Zweites Quartal

02. August 2017 23:34; Akt: 03.08.2017 03:32 Print

Tesla verdoppelt Umsatz – Arbeiter unzufrieden

Tesla hat seinen Umsatz mehr als verdoppelt. Die Anleger sind erfreut. Nicht so die Mitarbeiter: Sie klagen über die tiefen Löhne und die vielen Arbeitsunfälle.

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Der Elektroautobauer Tesla hat die Erwartungen im zweiten Quartal übertroffen und liegt bei der Produktion seines ersten Elektroautos für den Massenmarkt im Plan. Verglichen mit dem Vorjahreswert kletterten die Erträge um 120 Prozent auf 2,8 Milliarden Dollar.

Gleichwohl schreibt Tesla weiter rote Zahlen, wie der Konzern von Tech-Milliardär Elon Musk am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Der Verlust weitete sich auf 336 Millionen Dollar von 293 Millionen Dollar aus, fiel damit aber dennoch deutlich geringer aus als angenommen.

Zahlen kommen gut an

Die Vorbereitung auf den Model-3-Start kostete Tesla zuletzt viel Geld. Der Wagen ist als erstes Elektroauto für den Massenmarkt gedacht. Am 30. Juni sass das Unternehmen auf Barbeständen von rund drei Milliarden Dollar nach vier Milliarden Dollar zum Ende des Vorquartals.

Bei Anlegern kamen die Zahlen gut an, die Aktie stieg nachbörslich zunächst um fünf Prozent.

Tesla hatte seine Absatz-Prognosen für das erste Halbjahr gerade so eingehalten. Der Konzern lieferte gut 47'000 Fahrzeuge des Model S und X aus. Die eigene Vorhersage hatte bei 47'000 bis 50'000 gelegen. Eine Unterversorgung mit neuen Batterien hatte den Fahrzeugbau bis Juni beeinträchtigt. Für das zweite Halbjahr nahm sich Tesla mehr vor.

Neues Modell erstmals ausgeliefert

Tesla hat nach früheren Angaben für sein neues Model-3-Fahrzeug mehr als eine halbe Million Vorbestellungen. Am Freitag hatte das Unternehmen die ersten 30 Autos an Mitarbeiter vor dem Werk im kalifornischen Fremont ausgeliefert. Sollte Tesla tatsächlich 500'000 Fahrzeuge pro Jahr produzieren und absetzen, würde das US-Unternehmen wahrscheinlich Hersteller wie BMW, Mercedes oder Lexus in den USA hinter sich lassen.

In einem Brief an die Aktionäre verkündete Firmenchef Musk nun, dass Tesla auf Kurs sei, alle zuvor ausgegebenen Ziele bei der Fertigung des Model 3 zu erreichen. Tesla will seine Produktion ab 2018 inklusive der Luxuswagen Model S und Model X auf 500'000 Autos pro Jahr erhöhen. Für 2020 wird die Millionenmarke angepeilt. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr rollten lediglich rund 84'000 Wagen vom Band.

Tesla gilt als Vorreiter in der Produktion von Elektroautos, die unter dem Druck schärferer Klimaschutzvorschriften inzwischen aber auch bei den Platzhirschen der Autobranche in den Fokus gerückt sind.

Arbeiter beschweren sich

Der US-Elektroautobauer Tesla sieht sich inmitten der ersten Auslieferungsphase seines Mittelklassewagens mit wachsenden Beschwerden von Beschäftigten konfrontiert. Sie kritisieren die Löhne und Arbeitsbedingungen.

In einem Brief an den Verwaltungsrat des Unternehmens forderten Angestellte nun Auskunft über die Pläne für ihre Gehaltsentwicklung, die Voraussetzungen für Beförderungen und über Arbeitsschutzmassnahmen.

Die US-Automobilgewerkschaft UAW plant die Gründung einer Filiale in der Tesla-Fabrik im kalifornischen Fremont. In ihrem Brief verlangen die Beschäftigten auch eine Zusage, dass sie nicht Opfer von Repressalien werden, wenn sie versuchen, eine Gewerkschaftsniederlassung zu gründen.

