Better Life Index 2012

28. Mai 2012 08:31; Akt: 28.05.2012 10:42 Print

Glück ist ein Kuchen mit vielen Rezepten

Die Wissenschaft vom besten Leben: Die OECD teilt das Glück in verschiedene Faktoren auf. Je nach dem, wie man sie gewichtet, liegen Australien, die USA oder die Schweiz vorn.

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Je nach dem, wie die Faktoren, die zum Glück beitragen, gewichtet werden, liegt die Schweiz ganz vorne beim OECD Better Life Index.

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Arbeitslosenrate, Bruttosozialprodukt, Wohnpreise - es gibt viele Faktoren, die zur Lebensqualität beitragen und gemessen werden können. Die Organisation for Economic Cooperation and Development (OECD) hat für ihren Better Life Index 2012 elf Punkte genommen, und die 34 Mitgliedsländer sowie Brasilien und Russland anhand dieser analysiert.

Auf den ersten Blick führt Australien die Liste an, gefolgt von Norwegen und den Vereinigten Staaten. Die Schweiz ist auf Platz sieben anzutreffen. Das Ranking entstand, indem alle Faktoren gleich hoch gewertet wurden: Wohnen, Lohn, Arbeit, Bürgerengagement, Gemeinschaft, Ausbildung, Umwelt, Gesundheit, Zufriedenheit, Sicherheit, Work-Life-Banace.

Glückliche Schweiz

Doch Glück ist nicht gleich Glück. Es kommt darauf an, welche Faktoren man wie gewichtet. Ein guter Job, ein grosses Haus und ein hohes Einkommen mögen für viele entscheidend sein. Doch wer seine Prioritäten anders setzt, der findet sein Glück auch über dem Durchschnittslohn nicht. Zählen vor allem Gesundheit und Bildung oder eine gute Work-Life-Balance, sieht das Resultat der 36 Länder anders aus.

Stellt man die Regler für das Zivilengagement und die Zufriedenheit etwas zurück, schafft es die Schweiz gar an die Spitze. Offensichtlich liegt sie bei vielen Kriterien weit über dem Durchschnitt, doch wer Zufriedenheit mit Glück gleichsetzt, wird vielleicht in Norwegen glücklicher. Zählt einzig und allein Natur und Umwelt, räumt Schweden den ersten Platz ab. Die skandinavischen Länder wie die Schweiz sind ziemlich flexibel, was die persönlichen Werte angeht und bleiben eigentlich immer weit oben im Ranking. Gewichtet man vor allem das Inkommen, das Wohnen und die Arbeit, springen die USA an die Spitze.

Glücks-Grenze bei 70 000 US-Dollar

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die meisten Leute mit einem Einkommen von 70 000 Dollar so zufrieden sind, dass ihnen mehr Geld nicht mehr Freude bringt, schreibt «The Atlantic». Mit diesem Grundsatz liesse sich eine höhere Besteuerung der Reichen gut verteidigen. Die überschüssigen Millionen können ihnen schliesslich kein zusätzliches Glück kaufen. Das Geld könnte auf die Ärmeren Verteilt werden, um sie der 70 000-Dollar-Grenze näher zu bringen.

Allerdings geht diese Rechnung nur auf, wenn alle Leute Geld in ihrem Leben gleich gewichten. Wird hingegen das überschüssige Geld von jemandem, für den ein hohes Einkommen das einzig Wahre ist, an jemanden verteilt, der andere Dinge viel stärker gewichtet, ist das Glück, könnte man es denn so messen, auch wieder ungerecht verteilt.

Weniger individuell wie das Einkommen sei der Faktor Arbeit. Egal wo auf der Welt man lebt, wirkt sich Arbeitslosigkeit schlecht auf Gesundheit und Gemüt aus. Um besonders glücklich zu sein, sollte eine Gesellschaft also vor allem in Stellenmaximierungen investieren.

(fvo)