steckt jetzt hinter diesem Trend? Ausser ein paar Bilder von diesen Velos wird gar nichts näheres beschrieben.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Erwin B am 19.08.2017 19:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Überrumpelt

    Unglaublich wie sich unsere Behörden von einem solchen ausländischen Anbieter überrumpeln lassen! Geht es gegen die eigenen Bürger sind sie aber sofort zur Stelle - und es hagelt Bussen und Anzeigen.

  • Strubeli1 am 19.08.2017 19:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer Bezahlt wenn......

    Wäre noch Interessant wer Zahlt bei einem Unfall.Ev Bremsen nicht so gut,oder sonst einen Mangel am Fahrrad . Dann ist plötzlich nimand verantwortlich

  • Der Optimist am 19.08.2017 14:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Regenwetter

    Glaubt denn jemand, bei Regenwetter wird nur eines dieser Velos benützt werden? Oder werden noch Garderobenständer mit Pelerinen aufgestellt?

  • Kurt am 19.08.2017 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Belastung der Gewässer

    Ich frage mich, wie viele dieser Bikes in der Aare herausgefischt werden.

  • Kritiker am 19.08.2017 12:55 Report Diesen Beitrag melden

    Nutzung von öffentlichem Grund

    für kommerzielle Zwecke. Selbstverständlich MUSS so etwas bewilligungs- wenn nicht sogar gebührenpflichtig sein, oder darf ich Lager- und Abstellplätze meiner Firma auch "irgendwo" über die Stadt verteilen wie es mir gerade gefällt? Und dabei noch Otto Normalbürger den Platz wegnehmen? Wie war das mit den Taxis, sind deren Lizenzen und Stellplätze neu etwa gratis? Unsere unfähigen Politiker REagieren wieder einmal nur statt souverän zu agieren, wer genug frech ist und Geld hat der bekommt, alle anderen werden schikaniert!