Als Briefmarken

22. Mai 2017 11:33; Akt: 22.05.2017 11:56 Print

Post schenkt den Schweizern 2 Franken

Die Schweizerische Post verschickt nächste Woche zwei 1-Franken-Briefmarken an alle Haushalte. Das hat sie mit dem Preisüberwacher so abgemacht.

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Wie viel darf ein Brief kosten? Und wie viel ein Päckli? Darüber muss sich die Post jedes Jahr mit dem Preisüberwacher Stefan Meierhans streiten. Zuletzt haben sich die Parteien letzten Sommer geeinigt. Vereinbart wurde unter anderem, dass alle 4,3 Millionen Haushalte in der Schweiz Gratisbriefmarken erhalten – jeweils zwei Stück à 1 Franken.

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Diese Briefmarken, mit denen zum Beispiel ein A-Post-Brief frankiert werden kann, werden nun nächste Woche verschickt. Es gibt aber keine klassischen Marken zum Ablecken, sondern sogenannte Webstamps. Diese sind auf der Frontseite eines A5-Faltblatts eingearbeitet und können wie ein Etikett abgezogen werden. «Die Aktion kostet uns rund 9 Millionen Franken», sagt Post-Sprecherin Nathalie Dérobert Fellay.

«Geschenk an die Bevölkerung»

20 Minuten hat die Post gefragt: Was ist mit denjenigen Schweizern, die gar keine Briefmarken brauchen können? «Briefe verschicken muss man doch immer, etwa das Abstimmungscouvert oder die Steuererklärung», so die Sprecherin. Es handle sich um ein Geschenk an die Bevölkerung; die symbolische Bedeutung des Briefes sei nach wie vor gross.

Auch im Büro des Preisüberwachers heisst es: Der Versand von Gratisbriefmarken sei vermutlich «die korrekteste und einfachste Art der Rückerstattung an die Bevölkerung, die man erzielen kann».

Wann der Preisüberwacher eingreift

Die Post hat in den vergangenen Jahren jeweils im Frühling ihre neuen Preise bekannt gegeben. Diese werden vom Preisüberwacher jeweils kritisch analysiert. Wenn er die Preise beispielsweise zu hoch findet, muss die Post mit ihm verhandeln. So schreibt es das Preisüberwachungsgesetz vor.

Unter dieses Gesetz fallen Betriebe mit viel Marktmacht oder Monopolstellung. «Wir sind dort zuständig, wo der Kunde keine Ausweichmöglichkeit auf alternative Anbieter hat und wo kein wirksamer Wettbewerb herrscht», heisst es beim Büro des Preisüberwachers.

Preismoratorium bis Ende 2017

Aufgrund der Abmachung vom Sommer 2016 blieben auch die Preise für A- und B-Post-Briefe im Inland, die zuletzt im Jahr 2004 erhöht worden waren, wie auch die Preise für Inlandpakete stabil. Das Preismoratorium wurde bis Ende 2017 verlängert. Zur Einigung gehört ebenfalls, dass die SMS-Briefmarke seit dem 1. Januar einen Franken kostet – gleich viel wie eine normale Briefmarke und 20 Rappen weniger als bisher.

Preisüberwacher Stefan Meierhans stellte im vergangenen Jahr neben anderen Themen die Preise der Post in den Mittelpunkt. Damit wolle er Konsumenten und kommerzielle Nachfrager nicht bloss vor überhöhten Preisen schützen, sondern auch einen Beitrag zur Sicherung von Arbeitsplätzen leisten. Dies sagte Meierhans an der Präsentation des Jahresberichts Anfang 2016.

Kompetitive Preise für Vorleistungen und eine moderate Gebührenbelastung seien essenziell, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in der Schweiz zu erhalten und einer Produktionsverlagerung ins Ausland entgegenzutreten.

(vb)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Dr. Acula am 22.05.2017 11:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Abstimmung

    Briefmarken für das Abstimmungscouvert? Die gute Frau hat wohl noch nie selber abgestimmt.

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  • m4rd am 22.05.2017 11:43 Report Diesen Beitrag melden

    echt jetzt

    "Wie darf kostet ein Brief kosten?" Liest das niemand durch?

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  • Markus Mächler am 22.05.2017 11:44 Report Diesen Beitrag melden

    Fehler

    Bitte den ersten Satz noch einmal kurz lesen, dann korrigieren! Danke!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • die Mutter am 25.05.2017 05:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    tztztztz

    so ein quatsch...man muss weder die Steuererklärung noch das Astimmungscouvert frankieren...wirklich lachhaft...

  • Klatschtante am 23.05.2017 23:47 Report Diesen Beitrag melden

    "Geschenk"

    Post prüft Schliessung von 76 Poststellen im Kt. Bern. "Die Post begründet ihr Vorgehen damit, dass immer mehr Kunden ihre Postgeschäfte mit Smartphone und Computer erledigen."...erledigen müssen...Eine merkwürdige Entwicklung von Demokratieverständnis für 8,4 Millionen Einwohner.

  • Unglaublich am 23.05.2017 18:49 Report Diesen Beitrag melden

    Verzichte gerne.

    Ja da werden die Schaltergebühren erhöht und zig Millionen mehr umgesetzt und jetzt will man für 12Mio Wiedergutmachung leisten? Behaltet diese Marken ihr Abzocker.

  • Fraz am 23.05.2017 17:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn!

    Läck, was für ein Geschenk! Hätte lieber wieder einen Service von der Post. Die Briefmarken kann ich mir noch selber kaufen!

  • the pöstler am 23.05.2017 13:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    unglaublich

    sehr intressant das wieder einmal alle jammern wenn es was gibt. die post ist für ihr service und ihre qualität immer noch zu billig aber eben die postdienstleistung kann man halt noch nicht bei alibaba bestellen.

    • Ali Baba am 23.05.2017 17:20 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @the pöstler

      Dafür aber fast alles andere :)

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