Krankenkassen

12. Oktober 2009 17:55; Akt: 12.10.2009 17:56 Print

Vorsicht bei Kündigung der Zusatzversicherung

von Cyprian Zajac - Die Prämien für die Grundversicherung der Krankenkasse steigen zwar ständig, aber immerhin müssen alle Kassen die gleichen Leistungen bieten. Bei den Zusatzversicherungen gelten andere Regeln: Wer Pech hat, wird gar nicht aufgenommen.

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Nach der angekündigten Prämienerhöhung für das nächste Jahr spielen viele Versicherte mit dem Gedanken, ihre Krankenkasse zu wechseln. Der Wechsel der Grundversicherung ist unproblematisch: Hier kann jeder die günstigste Kasse auswählen, da alle Anbieter von Gesetzes wegen die gleichen Leistungen bieten müssen. Eine teurere Kasse ist daher nicht besser. Bei Zusatzversicherungen hingegen gilt es bei einem Wechsel aufzupassen. Die Preise, wie auch die Leistungen, unterscheiden sich hier von Anbieter zu Anbieter massiv. Grundversicherung und Zusatzversicherung können aber problemlos bei verschiedenen Anbietern abgeschlossen werden.

Versicherung kann Aufnahme verweigern

«So lange man auf die Leistungen einer Zusatzversicherung noch Wert legt, sollte sie nie gekündigt werden, bevor nicht von der neuen Kasse eine vorbehaltslose Aufnahmebestätigung vorliegt», warnt Richard Eisler, Geschäftsführer des Internetvergleichsdienstes comparis.ch.

Anders als bei der Grundversicherung können Krankenkassen bei Zusatzversicherungen Vorbehalte anbringen oder gar die Aufnahme verweigern. Wer die alte Versicherung kündigt, bevor er definitiv bei der Neuen untergekommen ist, läuft Gefahr, dass die neuen Kasse ihn ablehnt oder nur unter Vorbehalten aufnimmt. Zudem darf die alte Krankenkasse die Rückkehr in die bisherige Zusatzversicherung verweigern. «Weiter muss ein Versicherungsantrag unbedingt vollständig und wahrheitsgetreu ausgefüllt werden», so Eisler. Bei falschen Angaben können Versicherungen laut Eisler auch nachträglich noch Vorbehalte anbringen oder Leistungen verweigern.

«Bauernfängerei»

Für die verschiedensten Leistungen gibt es Zusatzversicherungen. Den Überblick über alle Angebote zu bewahren, ist laut Eisler kaum möglich. Zudem mache auch nicht jede Versicherung Sinn. «Es gibt viele Angebote, die reine Bauernfängerei sind», sagt er. Ein Beispiel hierfür seien Angebote zur Gesundheitsvorsorge – wie Abonnemente für Fitness-Center und dergleichen. «Schliesst man eine solche Versicherung ab, zahlt die Krankenkasse etwa 300 Franken im Jahr an ein Fitness Abo. Die monatlichen Kosten für die zusätzliche Versicherung belaufen sich aber auf 28 Franken», erklärt Eisler. So zahle der Versicherte seine Vergünstigung schlussendlich aus der eigenen Tasche.

Früh vorsorgen

Da Krankenkassen bei Zusatzversicherungen Vorbehalte anbringen oder den Beitritt gänzlich verweigern können, lohnt es sich, früh Gedanken über mögliche künftige Risiken zu machen. «Die Meisten beschäftigen sich erst mit Zusatzversicherungen, wenn sie bereits ein Leiden haben. Dann ist es zu spät», sagt Eisler. Am besten wäre es, Zusatzversicherungen abzuschliessen, solange man gesund und munter sei und noch keinen Arzt besucht hätte.