Skyguide für Strasse

08. März 2017 13:40; Akt: 08.03.2017 18:08 Print

Leitzentralen sollen Roboterautos überwachen

von S. Spaeth, Genf - Beim autonomen Fahren gibt es einige rechtliche Probleme – etwa zu Haftungsfragen. Eine Lösung wäre eine von Menschen bediente Leitzentrale.

Autoexperte Professor Ferdinand Dudenhöffer im Gespräch mit 20 Minuten.
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Roboterautos sind auch am Auto-Salon in Genf ein grosses Thema. Doch die Fahrzeuge, die selbstständig vor dem Haus des Besitzers vorfahren und vollständig autonom ihr Ziel finden, bleiben dort futuristische Studien. Von der Vision, dass der Autobenutzer (Fahrer wäre er ja nicht mehr) während der Fahrt arbeitet, schläft oder sich einen Film anschaut, ist die Branche noch ein ganzes Stück entfernt.

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Das Klären von Haftungsfragen und das Schaffen von Infrastrukturen seien die letzten Hürden des automatisierten Fahrens, heisst es in einer Studie des Technologiekonzerns Continental, die kurz vor Eröffnung des Auto-Salons publiziert wurde. «Hochautomatisiertes Fahren auf der Autobahn wird technisch bis 2020 machbar, es fehlt aber der internationale Rechtsrahmen», schreiben die Autoren. Mit den aktuellen Gesetzen sei es weltweit meist nicht möglich, dass sich der Fahrzeugführer mit anderen Tätigkeiten beschäftige.

Eine Art Skyguide für die Strasse

«Es ist gut möglich, dass auf dem Weg zum vollständig autonomen Fahren Leitzentralen mit Menschen die Überwachung von Gruppen von Autos übernehmen», sagt Michael Benz, Head of Solutions bei T-Systems, zu 20 Minuten. Grund dafür seien unter anderem rechtliche Schwierigkeiten, die sich ergeben, wenn Computersysteme die alleinige Herrschaft über die Autos übernähmen.

Der Experte vergleicht die Auto-Leitzentralen mit der Luftraumüberwachung. Mitarbeiter solcher privaten Zentralen, die auch von Autobauern selbst betrieben werden könnten, würden ganze Gruppen von Autos pilotieren.

Stark mit dem Thema autonomes Fahren und den Haftungsfragen beschäftigt sich Volvo. Um Erfahrungen zu sammeln, werden die schwedischen Autobauer dieses Jahr in einem Pilotprojekt rund 100 selbstfahrende Fahrzeuge auf ausgewählte Strassen in und rund um Göteborg fahren lassen. «Eine von Menschen besetzte Leitzentrale zur Unterstützung von autonom fahrenden Autos ist ein interessanter Ansatz», sagte Sascha Heiniger, Director Corporate & Brand Communication bei Volvo in der Schweiz, zu 20 Minuten. Volvo Cars prüfe auch diese Option.

Google macht Autobauern Dampf

Die traditionellen Autobauer aufgerüttelt hat vor einigen Jahren Google. Die US-Technologieriese, der traditionelle Automessen wie Genf meidet, testete bereits vor 2010 vollautomatisierte Fahrzeuge und präsentierte 2014 revolutionäre Ansätze: Autos ohne Steuerrad und ohne Pedale, eine Zukunftsvision, die Volkswagen mit seiner Konzeptstudie «Sedric» in Genf erst in diesem Jahr zeigt. Zudem hat Google 2016 ein Patent eingereicht, wonach sich automatisierte Fahrzeuge bei Überforderung an ein menschliches Call-Center wenden können.

Auto-Visionär Frank M. Rinderknecht im Gespräch mit 20 Minuten

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • H.R. Regennass am 08.03.2017 14:10 Report Diesen Beitrag melden

    Zum lachen

    "wonach sich automatisierte Fahrzeuge bei Überforderung an ein menschliches Call-Center wenden". Wenn ich so an meine Call-Centererfahrung denke . Das wird lustig!

