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Zins-Manipulation
26. Juli 2012 16:23; Akt: 26.07.2012 16:43 Print
Oswald Grübel nimmt Libor-Zocker in Schutz
Laut Ex-UBS-Chef Oswald Grübel sind nicht die Trader schuld am Libor-Skandal. Die Händler hätten wohl nicht in krimineller Absicht gehandelt. Grübel zeigt dafür auf die Aufsichtsbehörden.

Er zeigt im Libor-Gate auf die Aufsichtsbehörden - der ehemalige UBS-Chef und heutige Kolumnist Oswald Grübel. (Bild: Keystone)
Oswald Grübel war Kapitän der UBS, als die Bank im Mai 2011 ihre Machenschaften beim Libor-Zins selbst öffentlich machte und den Skandal um den manipulierten Leitzins so richtig ins Rollen brachte. Mit ihrer Selbstanzeige hoffte die UBS auf Strafminderung. Derzeit wird weltweit gegen über ein Dutzend internationale Grossbanken ermittelt, darunter namhafte Institute wie die US-Citibank, die englischen Banken RBS, Lloyds und Barclays sowie die Royal Bank of Canada. Verdächtigt wird auch die Credit Suisse.
Viele Experten sehen die Manipulationen nicht als Fehlverhalten von einzelnen Personen, sondern ziehen Vergleiche zur organisierten Kriminalität. Oswald Grübel ist anderer Meinung: «Ich glaube nicht, dass Händler mit krimineller Absicht in die Libor-Manipulation involviert gewesen sind», so der gebürtige Deutsche im Gespräch mit der Nachrichtenagentur «Reuters». Grübels Begründung: Die Händler wären doch nicht so kurzsichtig gewesen und hätten die Manipulationen in E-Mails dokumentiert. Zu den Einzelheiten im Fall UBS wollte Grübel nichts sagen.
Laut US-Medien stehen US-Staatsanwälte im Libor-Gate kurz vor ersten Festnahmen. Angeblich hätten mehrere Staatsanwälte aus Washington Kontakt mit den Vertretern der verdächtigen Händler aufgenommen und ihnen offenbart, dass Festnahmen in den nächsten Wochen möglich seien.
Wie viel wussten die Regulatoren?
Grübel, der fast 50 Jahre im Banking verbrachte und sowohl an der Spitze der CS und der UBS stand, sieht nicht seine Industrie als die Schuldigen, sondern zeigt mit dem Finger auf die Regulatoren. «Es scheint als hätten die Regulatoren von den Manipulationen gewusst.» so Grübel. Sie hätten aber entscheidende Signale nicht beachtet. Als der Interbanken-Markt 2008 zusammen gebrochen ist, hätten sich die Regulatoren laut dem Ex-UBS-CEO fragen müssen, wie sie mit der Festsetzung des Libor umgehen.
Im Libor-Skandal steht über ein Dutzend Grossbanken im Verdacht, während Jahren einen der wichtigsten Zinssätze (London Interbank Offered Rate) manipuliert zu haben. Dieser wird täglich einmal ermittelt und zeigt an, zu welchen Bedingungen sich Banken untereinander Geld leihen. Der Zins basiert auf den individuellen Angaben der Banken und dient als Referenz für Kredite und Derivate. Das vom Libor betroffene Volumen ist gigantisch. Investments von rund 350 Billionen Dollar sind von diesem Marktbarometer abhängig.
EU zieht Schraube an
Konsequenzen aus dem Libor-Skandal gezogen hat die EU. Laut eines Gesetzesvorschlags von EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier sollen die EU-Staaten verpflichtet werden, in ihrem nationalen Recht für Tricksereien bei Marktzinsen abschreckende Strafen wie Geldbussen oder Haft festzusetzen. Das ist bislang in einigen Ländern nicht der Fall. Weil das Justizwesen weitgehend nationale Kompetenz ist, schlägt Barnier kein konkretes Strafmass vor.
(sas)
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Alle 19 Kommentare

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Interessante Sichtweise.... :-(
Offenbar geht Herr Grübel davon aus, dass die Kontrollbehörden hätten eingreifen sollen. Aber es hat den involvierten Banken niemand "befohlen", die Grenzen bei der Liborfestsetzung so auszuloten....oder sogar zu überschreiten. Nur ein Gauner argumentiert: Wenn ich mich nicht erwischen lasse, ist alles in Ordnung, und wenn die Polizei (Kontrollbehörde) alles weiss und mich nicht aufhält...selber schuld. Moral ist ein Begriff, der in der Bankenwelt offenbar wirklich nicht mehr ein Thema ist...sogar bei den wichtigsten Führern....
Oder auch nicht....
Hiesse aber, dass die Polizei bei gewissen Tatbeständen (ob nun leichter oder schwerer) gar nicht einschreiten würde? Natürlich haben die Kontrollbehörden sowas festzustellen, insbesondere da es offenbar kein Einzelfall war, sondern mit System während wohl 10 Jahren oder mehr gemacht wurde. Allerdings muss auch die GL Verantwortung übernehmen; als Head haftet man nun einfach für alle Schäden welche durch die Mitarbeitenden verursacht werden
haha
diese aussagen kann ich fast nicht glauben?? also die ausrede ist, die können das nicht gewusst haben, weil sie doch nicht so blöd sind und das per email vereinbaren?
Soso der Herr Freimaurer-Grübel
Versucht die Schuld woanders hin zu schieben. Welch eine Überraschung...