Managerlöhne

31. März 2017 13:52; Akt: 31.03.2017 14:33 Print

5 Schweizer Chefs unter Europas Topverdienern

Der Unternehmensberater HKP Group hat eine Liste mit den 20 globalen Spitzenverdienern erstellt. Wer es aus der Schweiz ins Ranking geschafft hat.

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Angeführt wird die Liste des vergangenen Jahres von Nike-Chef Mark Parker mit einem Salär von 45,8 Millionen Franken. Walt-Disney-Chef Robert Iger kam auf ein Jahresgehalt von 39,2 Millionen Franken, IBM-Chefin Virgina Rometty auf rund 31 Millionen Franken. Das geht aus einem Vergleich des Unternehmensberaters HKP Group hervor, der am Freitag veröffentlicht wurde.

Einige US-Unternehmen befänden sich weiterhin auf einem eigenen «Vergütungsstern», kommentierte HKP. Ihre durchschnittlichen Bezüge betrügen knapp das Dreifache der SMI-Unternehmen. Der Chef eines Unternehmens im Schweizer Leitindex erhielt 2016 im Schnitt 7,0 Millionen Franken – gegenüber 20,5 Millionen Franken bei einem Dow-Jones-Unternehmen.

Ähnliches Lohnniveau wie in Europa

Europäische Konzerne hingegen zahlen ähnliche Löhne wie die Schweizer. Im deutschen Leitindex Dax gibt es im Schnitt 6,0 Millionen Franken, im europäischen Index Stoxx 7,2 Millionen Franken. Werden allerdings die Schweizer Unternehmen aus dem Stoxx herausgerechnet, sind es noch 6,4 Millionen Franken.

Unter anderem schliesst der Stoxx Europe 50 ABB, Nestlé, Novartis, Roche, Syngenta, UBS und Zurich Insurance ein. Einige dieser Konzernchefs gehören international zu den 20 bestbezahlten Geschäftsführern.

Schwan – und Thiam

Aus Schweizer Sicht ist Roche-Chef Severin Schwan international gesehen der elftbestbezahlte Konzernchef. Auch vier weitere Chefs von Schweizer Konzernen gehören zu den 20 internationalen Spitzenverdienern. Schwan kassierte 14,4 Millionen Franken, UBS-Chef Sergio Ermotti 13,4 Millionen Franken (Rang 13), Novartis-Chef Joseph Jimenez 10,9 Millionen Franken (Rang 18) und Nestlé-Chef Paul Bulcke 9,6 Millionen Franken (Rang 20). Die Credit Suisse war im August 2016 wegen kräftigen Kursverlusten aus dem Index geworfen worden. Gleichwohl schaffte es auch ihr Chef Tidjane Thiam mit 11,2 Millionen Franken auf die Liste und zwar auf Rang 17.

Mangelnde Transparenz

Die Löhne in der Liste weichen teilweise von den in den Vergütungsberichten angegebenen Vergütungen ab. Der Grund: HKP berechnete den Wert der mehrjährigen variablen Vergütung anhand einer internationalen Ausweismethodik, die den beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung ermittelt. Schweizer Unternehmen haben bei der Berechnungsmethode freie Hand und geben beispielsweise den diskontierten Wert (Steuerwert) an.

Zwar sei die Vergütungstransparenz weiter gestiegen, hielt HKP fest. Das sei das Resultat steigender Erwartungen von Investoren und Stimmrechtsberatern. Dennoch sei die Vergleichbarkeit unter Schweizer Unternehmen wie auch mit internationalen Unternehmen weiterhin nur mit Einschränkungen möglich.

Das Beratungsunternehmen kritisiert denn auch, dass die Schweizer Gesetzgebung weit hinter internationalen Standards in der Vergütungstransparenz zurückliege. Zwar sei die Schweiz ein Trendsetter bei den bindenden Entscheidungen der Generalversammlung zu Top-Management-Entlöhnung (Say-on-pay). Allerdings müssten Aktionärsrechte und detaillierte Offenlegungspflichten zu Vergütung Hand in Hand gehen.

(fal/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Lena am 31.03.2017 14:43 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unverständnis

    Absolut verwerflich! Allen voran der Chef der CS, der bei so einem Desaster immer noch abkassiert!

    einklappen einklappen
  • Ugly am 31.03.2017 14:37 Report Diesen Beitrag melden

    der kleine aber feine Unterschied

    5 Schweizer Chefs? Aha...und wie viele von den 5 Chefs sind dann tatsächlich auch noch Schweizer? Der Titel sollte wohl eher heissen 5 Chefs von Schweizer Firmen!!!

    einklappen einklappen
  • Result am 31.03.2017 15:23 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Absahner und kein Chef's - Danke

    Absahner und kein Chef's - Danke

Die neusten Leser-Kommentare

  • PascalK2015 am 03.04.2017 08:09 Report Diesen Beitrag melden

    So toll, wau.

    Und andere müssen jeden Franken umdrehen. AHV wird auch nicht besser, Job verloren vielleicht genau bei einem solchen Chef. Ne, ist mega toll, super. Hoffentlich geben diese Herren das Geld auch aus. Bei so viel Geld.

  • Feiedemann Sonntag am 03.04.2017 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Klarer Fall

    Klar, die Spitzenlöhne der Manager gehen voll zum Nachteil der Mitarbeitenden. Das ist bereits in der Bibel verbrieft, da steht ja deutlich, "ein jeder trage des anderen Last"!

  • Judith am 02.04.2017 21:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Halb so schlimm

    Uns Schweizern gehts doch gut. Kein Grund zur Revolution

  • Wörni am 02.04.2017 20:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Beschämend

    Das System ist absolut krank. Dass es diesen Spitzenverdiehnern noch wohl sein kann, wenn alle 5 sek. Ein Kind auf dieser Welt verhungert. Ich schäme mich für diese Leute. Wo bleibt da Adieu Liebe zu den Mitarbeitern, dem Nächsten. Was verdient wohl die Putzfrau, die bei den Personen die WC putzt. Ich hoffe, sie bekommen 8000.00 CHF. Monatlich.

  • Rudolf Keller am 02.04.2017 19:07 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    zu schämen

    Man kann nicht stolz sein auf "höchste" Löhne. Wenn dem so ist, dann ist etwas falsch gelaufen. Ein Betrieb wird von der Belegschaft getragen und nicht von ein oder zwei Personen.