Euro unter Druck

09. Februar 2010 22:40; Akt: 09.02.2010 20:01 Print

Griechenland schadet der ExportwirtschaftGriechenland schadet der Exportwirtschaft

Ängste um einen möglichen Staatsbankrott in Griechenland belasten den Euro. Das setzt der schwächelnden Schweizer Exportwirtschaft zu.

Dem griechischen Staatshaushalt geht es mies. Das Land hat einen Schuldenberg von über 360 Milliarden Franken angehäuft, gut 120 Prozent des Bruttoinlandprodukts also. Und ein Ende der Neuverschuldung ist nicht in Sicht. Alleine dieses Jahr muss Griechenland voraussichtlich rund 80 Mia. Franken aufnehmen, um das Staatsdefizit zu decken, und weil alte Anleihen auslaufen.

Mit dem Schuldenberg wächst die Angst, dass Griechenland schnurstracks in den Staatsbankrott steuert – und das belastet die europäische Einheitswährung. «Der Vertrauensverlust der Anleger in griechische, aber auch spanische, italienische oder portugiesische Wertpapiere hat sich auf den Euro übertragen», erklärt Rudolf Minsch, Chefökonom von Economiesuisse. Innerhalb der vergangenen sechs Monate ist der Wechselkurs gegenüber dem Franken denn auch um mehr als 4 Prozent eingebrochen.

Unter der aktuellen Entwicklung leidet die ohnehin schon angeschlagene Schweizer Exportwirtschaft. Insbesondere die Metall-, Elektro- und Maschinenindustrie, deren Export zu zwei Dritteln in die EU geht, ist betroffen. «Wir verfolgen die Entwicklung des Euro-Wechselkurses mit gros­ser Sorge», sagt Swissmem-Direktor Peter Dietrich. Der Kurs setze die bereits jetzt tiefen Margen weiter unter Druck. «Kritisch wird es bei einem Kurs von 1,45 Franken oder weniger», warnt Dietrich. Dann werde es für viele MEM-Unternehmen sehr eng.

(ahi)