Restrukturierung

03. September 2010 08:31; Akt: 03.09.2010 09:04 Print

Roche sucht bis Ende Jahr nach optimaler KurRoche sucht bis Ende Jahr nach optimaler Kur

Wegen gekürzter Gesundheitsbudgets und Rückschlägen bei Medikamenten greift der Basler Pharmakonzern Roche zum Rotstift. Details gibts später.

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Vor allem in den USA und in Europa machen die Behörden Druck auf die Medikamentenpreise. Roche reagiert nun mit einer Restrukturierung. Wieviele Stellen der Basler Pharma- und Diagnostikkonzern streicht, gibt er bis Ende Jahr bekannt. Bis dann sollen Strukturen und Prozesse auf Rationalisierungspotential abgeklopft sein.

Die Kostenträger im Gesundheitswesen investierten ihre knapper werdenden Ressourcen vermehrt in Therapien und Diagnosemethoden mit dem grössten medizinischen Nutzen, begründet Roche am Freitagmorgen das Sparprogramm. Der Kostendruck habe zur Folge, dass der Konzern die Prozesse zur Anpassung der Kostenstruktur und zur Produktivitätsverbesserung beschleunigen müsse.

Die Initiative «Operational Excellence» sei indessen nicht nur eine Kostensenkungsmassnahme, teilte Roche weiter mit. Es gehe auch darum, die richtigen Prioritäten zu setzen.

Alle Unternehmenseinheiten von Roche überprüfen nun in den kommenden Monaten ihre Strukturen und Prozesse. Die aus dieser Analyse folgenden Massnahmen sollen 2011 und 2012 umgesetzt werden. Wie das konkret aussieht und welche Auswirkungen es auf den Stellenbestand hat, will Roche vor Ende des laufenden Jahres bekannt geben.

Fokussierung auf Innovation

Wie das Communiqué Konzernchef Severin Schwan zitiert, startet Roche die Initiative aus einer Position der Stärke. Anders als bei vielen Konkurrenten liefen bei Roche nur wenige Patente ab. Zudem verfüge das Unternehmen trotz Rückschlägen in den vergangenen Monaten über eine starke Pipeline in Forschung und Entwicklung.

Die Ressourcen würden auf Investitionen in Innovationen fokussiert, die dem langfristigen Erfolg dienen. Den Ausblick für das Gesamtjahr 2010 bestätigte Schwan.

Mehrere Rückschläge bei Medikamenten

Roche musste jüngst einige Rückschläge bei der Zulassung von Medikamenten hinnehmen, was sich auf den Börsenkurs der Firma durchschlug. In den USA blockiert die Nahrungs- und Medikamentenaufsicht FDA offenbar aus formalen Gründen die Zulassung von Avastin zur Behandlung von fortgeschrittenem Brustkrebs. Avastin ist für Roche das wichtigste Medikament.

Einen weiteren Rückschlag musste Roche in Grossbritannien hinnehmen. Die britische Gesundheitsbehörde NICE hat Avastin zur Behandlung von fortgeschrittenem Darmkrebs weiterhin als zu teuer abgelehnt - trotz eines neuen Preisvorschlags von Seiten des Pharmakonzerns. Der Entscheid ist anfechtbar.

Roche hatte im ersten Halbjahr 2010 kräftig zugelegt. Die Basler steigerten den Umsatz um 3 Prozent auf auf 24,6 Mrd. Franken. Ihr Konzerngewinn legte gegenüber dem Vorjahressemester um satte 37 Prozent auf 5,6 Mrd. Fr. zu.

(sda)

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