Bitstamp

06. Januar 2015 16:40; Akt: 06.01.2015 16:48 Print

Hacker greifen grösste Bitcoin-Börse an

von Kaspar Wolfensberger - Der grösste europäische Bitcoin-Handelsplatz ist wegen eines Hackerangriffs offline. Kriminelle erbeuteten Coins im Wert von 5 Millionen Dollar.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Erst zehn Monate ist es her, seit der japanische Bitcoin-Handelsplatz Mt. Gox pleiteging. Schuld für die Insolvenz war damals ein Hackerangriff – am Schluss fehlten Bitcoins im Wert von mehreren hundert Millionen Franken. Nun könnte eine weitere wichtige Bitcoin-Börse dasselbe Schicksal ereilen. Seit kurzem ist der in Grossbritannien domizilierte Handelsplatz Bitstamp offline. Der Grund auch hier: ein Hackerangriff.

Stattgefunden hat die Attacke laut einer Mitteilung von Bitstamp am Wochenende. Die Cyberkriminellen erbeuteten dabei ungefähr 19'000 Bitcoins – das entspricht derzeit etwa 5,3 Millionen Schweizer Franken. Im Anschluss an den Angriff informierte Bitstamp seine Nutzer mit folgendem Hinweis: «Sicherheit bedeutet uns viel. Als Vorsichtsmassnahme setzen wir unsere Dienstleistungen vorübergehend aus, um eine Untersuchung durchführen zu können.»

CEO entschuldigt sich

Auf dem Kurznachrichtenportal Twitter entschuldigte sich Bitstamp-CEO Nejc Kodrič persönlich bei seinen Kunden. Ausserdem versicherte er, dass der Rest der Coins auf Bitstamp sicher sei. Grund: Sie seien offline gespeichert, die Hacker könnten sie daher gar nicht erreichen.




Der Zeitschrift «Wired» sagte Kodrič des Weiteren, dass er mit der Polizei kooperiere, um der «Sache auf den Grund zu gehen». Bitstamp arbeite daran, eine Back-up-Kopie der Website in eine neue sichere Umgebung zu transferieren. «So werden wir schnell wieder online sein», zeigt sich der CEO überzeugt.

Worst Case

Blogger und Bitcoin-Experte Christian Mäder lässt sich von Kodričs Erklärungen allerdings nicht beruhigen. «Als technikaffiner Blogger sage ich es ungern, aber
es tönt nach Worst-Case-Szenario», erklärt er auf seiner Website.

Bitstamp ist der derzeit drittgrösste Handelsplatz der Welt für die Alternativwährung. Ungefähr 6 Prozent aller Bitcoin-Transaktionen laufen über die Plattform ab. Bisher galt Bitstamp als besonders sicher und zuverlässig. CEO Kodrič glaubte aus diesem Grund sogar, wichtigster Akteur im Bitcoin-Markt zu sein. Der Zeitschrift «Forbes» erklärte er vor einem Jahr: «Wir sind das Rückgrat der gesamten Industrie.»

Kurs ist im Keller

Als Konsequenz der Bitstamp-Krise stürzte nun der Kurs der Währung ab. Lag der Wert eines Bitcoins vor einer Woche noch bei ungefähr 310 Franken, so liegt er nun bei deren 270. Das ist der tiefste Stand seit 2013. Geht Bitstamp nicht bald wieder online, dürfte der Kursverfall der Alternativwährung anhalten.

Die immer wiederkehrenden Probleme um Bitcoin zeigen laut Experten auch, dass einerseits ein grosses Interesse an der Währung besteht, es andererseits aber noch hapert, was die Professionalität der Akteure anbelangt.

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • lclc am 06.01.2015 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    6% alles Handelsvolumen

    Nicht 6% aller Transaktionen. Um Bitcoins zu besitzen oder damit Transaktionen zu machen braucht man keine Drittpartei (Boerse etc.). Jeder ist hier seine eigene Bank, wie ein normales Portmone mit Bargeld drin, einfach global und uebers Internet.

  • peter am 06.01.2015 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    digitales risiko

    digitales geld das keinen physischen werd hat und nur ein hash ist kann nie 100% sicher sein und wie echtes geld möchte es jemand stehlen

    einklappen einklappen
  • Noren am 07.01.2015 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber genau so funktioniert es

    Bitcoins bestehen aus klaren Regeln: Interesse bestimmt den Preis, Rechenkapazität steigert die Wahrscheinlichkeit Coins zu kriegen und die Benutzer vertrauen nachwievor irgendwelchen Plattformen die nicht (überprüfbar) sicher sind.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Tomas am 07.01.2015 07:57 Report Diesen Beitrag melden

    Hackerangriff????

    Hackerangriff oder will da wieder Jemand die Interessen des US-Dollars schützen????

    • Supermario am 07.01.2015 13:59 Report Diesen Beitrag melden

      Oder...

      Oder vom Grundproblem der Bitcoins ablenken, keine Reglementierung (zumindest staatlich) und kein überwachter Markt!

    • Sven am 07.01.2015 21:06 Report Diesen Beitrag melden

      @Supermario

      Ja richtig, denn es muss ja schliesslich alles und jeder überwacht werden....

    • Supermario am 07.01.2015 22:10 Report Diesen Beitrag melden

      @Sven

      Offenbar schon, es regen sich ja alle über Libor- und Devisenkursmanipulation auf :-)

    einklappen einklappen
  • Noren am 07.01.2015 07:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Aber genau so funktioniert es

    Bitcoins bestehen aus klaren Regeln: Interesse bestimmt den Preis, Rechenkapazität steigert die Wahrscheinlichkeit Coins zu kriegen und die Benutzer vertrauen nachwievor irgendwelchen Plattformen die nicht (überprüfbar) sicher sind.

  • Jan E. am 07.01.2015 06:31 Report Diesen Beitrag melden

    Alle wollen raus

    Die Bitcoin Blase ist gerade im Begriff zu platzen. Diverse Unternehmen haben das sinkende Schiff bereits verlassen und bieten keine Zahlung mit dieser Fantasiewährung mehr an.

  • kurt am 06.01.2015 19:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    ökologischer wahnsinn

    coins sind von der idee ja eine gute sache und idiologie. auf dauer wird das nicht funktionieren. da es nur ejne fixe anzahl coins gibt werden bereits extreme rechenleistungen benòtigt. ökologisch ein irsinn. wenn man den strom ausmacht bleibt kein reeller wert. dwrum kann das keine nachhaltige lòsung sein

  • peter am 06.01.2015 18:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    digitales risiko

    digitales geld das keinen physischen werd hat und nur ein hash ist kann nie 100% sicher sein und wie echtes geld möchte es jemand stehlen

    • Sebo T am 06.01.2015 21:26 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Jein

      Aber seit unsere währungen nicht mehr durch gold (oder alternativen) gedeckt sind sind auch die nicht mehr wert als chf 0.20 fürs papier....auch wenn eine 1000 drauf steht. Bitcoin ist vom grundgedanke her sicherlich kein schlechter ansatz, vorallem wenn man auch betrachtet für was die banken gebühren erheben usw...abwarten und sehen, das heutige system kann so oder so nicht funktionieren auf ewig

    • Supermario am 07.01.2015 13:57 Report Diesen Beitrag melden

      @Sebo T, Na

      Immerhin sind CHF, EUR oder USD zumindest TEILWEISE mit "hartem" wie Gold unterlegt. Willst mir ja wohl nicht weismachen, dass das bisschen Rechnerleistung einen realen Geldwert darstellen soll, bei Bitcoin?

    einklappen einklappen