Standortqualität

12. September 2017 11:56; Akt: 12.09.2017 12:39 Print

Warum Zug attraktiver ist als Zürich

In Sachen Standortqualität ist der Kanton Zug absoluter Spitzenreiter. Eine neue Studie erklärt die Vorzüge des Kantons für Firmen.

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Die Kantone Zug, Zürich und Aargau sind für Unternehmen die attraktivsten Standorte der Schweiz. Im Mittelfeld überholte Appenzell Ausserrhoden die Kantone Thurgau und Obwalden. Am Ende der Rangliste der Credit Suisse befinden sich die Kantone Wallis und Jura.

Mit deutlichem Abstand ist auch in diesem Jahr der Kanton Zug der unangefochtene Spitzenreiter im Standortqualitätsindikator der Credit Suisse, den die Grossbank am Dienstag veröffentlicht hat.

Der grosse Vorsprung des Kantons Zug erkläre sich hauptsächlich durch seine steuerliche Attraktivität, sagte Studienautor Jan Schüpbach von der CS auf Anfrage. Der Zentralschweizer Kanton belege beim Teilindikator Steuern Rang 1 bei den natürlichen Personen und Rang 6 bei den juristischen Personen.

Zürich auf Platz 2

Zudem könne Zug mit mit der Verfügbarkeit von Fachkräften und Hochqualifizierten überdurchschnittlich punkten. Auch die Erreichbarkeit mit öffentlichem Verkehr und Strassen sei sehr gut.

Wie in den vergangenen Jahren rangiert Zürich auf dem zweiten Rang. Der Kanton sei dank der Zentrumslage und dem Flughafen bei der Erreichbarkeit zwar noch attraktiver als der Kanton Zug, sagt Schüpbach. Negativ falle aber die Besteuerung von Unternehmen ins Gewicht, bei der Zürich lediglich Platz 22 belege. Auch bei den Fachkräften sei der Kanton Zürich im Durchschnitt weniger attraktiv als der Kanton Zug.

Attraktiv durch Steuersenkung

Der Kanton Aargau, der im vergangenen Jahr Basel-Stadt überholt hatte, verteidigte den dritten Platz vor Basel-Stadt. Er hatte seine Attraktivität hauptsächlich mit einer Unternehmenssteuersenkung im Jahr 2016 gesteigert.

Ebenfalls klar überdurchschnittliche Resultate erreichten die Kantone Nidwalden, Schwyz und Luzern. Im breiten Mittelfeld positionieren sich diverse Agglomerationskantone sowie der Stadtkanton Genf.

Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich Appenzell Ausserrhoden verbessern. Der Ostschweizer Kanton rückte an Thurgau und Obwalden vorbei vom zehnten auf den achten Rang vor. Der Kanton Schwyz zieht knapp an Luzern vorbei. Der Kanton Waadt näherte sich Solothurn.

Randregionen und Wirtschaftszentren

Am wenigsten attraktiv für Unternehmen sind die peripheren Kantone Jura und Wallis. Deren natürliche Rahmenbedingungen - zum Beispiel die Topografie und die längeren Fahrzeiten in die grösseren Wirtschaftszentren - erschwerten die Standortpolitik und sind weitgehend unveränderbar, schreibt die CS.

Gleichwohl lasse sich die Positionierung beeinflussen, wie etwa das Beispiel des Kantons Uri zeige. Dieser habe dank einer attraktiven Besteuerung einen besseren Rang erreicht als andere Bergkantone.

Die regionalen Unterschiede in grösseren Kantonen wie Bern, Waadt, Graubünden oder Tessin sind gross. Deshalb untersuchten die CS-Ökonomen die Standortqualität zusätzlich auf Ebene der Wirtschaftsregionen.

Zu den attraktivsten Regionen für Unternehmen zählen die Zentren Zürich, Zug, Baden, Luzern, Basel und Bern sowie die Agglomerationen. Hauptgrund dafür ist ihre verkehrstechnische Erreichbarkeit.

