Ihre Story, Ihre Informationen, Ihr Hinweis?
feedback@20minuten.ch 
Ex-Konzernchef Grübel
04. November 2012 07:34; Akt: 04.11.2012 10:23 Print
«Aderlass erweist sich meistens als tödlich»
Nach der Ankündigung der UBS, ihre Investmentbank massiv zu verkleinern, spricht ihr ehemaliger Chef, Oswald Grübel, Klartext: Die Grossbankenerträge werden in Zukunft kleiner ausfallen.

«Die Schadenfreude feiert Hochjonjunktur»: Oswald Grübel, ehemaliger CEO der Grossbank UBS.
-
Widmer-Schlumpf: «Der UBS-Stellenabbau war nötig»
-
Radikale Neuausrichtung : UBS streicht allein in der Schweiz 2500 Stellen
-
Einflussreiche Angelsachsen: Nun geht der Kampf um die UBS-Jobs los
-
Grosse Veränderung?: UBS-Aktie schiesst um über 7 Prozent in die Höhe
-
Analyse: Ermotti wagt, was sich Grübel nicht traute
Der ehemalige CEO der UBS, Oswald Grübel, spricht in seiner wöchentlichen Kolumne in der Zeitung «Der Sonntag» Klartext zum Grossabbau bei seiner ehemaligen Bank. Die «Zeichen stehen nicht schlecht», dass auch weitere Banken zu solch drastischen Mitteln greifen müssen.
Infografik UBS-Aktienkurs seit 2008 Für UBS-Chefs soll es neues Bonusprogramm gebenFür die Chefs der Grossbank UBS soll es ein neues Bonusprogramm geben, wie die Zeitung «Der Sonntag» schreibt. Es wäre bereits das sechste Programm, das für die höchsten UBS-Angestellten ausgearbeitet wurde. Eine UBS-Pressesprecherin wollte gegenüber dem „Sonntag“ keine Stellung nehmen. Spätestens im neuen Geschäftsbericht wird die UBS über das neue Programm orientieren müssen.
Auch in den bestehenden Programmen dürfte die UBS höhere Bonusausschüttungen gewähren können. So stellte UBS-Konzernchef Sergio Ermotti bis 2015 eine Eigenkapitalrendite von mehr als 15 Prozent in Aussicht. Das kommt den Mitgliedern der Konzernleitung entgegen: So bemisst sich die Höhe der Ausschüttungen des «Cash Balance Plan» auf Basis Eigenkapitalrendite. In den letzten Quartalen erzielte die Bank Eigenkapitalrenditen von deutlich unter 10 Prozent.
«Die Medien bejubeln es, die Finanzministerin begrüsst es, die Aktien steigen überdurchschnittlich und die Schadenfreude feiert Hochkonjunktur.» Grübel weiter: «Endlich werden die so verhassten Investmentbanker zur Ader gelassen.»
Die Sache habe Anfang 2010 begonnen, als die Basel-3-Kapitalregeln bekannt wurden und die «Too big to fail»-Gesetzgebung Form annahm. «Sagte man damals, dies werde mit einem grossen Personalabbau verbunden sein, wurde man von den vereinten Medien als Erpresser beschimpft», schreibt Grübel. «Nun ist das Ziel erreicht, was sind die Auswirkungen? Die Grossbankenerträge werden in Zukunft weniger volatil und kleiner sein, ihre Bilanzen werden schrumpfen, ihr Kapital wird in Relation zur Bilanz steigen und wir werden das wohlige Gefühl von Sicherheit geniessen.»
Die Regulatoren würden diese Strategie begrüssen und wieder «beruhigt schlafen» können. Die andere Seite sei, dass sich der «brain drain», also die Abwanderungen von Talenten aus den Kernkompetenzen der Grossbanken, beschleunigen wird. Das sei nicht ungefährlich für die Schweiz: «Die Auswirkungen werden wir in der nächsten Krise im Schweizer Markt zu spüren bekommen. Der Aderlass war eine beliebte Therapie im Mittelalter, die sich allerdings als bestenfalls nutzlos, doch meistens als tödlich erwies.»
(bee)
Fragen und Antworten rund um die Kommentar-Funktion
«Warum dauert es manchmal so lange, bis mein Kommentar sichtbar wird?»
Unsere Leser kommentieren fleissig - durchschnittlich gehen Tag für Tag 4000 Meinungen zu allen möglichen Themen ein. Da die Verantwortung für alle Inhalte auf der Website bei der Redaktion liegt, werden die Beiträge vorab gesichtet. Das dauert manchmal eben einige Zeit.
«Gibt es eine Möglichkeit, dass mein Beitrag schneller veröffentlicht wird?»
Wer sich auf 20 Minuten Online einen Account zulegt und als eingeloggter User einen Beitrag schreibt oder auf einen Kommentar antwortet, der wird vorrangig behandelt. Hat ein eingeloggter User bereits viele Kommentare verfasst, die freigegeben wurden, so werden seine neuen Beiträge mit oberster Priorität behandelt.
«Warum wurde mein Kommentar gelöscht?»
Womöglich wurde der Beitrag in Dialekt verfasst. Damit alle deutschsprachigen Leser den Kommentar verstehen, ist Hochdeutsch bei uns Pflicht. Sofort gelöscht werden Beiträge, die Beleidigungen, Verleumdungen oder Diffamierungen enthalten. Auch Kommentare, die aufgrund mangelnder Orthografie quasi unlesbar sind, werden das Licht der Öffentlichkeit nie erblicken. (oku)
Haben Sie allgemeine Fragen zur Kommentarfunktion?
Schreiben Sie an feedback@20minuten.ch
Hinweis: Wir beantworten keine Fragen, die sich auf einzelne Kommentare beziehen.
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Deshalb können Storys, die älter sind als 72 Stunden, nicht mehr kommentiert werden. Wir bitten um Verständnis.
-
Alle 89 Kommentare

Die Printausgabe von 20 Minuten gibts jetzt auch als ePaper.
Die 20 Minuten App Familie
Thank god it's Friday!
DIE Nightlife-Website für Partyverrückte aus aller Welt



















Etwas pragmatisch
Man kann das sehen wie man will. Aderlass mag in vielen Fällen tödlich gewesen sein. Aber in der Wirtschaft kennt man auch den Begriff "Gesundschrumpfen". Grübel repräsentiert ein Modell des Investment Bankings, welches in den letzten 20 Jahren entstanden ist und sich in der Zwischenzeit als unbrauchbar erwiesen hat. Sonst müssten nicht reihenweise Banken durch Staaten gerettet werden. Etwas nachhaltiger wäre schon intelligenter.
Herr Grübel, Geniesen Sie Ihre Rente
Herr Grübel soll einmal die Gesamtrechnung machen. Wieviel Nettogewinn die UBS mit dem Investment- Banking erziehlt hat. Es ist einige Mrd. im Minus. Leider geht es in diesen Sphären nur noch Gier und Abzocke.
He made my day
Ein gescheiterter Banker, der nun kluges von sich gibt... danke für das Schmunzeln !