Die Löhne in der Tesla-Fabrik sind vergleichsweise gering. Das Startgehalt liegt bei 18 Dollar pro Stunde. Der landesweite Durchschnittslohn in der Autobranche beträgt 25,58 Dollar.

Es gibt ausserdem viele Beschwerden über Arbeitsunfälle. Die Beschäftigen seien es leid, dass es ständig vermeidbare Unfälle in der Fabrik gebe, sagte Michael Catura, einer der Unterzeichner des Schreibens. Dies senke die Moral und sei «traumatisierend».

(woz/chk/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Flachländer am 03.08.2017 01:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Umsatz sagt rein garnichts aus...

    Nach 14 Jahren schreibt das Unternehmen immer noch zweistellige Millionensummen rote Zahlen und alle feiern den Umsatz?

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  • Joel am 03.08.2017 01:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    So nüchtern gesehen

    Wenn man das jetzt mal nüchtern, ohne ideologische Brille und den Apple Effekt sieht, könnte man eigentlich sagen, dass der Verlust bei Tesla bei jedem verkauften Auto grösser wird. Aber... alles wird gut..

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  • gägä am 03.08.2017 04:58 Report Diesen Beitrag melden

    Kehrseite der Medaille

    2016 waren in der Schweiz 4.5 Mio. PW zugelassen. Nehmen wir an, der Boom an eFahrzeugen hält an und erreicht in den nächsten Jahren, 10% des PW-Bestandes. Tendenz zunehmend. Zwecks Batterieladung ziehen dann 450'000 Mal Strom um 20 Uhr abends. Reichen dann die Solarzellen zu Hause oder wird das öffentliche Netz doch belastet? Wann kommt der Atomausstieg?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Peret G am 04.08.2017 12:21 Report Diesen Beitrag melden

    Geldvernichtungsfirma

    Fast 15% des Umsatzes als Verlust. Somit sind die Einnahmen nur etwa 85% der Ausgaben. Wie kann man um so eine Firma bloss so einen Hype machen. Im Moment kann es Musk noch als Hobby querfinanzieren, aber wie lange noch?

  • Jonny sh am 03.08.2017 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Find ich Gut

    Wie auch immer, ich habe gestern die 1000.00 Stutz an Tesla überwiesen. Schlimmer als bei VW etc. wird der kleine Tesla wohl nicht beworben .... Und Benzin gibt es nicht ewig, Strom vermutlich schon ....

  • Wisser am 03.08.2017 21:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wir schauen Mal.

    Die Begeisterung hält sich in Grenzen . Kfz für Reiche . Aber der Büezer , die die zusammen schustern . Müssen krass unten durch Schlechtes Saler , Arbeiten bis der Arzt kommt. Da muss noch was gehen .

  • B. Ankrott am 03.08.2017 21:42 Report Diesen Beitrag melden

    Barbestände ?

    Diese Barbestände sind nicht operativer Natur (operativer Cashflow), das kann bei der Ausstosssrate und den noch hohen Kosten für die Akkus gar nicht sein. Wieviel davon sind Anzahlungen (das kann schnell in die Hose gehen) für die neuen Modelle und was sonst fliesst hierbei auch noch ein ? TESLA ist als First-mover symphatisch, in diese Firma zu investieren würde ich aber nicht, die Cash burn-rate ist einfach viel zu hoch, vielleicht sollte Ellon sein Geld nicht mit Weltraumprojekten weiter verpulfern und Mitarbeiter anständiger behandeln ? Gruss B.Ankrott

  • Tomi73 am 03.08.2017 21:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Benzin im Blut...

    Also ich werde weiter hin mein Benziner fahren, ich halte nichts vom Elekro Auto als Spielzeug für Kinder ok, aber mehr auch wider nicht ,das saund von meinem V6 kann niemand ersätzen einfach einmalig.....

    • J.ugo am 03.08.2017 23:15 Report Diesen Beitrag melden

      Keine Elekro

      Habe sie Recht, i habe eine M5 mache immer sehr gute Sound, i habe Fahren im Bahnhoff wen viele Leute diese höre sehr schön für mich. Ich Sage meine alle Kollega kommen hier im Kommentare und machen Daumen oben für Sie, Ehrenmann.

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