Halbjahrszahlen

18. Juli 2017 07:16; Akt: 18.07.2017 09:00 Print

Generika vermiesen Novartis das Geschäft

In der ersten Jahreshälfte ist der Umsatz und der Gewinn des Pharmakonzerns gesunken. Preissenkungen wegen Generika machen eine Steigerung der Verkaufsmenge zunichte.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Pharmakonzern Novartis hat in der ersten Jahreshälfte 2017 weniger umgesetzt und weniger verdient. Allerdings zeigten sich im zweiten Quartal starke Verbesserungen bei den Kerngewinnen, wobei der Umsatz erneut nachgab.

Novartis leidet unter dem Preisdruck bei Generika. Der Konzern setzte in der ersten Jahreshälfte 23,781 Milliarden Dollar um, 1 Prozent weniger als im Vorjahreshalbjahr. Dabei wirkten sich die Generikakonkurrenz und Preissenkungen aus, die die Steigerungen der Verkaufsmengen zunichte machten, wie der Pharmariese am Dienstag mitteilte.

Operatives Ergebnis positiv

Der operative Gewinn ging um 5 Prozent auf 6,245 Milliarden Dollar zurück, der operative Kerngewinn um 8 Prozent auf 4,202 Milliarden Dollar. Unter dem Strich blieben 5,556 Milliarden Dollar, 3 Prozent weniger als im Vorjahreshalbjahr.

Im zweiten Quartal sank der Umsatz ebenfalls und gab mit 2 Prozent sogar noch etwas stärker nach auf 12,242 Milliarden Dollar. Allerdings ist der Rückgang auf Wechselkurseffekte zurückzuführen, ohne diese wäre der Umsatz konstant geblieben.

Beim operativen Ergebnis konnte Novartis um 9 Prozent auf 2,280 Milliarden Dollar zulegen – wenn man die ausgewiesenen Zahlen um Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, den Einfluss akquisitionsbedingter Faktoren und andere wesentliche Sonderpositionen bereinigt. Novartis bezeichnet diese bereinigten Werte als Kernergebnisse. Beim unbereinigten operativen Ergebnis resultierte hingegen ein Rückgang um 3 Prozent.

Mehr Kernbetriebsgewinn erwartet

Beobachter hatten sich vom operativen Ergebnis mehr erwartet: Von der Finanznachrichtenagentur AWP befragte Analysten hatten für das zweite Quartal einen operativen Kerngewinn von 3,146 Milliarden Dollar prognostiziert. Im ersten Quartal hatte Novartis noch den Umsatz zu konstanten Wechselkursen gesteigert, doch weniger Gewinn eingefahren.

Der Pharmakonzern erwartet für 2017 weiterhin zu konstanten Wechselkursen einen Nettoumsatz auf Vorjahresniveau. Das operative Kernergebnis will das Unternehmen ebenfalls halten. Nicht ausgeschlossen wird indes ein Rückgang im niedrigen einstelligen Prozentbereich.

Der Konzern will bis 2020 etwa eine Milliarde US-Dollar einsparen. Im Mai hatte Novartis angekündigt, in den nächsten eineinhalb Jahren am Hauptsitz in Basel bis zu 500 Stellen zu streichen. Gleichzeitig sollen aber 350 neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Ab 2018 soll Novartis dann laut Konzern-Chef Joe Jimenez wieder in eine Wachstumsphase eintreten.

(mch/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Christian am 18.07.2017 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    6'245'000'000 Fr Gewinn

    da muss man schon ein wenig sparen! Big Pharma ist an deiner Gesundheit interessiert und die Erde ist eine Scheibe

    einklappen einklappen
  • Toni am 18.07.2017 08:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ui nein, da hab ich aber Erbarmen

    Jetzt müssen bestimmt die Werte für Bluthochdruck etc. gesenkt werden, damit sie mehr Blutdrucktabletten verkaufen. Aus gesunden Menschen werden Krake gemacht.. läuft ja schon immer so!

  • Krista am 18.07.2017 08:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gewinnspiel

    Es wird immer schlimmer mit dieser Gier nach höherem Gewinn. Das ist eine richtige sucht geworden. Ein Spiel was alle Firmen spielen sobald sie an die Börse gehen. Dann fängt der Stress nach immer höheren gewinnen an. Nur wer am meisten Gewinn vorzeigen kann ist die Nr. 1 "kopfschüttel" auf unsere Kosten. Weil die mittlerweile alles tun um ihre Gewinne zu steigern

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tom Keller am 18.07.2017 20:29 Report Diesen Beitrag melden

    Stiftung

    Wir sollten eine Stiftung gründen und Geld sammeln, denen gehts ja echt schlecht.

  • Henry am 18.07.2017 20:16 Report Diesen Beitrag melden

    Die kriegen den Hals nie voll!!

    Es gibt Leute, die kriegen den Hals nie voll. Ich habe immer geglaubt,dass es ein Sprichwort ist. Es scheint aber Realität zu sein.

  • Peter Müller am 18.07.2017 19:37 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Mitleid

    Novartis produziert ja selber auch Generika, bloss unter anderem Namen. Z.B. Sandoz.

  • G.Utebesserung am 18.07.2017 19:18 Report Diesen Beitrag melden

    W/o strategy . you better do aquisitions

    Nein, nicht Generika vermiesen No-artix den Gewinn, sondern eine fehlende durchgehende Strategie, wie diese z.B Roche hat. Ist wie bei Aspirin und BAYER, warum für eine Packung Salicylsäure CHF 8.- bezahlen. Liebe Novartix, sucht Euch ein Steckenpferd das ihr beherrscht und unterscheidet euch vom Wettbewerb, dann klappt es auch mit dem Gewinn .. Mfg G.Utebesserung

  • Matti am 18.07.2017 17:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kopf schütteln über Bericht

    Nicht die Steigerung der Kaufmenge macht den Gewinn zunichte, sondern der niedrigere Preis.