Abgesagter Börsengang

26. April 2017 11:47; Akt: 26.04.2017 13:28 Print

Wieso kommt die Credit Suisse nicht zur Ruhe?

Kritik an den hohen Boni, Beerdigung des Börsengangs der Schweizer Bank: Bei der Credit Suisse geht es drunter und drüber. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

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Das Geschäft der Credit Suisse läuft wieder besser. Im ersten Quartal schrieb die Bank 596 Millionen Franken Gewinn. Im Vorjahresquartal resultierte noch ein Verlust von 302 Millionen Franken. Trotzdem brodelt es bei der Bank vor der Generalversammlung am Freitag. Was ist los beim Finanzinstitut? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Wieso bläst die CS den Börsengang ab?
Ursprünglich wollte die Bank das Schweizer Geschäft im zweiten Halbjahr 2017 teilweise an die Börse bringen. Dies hätte der Bank dringend benötigtes Kapital in die Kassen spülen sollen. Der Verwaltungsrat hat nun entschieden, auf einen Börsengang zugunsten einer Kapitalerhöhung zu verzichten. Die Bank begründet den Entscheid mit dem Hinweis auf eine grössere finanzielle Flexibilität. «Die Kapitalerhöhung erlaubt uns, weiter in attraktive Wachstumsfelder zu investieren, unsere Bilanz zu stärken und die Restrukturierungspläne umzusetzen», so CS-Chef Tidjane Thiam. Zweifel an der Umsetzung des Börsengangs gab es bereits im vergangenen Winter.

Wie viel frisches Geld braucht die CS?
Trotz des abgesagten Börsengangs braucht die Bank eine Kapitalerhöhung. Konkret möchte sich die CS am Markt vier Milliarden Franken besorgen, um die Debatte um eine zu dünne Kapitaldecke zu beenden. Das Polster beim Eigenkapital soll von derzeit 12,7 Prozent auf 13,4 Prozent steigen.

Wieso steht das Management der CS derart in der Kritik?
In den letzten zwei Jahren schrieb die Bank 5,7 Milliarden Franken Verlust. Im selben Zeitraum schüttete die Bank rund 6 Milliarden Franken Boni an die Belegschaft aus. Wobei vor allem die Zahlungen an das oberste Management für Kritik sorgten. CEO Tidjane Thiam beispielsweise erhielt noch vor Amtsantritt eine Ablösungsentschädigung von 14 Millionen Franken. Für das Geschäftsjahr 2016, in dem die Credit Suisse einen Verlust von 2,7 Milliarden Franken schrieb, soll Thiam mit gut 10 Millionen Franken entlöhnt werden.

Wie reagieren die Aktionäre?
Viele Aktionäre macht die Boni-Politik wütend. Sie wollen der Vergütungspolitik der CS an der Generalversammlung vom Freitag eine Abfuhr erteilen. Das Management erklärte sich daher bereit, auf 40 Prozent der variablen Entschädigungen zu verzichten. Es wird sich zeigen, ob dies den Aktionären reicht. Auch Bundesrat Johann Schneider-Ammann hatte sich kritisch über die sehr hohen Boni der CS-Manager geäussert und sie «eine Rücksichtslosigkeit» genannt.

Könnte es zu Rücktritten kommen?
Laut der «Financial Times» hat CEO Thiam mit dem Rücktritt gedroht, falls die Aktionäre den Vergütungsbericht mit den Löhnen fürs Management nicht akzeptieren sollten. Wie wahrscheinlich ein solcher Schritt wäre, ist aber unklar. Die Bank dementierte den entsprechenden Bericht.

Wie steht es um den Aktienkurs der CS?
Die Anleger reagierten positiv auf die vermeldeten Quartalszahlen und die Absage des Börsengangs. Am Mittwochvormittag lag das Wertpapier im Vergleich zum Vortag um gut 2,2 Prozent im Plus und notierte bei 15.65 Franken.

Mit Material der Agentur SDA.

(kwo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Zürcher Urs am 26.04.2017 12:03 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Mein gedanke

    Er will gehen? Wo will Thiam denn noch solch einem job finden bei dem ihm die Milliönchen nachgeschmissen werden für seine schlechte Arbeit.

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  • CS Kleinaktionär am 26.04.2017 12:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Führungswechsel...

    ...ist längst überfällig. Vor allem der VR Präsident U. Rohner soll von dannen ziehen. Unter seiner Präsidentschaft lief extrem viel schief. Aber wie sieht die Konsequenz aus? Ein höheres Salär / Bonis war die Konsequenz, weil er und sein Team, ach so gute und schöne Verluste eingefahren hatten.

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  • abc am 26.04.2017 12:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    über 10'000 Leute entlassen

    Letztes Jahr baute die CS 6'000 Leute ab. Dieses Jahr sollen es wieder 6'000 sein. Früher gingen auch Tausende. So kommt kurzfristig ein Plus zustande, jedoch stapelt sich die Arbeit! Viele Teams sind mit der Zeit HALBIERT worden. Statt einem Schweizer wird für eine Inderfirma das 3-fache bezahlt, damit der Inder in der Schweiz ist. Macht Sinn, oder? Die US-Tochter generiert nur Bussen. Die CS wird explodieren!

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Exilbanker am 28.04.2017 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Die CS kommt nicht zur Ruhe weil es sie noch gibt

    Die CS kommt nicht zur Ruhe weil es sie noch gibt. Sonst wäre Ruhe.

  • Sinan am 28.04.2017 06:50 Report Diesen Beitrag melden

    Swissair

    Zuerst hat man eine Fliegende Bank in den Konkurs getrieben, die Politik hat zugesehen. Und jetzt sieht man zu Credit Suisse bis genau das gleiche mit Credit Suisse passiert.Wieso macht die Politik nichts, die Medien lenken die Schweizer ab mit Trump und Erdogan. Die CEO sollen Verantwortung tragen, sie sollen auch gebüsst werden. Zahlen fälschen mit Entlassungen kann jeder Das Boni System funktioniert in der Schweiz so nicht.Ich mit Ausländischen wurzeln möchte das es der Schweiz gut geht. Der Bundesrat kann ja man auch eine Credit Suiss besuchen und kritisieren oder die Firma durchleuchten.

  • Bankenexperte am 27.04.2017 22:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Haifischflossen

    Die Credit Suisse hat Haifischflossen im Signet. Eine Frage der Zeit bis die sich CRedit Sharks nennt.

  • Cavi33 am 27.04.2017 22:39 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Glücksritter Banker Politiker

    Bei diesem Management und VR sollte das nicht verwundern. Glaube nicht dass in der nächsten Zeit eine markante Verbesserung eintritt.

  • m.h. am 27.04.2017 21:52 Report Diesen Beitrag melden

    Bekommen oder verdienen

    Banken sollten verboten werden. Manager bekommen Millionen kann mir einer erklären wie ein Manager das verdient? Ich behaupte nähmlich er verdient es nicht er bekommt es und zwar aus dem einen Grund wie im Fussball wo viel Geld im Spiel ist und man viel machen kann wird das Gesicht für die Öffentlichkeit (Fussballer, Manager bei Bank) gut bezahlt weil man damit noch viel mehr macht. Verdienen tut es keiner weiö niemand kann so viel mehr lernen, können und arbeiten damit der Lohnunterschied zum Normalarbeitenden mehrere Millionen oder nur schon eine Million sein kann. Bekommen und verdienen ist