Legales Gras

09. März 2017 19:41; Akt: 09.03.2017 19:41 Print

So funktioniert der CBD-Markt in der Schweiz

von F. Lindegger - Immer mehr Hersteller und Händler drängen in den Markt mit legalem Gras. Ein Überblick über die wichtigsten Akteure.

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Der CBD-Boom hat längst die Schweiz erreicht. Laufend eröffnen neue Shops, die das legale Gras verkaufen. Die Konsumenten haben es vor allem auf den Wirkstoff Cannabidiol (CBD) abgesehen, der entspannend wirken soll. Der Gehalt des berauschenden THC liegt dagegen unter einem Prozent. Ermöglicht wurde das lukrative Geschäft durch einen Entscheid des Bundesamts für Gesundheit (BAG), das im vergangenen Sommer Cannabiserzeugnisse als Tabakersatzprodukte einstufte.

Umfrage
Konsumieren Sie CBD?
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Insgesamt 7929 Teilnehmer

Die Produzenten
Das Unternehmen Biocan sorgte im vergangenen August für Schlagzeilen, als es den «ersten legalen Joint» auf den Markt brachte. Laut eigenen Angaben hat die Firma allein in den ersten drei Monaten mehrere Zehntausend Tütchen à 10 Gramm mit dem legalen Gras ausgeliefert. 10 Gramm kosten dabei – je nach Produkt – 24 oder 67 Franken. Hersteller müssen Tabakersatzprodukte, worunter Hanf mit einem THC-Gehalt von weniger als 1 Prozent fällt, beim BAG anmelden. Dort sind bisher rund ein Dutzend Dossiers eingegangen. Laut dem BAG haben davon «weniger als eine Handvoll» grünes Licht für den Verkauf erhalten. Einige Gesuche sind noch offen.

Die Händler
Die Zahl der Shops, die legales Gras, CBD-haltige Liquids für E-Zigaretten oder andere CBD-Produkte anbieten, nimmt laufend zu. Viele der Händler haben bereits bisher Hanf- oder Tabakprodukte verkauft und erweitern nun ihr Sortiment. Daneben ist legales Cannabis aber auch in Kaffees oder Bars erhältlich. Ein grosser Teil der CBD-Produkte wird zudem in Online-Shops verkauft. Wie viele Händler es insgesamt gibt, ist unklar. Laut der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) sind zurzeit rund ein Dutzend Firmen registriert, die tabaksteuerpflichtige Produkte in den Handel bringen. Mehr als hundert befänden sich im Registrierungsprozess. «Und täglich kommen weitere dazu», erklärt ein Sprecher der EZV.

Die Konsumenten
An potenziellen Konsumenten von legalem Cannabis mangelt es nicht. Gemäss dem aktuellen Suchtmonitoring des BAG ist Cannabis die am häufigsten konsumierte illegale Droge. Rund 200'000 Personen konsumieren demnach aktuell Cannabis. Insgesamt erklärten gut 30 Prozent der über 15-Jährigen, schon einmal in ihrem Leben Cannabis geraucht zu haben. Da CBD im Gegensatz zu THC keine berauschende Wirkung hat, ist das heute legale Gras nicht für alle Cannabis-Konsumenten interessant. Laut Branchenkennern interessiert sich etwa jeder zehnte Kiffer für CBD-Hanf. Doch nicht nur Kiffer kommen als Konsumenten in Frage. Auch Tinkturen, Salben oder Sprays, die den Wirkstoff enthalten, werden vertrieben.

Der Steuereintreiber
Bei legalen Cannabisprodukten, die zum Rauchen oder Vaporisieren verwendet werden können, wird die Tabaksteuer fällig. Sie beträgt etwa für Cannabisblüten 25 Prozent des Verkaufspreises und muss der Zollverwaltung entrichtet werden. Vielen Händlern und Herstellern war das offenbar nicht bewusst. Ende Februar hat die EZV deshalb in einem Schreiben an die Shops auf den Sachverhalt hingewiesen. Bis Ende April läuft nun eine einmalige nicht erstreckbare Frist für die nachträgliche Deklaration bisher unversteuerter Cannabisprodukte. Wird von einem Marktpotenzial für legales CBD-Hanf von 10 Prozent ausgegangen, würde das Steuereinnahmen von rund 20 Millionen Franken pro Jahr bedeuten.