In der Romandie übertrumpfe Nyon seine Nachbarregionen deutlich. Im Tessin schlugen Mendrisio und Lugano obenaus. Die Regionen im Alpen- und Jurabogen sind wegen der schlechteren Erreichbarkeit deutlich weniger attraktiv.

Stadt-Land-Graben

Gemäss den CS-Ökonomen zeigt sich zudem ein Stadt-Land-Graben bei der Verfügbarkeit von hochqualifizierten Arbeitskräften. In urbanen Regionen sowie den näheren Agglomerationsräumen verfügen über 40 Prozent über ein Diplom einer Fachhochschule, einer Universität oder einer höheren Fachschule. In der Stadt Zürich sind es sogar 52 Prozent. In ländlichen Regionen liegt der Anteil unter 20 Prozent.

(woz/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • DK am 12.09.2017 13:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kapitel2; Auswanderung der Einheimischen

    Ich als Zuger muss hier diesen Beitrag leider verbittern, so schön und attraktiv es klingt. Durch die boomende Wirtschaft ist es bereits so gut wie unmöglich geworden für Normalverdiener in Zug etwas zu erwerben, geschweige den zu kaufen. Alle in Zug Wohnhaften normalverdiener werden indirekt gezwungen Ihren Heimatkanton zu verlassen, ohne rücksicht auf distanzierung von eltern, geschwistern oder Kindern. Für klaarheit: Worte in Zahlen gefasst; Miete; 3.5 Zimmer min. 2000 Fr ++ 4.5 Zimmer min. 2600 Fr ++ Kaufen; REFH; Ab 1.3 Mio. EFH Ab 1'7 Mio. Traurig um unsere Zukunft...

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  • mausi am 12.09.2017 12:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zug

    Zug ist auch landschaftlich einfach top

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  • Zu Züger am 12.09.2017 13:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zug hat es!

    Zug ist nicht nur steuerlich attraktiv sondern auch in vielerlei anderen Kriterien wie: Landschaft, Verkehrserschliessung, freundliche Leute, kein Grossstadtmief, Freizeitwert etc. etc.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • frank Zander am 14.09.2017 10:03 Report Diesen Beitrag melden

    Betonbauten welcome

    Die Leute die Zug schön finden , wissen nicht wie früher Zug einmal eine schöne Stadt gewesen ist. Heute Russen und hässliche Betonklötze, dubiose Firmen etc . Das bisschen Teich mit Wasser ist noch das Beste.

  • Prince am 13.09.2017 11:21 Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    War ja klar das man bei Zürich genau das hässlichste Bild nimmt ... Ich finde Zug ja auch sehr schön, doch wenn man schaut sind bei allen anderen Städte sehr schöne Bilder genommen worden ...

  • Lustmolch am 13.09.2017 11:13 Report Diesen Beitrag melden

    Ja, die Reichen

    Jaja, Zug ist steuerlich so attraktiv, hat eine super Landschaft etc. Aber bei diesen Preisen, auch nur für überdurschnittliche Verdiener.

  • Doris K am 13.09.2017 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Bereits durchgemacht

    Die jetztige Politik der Stadt Zürich ist geeignet, die Stadt nicht bereits morgen aber doch in naher Zukunft an die Wand zu fahren. Bern hat diese Wandlung bereits durchgemacht. Hier gibt es nur noch die 3 Stufen der Verwaltung, viel liegendes Vermögen sowie wegen der Nullzinspolitik viel Hoch- und wegen der Bundesmilliarden im Agglomerationsverkehr viel bestuhlender und damit verstopfender Strassenbau. Neu ist auch noch dieses grandisose Jahrhundertbauwerk Tiefbahnhof hinzugekommen. Darüber hinaus herrscht in der Stadt das Denken der Reitschüler.

  • dolly am 13.09.2017 08:42 Report Diesen Beitrag melden

    wohlig warmes Steuerklima

    ein Nest von russischen und anderen Wirtschaftskriminellen, wohlig warm, weil sie kaum Steuern zahlen für das, was sie anderen Ländern ausreissen.