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Mswati III
08. Januar 2012 22:10; Akt: 09.01.2012 08:14 Print
Unterstützt Coca-Cola einen Diktator?
In Swasiland liegt die grösste Cola-Fabrikanlage Afrikas. Politische Aktivisten werfen dem Konzern vor, er helfe mit den gewonnenen Einkünften dem letzten Monarchen Afrikas, an der Macht zu bleiben.

Mswati III begibt sich zur alljährlichen Tanzveranstaltung, bei der er sich jeweils eine neue Braut aussucht. (Bild: Keystone)
Eigentlich ist Coca-Cola nur ein Getränk. Jetzt sieht sich die weltweit berühmte Marke aber heftigen Vorwürfen ausgesetzt: Der Getränkeriese soll einen der berüchtigtsten Diktatoren der Welt unterstützen. Der letzte Monarch Afrikas, Mswati III, der Swasiland regiert, soll von der Firma so stark profitieren, dass er sich dank ihr an der Macht halten kann, schreibt «The Guardian».
Bildstrecken Afrikas DiktatorenDie Vorwürfe haben politische Aktivisten erhoben. Sie beschuldigen Mswati III der Menschenrechtsverletzungen und Plünderung des nationalen Wohlstands. Der Getränke-Konzern besitzt in Swasiland eine grössere Konzentrat-Fabrikanlage. Vor kurzem war der König in die Vereinigten Staaten zum Hauptquartier von Coca-Cola nach Atlanta gereist. Politische Aktivisten beobachten diese engen Bindungen mit grossem Missfallen.
Mary Pais Da Silva, Koordinatorin der Swaziland Democracy Campaign, verlangt jetzt von Coca-Cola, alle Geschäfte in Swasiland zu beenden. «Coca-Cola muss sich bewusst sein, dass sie Geschäfte mit den falschen Leuten machen. Der Wirtschaft bringt das überhaupt nichts. Die Einkünfte helfen dem Land keineswegs, sich zu entwickeln. Der König wird gleichzeitig täglich reicher», zitiert sie der «Guardian». Der König melke das Land. Das gebe ihm wirtschaftliche Macht, um die Opposition auszuschalten. «Niemand sollte mit dem Regime in Swasiland Geschäfte machen. Sie sollten die Verbindungen abbrechen und ihr Geschäft anderswo aufbauen.»
13 Ehefrauen und 100 Millionen Dollar
Mswati III präsidiert eines der ärmsten Länder der Welt, verfügt selbst aber über ein Vermögen von 100 Millionen Dollar. Der König hat 13 Ehefrauen. Bei einer alljährlich stattfindenden Tanzveranstaltung sucht er sich jeweils unter zehntausenden barbusigen Jungfrauen eine neue Braut aus. Um sich an der Macht zu halten, sind politische Parteien verboten. Aktivisten werden regelmässig verhaftet, ins Gefängnis gesteckt und gefoltert.
Laut Aktivisten ist der Getränkekonzern für 40 Prozent des BIP Swasilands verantwortlich. Coca-Cola betont aber, dass Mswati III keineswegs am Gewinn beteiligt sei, den die Firma mache. Sherree Sherein, Sprecherin von Coca-Cola in Zentralafrika sagt dazu: «König Mswati III erhält keinerlei Profite oder Dividenden.» Er sei in keiner Form an der Firma beteiligt. Ausserdem habe die Bevölkerung von der «Coca-Cola Africa Foundation» profitiert, die 2001 in Swaziland gegründet worden ist. Man habe viel in den Bereichen Wasserversorgung, Gesundheit, Bildung und Unternehmertum getan.
Kein politisches Engagement
Wie die Gelder, die Coca-Cola in Form von Steuern bezahlt, von der Regierung genutzt werden, kann aber auch Coca-Cola nicht klar darlegen. Sherree Shereni, Sprecherin von Coca-Cola in Zentralafrika sagt dazu: «Die Coca-Cola Company bestimmt nicht, wofür die Steuern, die wir bezahlen, genutzt werden. Das ist Sache der Regierungen.» Coca-Cola versichert, höchste ethische Standards zu befolgen und in keinem Land politisch involviert zu sein.
Lucky Lukhele, Sprecher des Swaziland Solidarity Networks, fordert hier ein anderes Vorgehen: «Coca-Cola sollte einen Weg finden, die Einkünfte an die Bevölkerung Swasilands zu verteilen. Sie sollten anfangen, die Demokratie-Bewegung zu unterstützen.» Parallelen sieht er im Boykott Südafrikas während der Apartheid und verlangt vom Getränkehersteller, Position zu beziehen. «Viele haben das Volk Südafrikas direkt unterstützt. Neutralen Boden gibt es nicht – du bist dafür oder dagegen. Der König nimmt sich das Land und zerstört die Wirtschaft. Coca-Cola soll das Volk unterstützen oder verschwinden.»
(ske)
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Alle 27 Kommentare
































Einfluss der USA
Die USA nimmt schon sehr lange Einfluss auf Diktaturen... via Dollar, Geheimdienst, Firmen, Militär usw. Solange die schön brav spuren, werden sie in den Himmel gelobt und versorgt. Werden sie aber übermütig, dann ist ziemlich schnell Ende der Fahnenstange.
Angebot und Nachfrage
Es ist doch immer wieder das Gleiche. Hier wird Cola angeschwärzt, dabei vergisst man, dass es ja, wie in diesem Fall, der Monarch von Swasiland ist, der das Geld nimmt. Die Schwarzafrikaner bleiben Sklaven. Noch vor kurzem hat man die bösen Weissen aus Afrika gejagt. Heute sind die Chinesen im grösseren Stil in Schwarzafrika vertreten. Es hat einfach die Farbe der Sklavenhalter geändert, sonst nichts!
kritik
ich sehe hier keine anschwärzerei, sondern kritik an der Partnerwahl und aufruf zu veränderung des Standorts.
Wieso
soll CocaCola "Mswati III" nicht unterstützen, das hat doch "Dölf Ogi" schon 1993 gemacht.