Die Regulatoren
Je nach Produktkategorie sind verschiedene Stellen des Bundes involviert: neben dem BAG und der EZV auch Swissmedic. Swissmedic ist für die Zulassung von Medikamenten verantwortlich. Die genaue Wirkung von CBD ist bisher wissenschaftlich noch wenig erforscht. Aktuell ist Cannabidiol in der Schweiz nur in einem zugelassenen Medikament enthalten, einem Spray, der Symptome bei Multipler Sklerose lindern soll. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) kommt ins Spiel, wenn es um die Zulassung von mit CBD-angereicherten Lebensmitteln geht. Auch für Kosmetika und CDB-haltige Liquids ist das BLV zuständig.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sancho73 am 09.03.2017 19:58 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Medizin Gras

    Gebt das Gras in der Medizin kontrolliert durch den Arzt frei, dann müsste der Arzt weniger überteuerte Medikamente abgeben. Da hat aber " natürlich " die Pharmaloby etwas dagegen.

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  • Leepdeep am 09.03.2017 20:09 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Legalisieren

    Kontrolliert legalisieren und viele Dinge, würden einfacher werden.

  • Jalilah am 09.03.2017 20:19 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fibromyalgie

    Ich hoffe schon lange auf solchen Tee, da ich nicht rauche, könnte ich von dieser Art also nicht profitieren. Ich leide an sehr starken RHEUMATISCHEN DAUER SCHMERZEN. Eine Leidensgenossin raucht das und ist dann praktisch schmerzfrei, aber nur von kurzer Dauer.... Ich hoffe, dass das als Retard Medikament bald auf den Markt kommt. Liebe grüße Jalilah

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ron am 10.03.2017 23:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wieso sollte sowas verboten sein?

    Einen dicken Stumpen legales CBD und ein Gläsli Wein = so gut wie das Original sein soll! :)

  • TheUser am 10.03.2017 16:03 Report Diesen Beitrag melden

    CBD in Kapseln

    CBD gibt es übrigens auch in Kapseln zum Einnehmen. Einfach nach "CBD Kapseln" suchen.

  • martin am 10.03.2017 09:08 Report Diesen Beitrag melden

    Das einzige wo mir Hilft !

    Bin Rheumatiker, Meine täglichen Schmerzen lindere ich mit Hanftee den ich Leider auf illegalem Weg besorgen muss,

  • Marcel Hesse am 10.03.2017 02:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pipapo

    Naja die preise beim dealer sind billiger. Aber die preise im laden sind halt solala..

  • greenlife-ch am 10.03.2017 00:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ein gutes Glas Rotwein

    Da hat sich wieder ein Markt, bzw. eine Industrie etabliert. Der Mensch kann ohne Drogen nicht Leben. Weil die meisten (die Drogen nehmen) keind Hobbies haben, oder sich weiterbilden. Das Vergnügen ein bisschen mit kiffen zu versüßen liegt mehr als im Trend. Deswegen ein grosses Hut ab vor denen, die dem Zeug abgeschworen haben, und auch ohne das Zeug lustig sein können! Tja, jeder muss das mit sich selbst regeln! Prost

    • Mr Green am 10.03.2017 07:40 Report Diesen Beitrag melden

      Stereotype....

      Offensichtlich haben Sie sich 0,0 % mit der Materie auseinandergesetzt. Hören Sie doch auf, diese blöden Vorurteile zu verbreiten. Ich kenne viele Menschen die hoch Inteligent sind und Cannabis konsumieren. Auserdem geht es hier um CBD und nicht um das herkömliche Cannabis mit THC gehalt. Ich selber kiffe auch, mache 4x die Woche Sport, Ernähre mich gesund und bit Physisch und Mental TOP FIT. Es ist vollkommen logisch das die CBD Sorten im moment ein renner sind.. das lässt mit der Zeit nach.

    • apollocombat am 10.03.2017 12:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @greenlife-ch

      haha klar das böse cannabis XD und jetzt erstmal ein gesündes bier trinken oder auch zwei ;) prost

    • Pascal Degonda am 10.03.2017 15:55 Report Diesen Beitrag melden

      Rotwein?

      Und was ist dann mit dem besagten Glas Rotwein?

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