Bank stellt sich quer

25. Oktober 2012 22:11; Akt: 25.10.2012 22:11 Print

UBS verweigert Spenden an Hilfsorganisation

von Janko Skorup/Jérôme Faas - Die UBS verhindert Spenden an das Hilfswerk Islamic Relief Association - obwohl es weltweit anerkannt ist. Spendewillige Muslime fühlen sich vor den Kopf gestossen.

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Spendewillige treffen bei der UBS auf verschlossene Türen. (Bild: Keystone/AP)

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Die Grossbank UBS hat seit August sämtliche Zahlungsaufträge ihrer Kunden an die Hilfsorganisation Islamic Relief Association (IRA) mit Sitz in Genf storniert, wie kürzlich bekannt wurde. Die Empörung ist bei betroffenen Muslimen besonders gross. Denn ausgerechnet in diesen Tagen findet einer der höchsten Feiertage im islamischen Kalender statt, das Opferfest Eid al-Adha.

Viele Muslime sehen sich an diesem Feiertag verpflichtet, für Arme und Bedürftige zu spenden und tun dies über die IRA. Allein gestern sind bei der Organisation fünfzig Reklamationen eingetroffen.

«IRA weltweit anerkannt»

IRA-Direktor Jamel Krafess protestiert: «Die Muslime fühlen sich in der Ausübung ihrer religiösen Rituale verhindert.» Die UBS weise die Spenden unrechtmässig zurück, obwohl die Dachorganisation der Schweizer IRA von der UNO und der EU anerkannt werde. Silvia Martens, Islamwissenschaftlerin an der Uni Bern, bezeichnet die IRA Schweiz als «weltweit anerkannte, glaubwürdige und um Transparenz bemühte Organisation.»

Und die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA arbeitet «punktuell» mit der IRA zusammen und hat «bislang mit dieser Organisation gute Erfahrungen gemacht», wie Sprecher Stefan von Below sagt.
Gegenüber einem betroffenen Kunden begründete die UBS die Blockade auf Nachfrage damit, «Geschäftsrisiken und rechtliche Folgen zu vermeiden».


UBS entschuldigt sich

Konkret: Die UBS befürchtet in Verruf zu kommen, weil die Spendengelder in terroristische Hände kommen könnten.
Zwar hält die UBS die IRA für «unbedenklich», dennoch werden die Zahlungen durch Spendewillige zu Gunsten der Islamic Relief Association zurückgewiesen.

«Dieser Umstand beruht auf einem Geschäftsentscheid und ist nicht im Geringsten religiös oder politisch motiviert. Wir entschuldigen uns bei den Spendern und bei Islamic Relief Association für die dadurch entstehenden Unannehmlichkeiten», so ein UBS-Sprecher. Doch die Bank hält an ihrem Entscheid fest.
Für einen der Betroffenen, Hasan F.*, dessen Spende storniert wurde, ist trotzdem klar: «Ich werde mein Geld wohl von der UBS abziehen und zu einer anderen Bank wechseln.»

*Name der Redaktion bekannt

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Abdel Raschid am 26.10.2012 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    2ter Versuch

    Also mal um das Klarzustellen die IRA eine Organisation welche Berater der Vereinten Nationen ist, die mit anderen Europäischen Spendenorganisationen zusammenarbeiten und auch Christen beschäftigt wird ausgeschlossen obwohl ihre Transparenz hoch gelobt wird? Und dies wird Befürwortet? Würden die Kommentatoren die UBS immer noch so super finden wenn diese wüssten dass diese im Scharia Banking auch ihre Finger im Spiel haben? Es wird immer Amüsanter und die Kommentare sind ein Zeitzeugnis für einen Lebenden Populismus.

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  • Swisscraft am 26.10.2012 00:27 Report Diesen Beitrag melden

    Verweigert??

    Verweigert?? Spenden sind nun mal freiwillig und jeder kann entscheiden was, wann und wieviel. Was auch immer der Grund sein mag - die UBS ist eine private Organisation und kann mit Ihrem Geld machen was sie will. Alles andere ist eigentlich "wurscht" oder?

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  • P. Morell am 25.10.2012 23:36 Report Diesen Beitrag melden

    Danke!

    Danke, seit über 10 Jahren ist mir die UBS mal sympathisch. Echt, ohne Ironie.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Realist am 28.10.2012 21:35 Report Diesen Beitrag melden

    Könnte ja Schwarzgeld-Handel sein

    Die UBS muss tatsächlich aufpassen wenn oder was für Lasten sie sich aufladen, welche sie dann in noch mehr Schwirigkeiten bringt als sie schon ist - darum habe ich für das Handeln der UBS Verständnis.

  • Urmel am 26.10.2012 19:11 Report Diesen Beitrag melden

    Hä? Gibt Hoffnung.

    Hut ab, UBS!

  • Daniel am 26.10.2012 13:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schämt euch

    Eine Hilfsorganisation sollte nie wegen religösen Ansichten in dieser Art defragmentiert werden. Schämt euch.

  • Abdel Raschid am 26.10.2012 13:11 Report Diesen Beitrag melden

    2ter Versuch

    Also mal um das Klarzustellen die IRA eine Organisation welche Berater der Vereinten Nationen ist, die mit anderen Europäischen Spendenorganisationen zusammenarbeiten und auch Christen beschäftigt wird ausgeschlossen obwohl ihre Transparenz hoch gelobt wird? Und dies wird Befürwortet? Würden die Kommentatoren die UBS immer noch so super finden wenn diese wüssten dass diese im Scharia Banking auch ihre Finger im Spiel haben? Es wird immer Amüsanter und die Kommentare sind ein Zeitzeugnis für einen Lebenden Populismus.

    • D.R. am 26.10.2012 18:45 Report Diesen Beitrag melden

      Populismus

      Danke, meine Gedanken. Traurig, doch leider teilen viele nur Ansichten ohne Informiert zu sein.

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  • Flöru am 26.10.2012 13:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bravo

    Braaaaavooo. Gute Sache die UBS!!! Wenn nur mehr so Gedacht und gehandelt würde!