  • C.Käser am 08.03.2017 13:58 Report Diesen Beitrag melden

    Anonymität und Datenschutz adé

    Bravo & Danke - damit ist das Projekt schon gestorben. 1. Trotzdem ich wenig Geheimnisse hüte schätze ich es mich mit meinem (nicht durchdigitalisieren) Auto noch weitestgehend anonym bewegen zu können. 2. möchte ich den "Service" der totalen Überwachung nicht auch noch jedesmal extra bezahlen müssen - eine Vignette für 40 Fr. wird dafür wohl kaum reichten die Kosten zu decken.

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  • Broom am 08.03.2017 13:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Alter Wein in neuen Schläuchen?

    Freie Fahrt für freie Bürger!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • A.Furrer am 11.03.2017 23:59 Report Diesen Beitrag melden

    Details?

    Was wird sich auch noch ändern? Wird mir ein Radioprogram eingestellt mit bestimmten Frequenzen was mich mit der Zeit nervt oder läuft der Karre rund um ein Viertel eine Stunde lang und lässt die Türen geschlossen?

  • JackMac am 10.03.2017 23:57 Report Diesen Beitrag melden

    Zukunft kollektives Fahren

    Das ist die Vorstufe zu entindividualisiertem Fahren. Die Autos können wieder gefüllt werden. Koordination gesetzlich in 30 Jahren vorgeschrieben. Nicht mehr eine Frau mit kleinem Kind im grossen Q7. Jedes spätere Problem hat seine Vorgeschichte.

  • Uncle SAM am 09.03.2017 21:14 Report Diesen Beitrag melden

    Digitale Sklaven

    Das wird dann etwa so herauskommen wie es heute mit der Computersoftware läuft. Alle paar Monate gibts Update für das Betriebssystem, was natürlich etwas kostet und wenn man sich weigert fährt das Auto nicht mehr.

    • Frank am 11.03.2017 10:56 Report Diesen Beitrag melden

      Kosten...

      Kosten Dich Updates für Handys oder Computerbetriebssysteme ? (und ich meine nicht ein neues Handy oder eine komplett neue Betriebssystemversion). Also ich musste noch nie für ein Handy-Update zahlen, und mein gekauftes Windows macht auch regelmässig Updates ohne dass ich Microsoft dafür je wieder Geld gegeben hätte.

    • Paul am 11.03.2017 16:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Frank

      Thema Navigationsupdate fürs Auto. Mir gefällt dieses Zukunftsgeplappere nicht. Jeder der nicht mindestens einen V8 fährt ist mir nicht geheuer

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  • M.Graf am 09.03.2017 14:07 Report Diesen Beitrag melden

    Absoluter Quatsch

    Wenn dir dein leben lieb ist, dann steig nicht in so eine Karre. Absoluter Humbug und Quatsch. Wollen wir uns alle Fremdsteuern lassen mit so einem Seich?

    • Frank am 11.03.2017 10:58 Report Diesen Beitrag melden

      Wahrscheinlichkeit

      Die Statistik sagt, wenn Dir Dein Leben lieb ist, steig nicht in eine menschengesteuerte Karre. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mensch einen (fatalen) Unfall baut ist um ein vielfacher grösser, als dies bei einer Maschine ist (die sind auch nicht unfehlbar, machen aber viel weniger Fehler).

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  • Wörni am 09.03.2017 13:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Autofahrer möchten fahren

    Ich glaube nicht an diese Technologie, Das kann juristisch gar nicht vollumfänglich geregelt werden. Meinen eigentlich diese Visionäre, die Menschheit sei blöd. Ich hoffe, dass der Verbraucher schlauer ist und diese Technologie nicht annimmt. Lassen wir Autofahrer dieses Thema doch auflaufen.

    • Frank am 11.03.2017 11:02 Report Diesen Beitrag melden

      Was ich will...

      Also ich will, und das dürfte bei sehr vielen so sein, in genau dem Moment wo ich will von genau dem Ort wo ich will an genau den Ort wo ich will transportiert werden und soviel Gepäck mitnehmen können wie ich will, und das alles zu einem bezahlbaren Preis. Wenn ich jeden morgen 45 Minuten ins Geschäft staue (und aufgrund des weiteren Tagesablaufs nicht öV nehmen kann/will) hab ich nichts dagegen, wenn ich gefahren werde. Wenn ich auf dem Nürburgring racen geh ist das was anderes.

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