Euro-Krise

25. Juni 2012 18:19; Akt: 25.06.2012 22:16 Print

Zypern muss unter den Rettungsschirm

Zypern hat Finanzhilfe von der Europäischen Union beantragt. Grund ist die enge Verflechtung mit der griechischen Wirtschaft. Zypern ist damit das fünfte EU-Land das Finanzhilfe benötigt.

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Zyperns Präsident Dimitris Christofias muss EU-Finanzhilfe für sein Land in Anspruch nehmen. (Bild: Keystone)

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Zypern flüchtet als fünftes Land unter den Euro-Rettungsschirm. Der Inselstaat bittet seine europäischen Partner um Hilfe aus den Krisenfonds EFSF oder ESM, wie die Regierung am Montag mitteilte. Als Begründung verwies Zypern auf die Auswirkungen der Griechenland-Krise.

Die Banken beider Länder sind stark miteinander verflochten. Kurz zuvor hatte die Ratingagentur Fitch die Kreditwürdigkeit Zyperns herabgestuft und auf Ramsch-Niveau gesetzt.

Zypern ist nach Griechenland, Irland, Portugal und Spanien das fünfte Euro-Mitglied, das ein Rettungsprogramm braucht. Die drittkleinste Volkswirtschaft im Währungsraum übernimmt am 1. Juli den EU-Ratsvorsitz. Die Entscheidung, unter den Rettungsschirm zu schlüpfen, war an den Finanzmärkten erwartet worden und galt zuletzt nur noch als Frage der Zeit.

Kreditwürdigkeit auf Ramsch-Niveau

Der zyprische Regierungssprecher Stefanos Stefanou hatte am Vortag gesagt, bei einem möglichen Antrag gehe es nicht nur darum, ob Zypern seine Banken retten könne, sondern auch um «notwendige Reformen, die durchgeführt werden müssen». Als Hauptproblem des Inselstaates gilt der eng mit den griechischen Geldhäusern verwobene Bankensektor.

Die Ratingagentur Fitch hatte die Kreditbewertung Zyperns von «BBB-« um eine Stufe auf nunmehr «BB » gesenkt. Damit rutscht die Bonitätsnote knapp in den Bereich der spekulativen Anlagen, die gemeinhin als Ramsch-Status bezeichnet werden. Zudem setzte die Agentur den Ausblick für Zypern auf «negativ». Damit ist in den kommenden Monaten eine weitere Herabstufung möglich.

EU begrüsst Gesuch

Der Vorsitzende der Eurogruppe, Jean-Claude Juncker, begrüsste das Hilfegesuch aus Zypern: «Die Eurogruppe wird den Antrag nun rasch untersuchen und Zypern eine formelle Antwort geben», erklärte Luxemburgs Premier am Montagabend.

Er erwarte nun, dass die 17 Euro-Länder der EU-Kommission und der Europäischen Zentralbank den Auftrag erteilen, Auflagen für die Hilfen auszuarbeiten. Dabei gehe es vor allem um den Finanzsektor - dieser ist eng mit den Banken des maroden Griechenland verflochten.

(sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Heidi Moser am 25.06.2012 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wer da nicht die Inflation erwartet...

    Ich will auch unter den Rettungsschirm... v.a. wenn mal irgendwann die Euros und Franken vor lauter Rettungsschrimen nix mehr wert sind! Man wird sehen...

  • Andrea S. am 25.06.2012 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenartig und gefährlich!

    Komisch: früher gab und brauchte es keine solchen "Rettungsschirme". Und alle haben überlebt! Da mixt irgendwer ganz ein eigenartiges Gebräu zusammen. Auf längere Sicht recht explosiv und gefährlich...

    einklappen einklappen
  • Ding Dong am 25.06.2012 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Rettungsschirm sondern Sonnenschirm

    Die Hitze macht die Leute faul. Einige Jahre Plätze tauschen mit den Nordländern.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Andrea S. am 25.06.2012 22:54 Report Diesen Beitrag melden

    Eigenartig und gefährlich!

    Komisch: früher gab und brauchte es keine solchen "Rettungsschirme". Und alle haben überlebt! Da mixt irgendwer ganz ein eigenartiges Gebräu zusammen. Auf längere Sicht recht explosiv und gefährlich...

    • Supermario am 26.06.2012 17:52 Report Diesen Beitrag melden

      Grösse ist entscheidend

      Rettungsschirme sind schon gut; nur blöd wenn beim Gewitter nicht mehr alle genügend Platz finden. Genauso ists auch geldmässig wenn zu viele "faul" werden gibts zuerst ein Gerangel und dann werden einige im Regen stehen bleiben (müssen). Hoffentlich nicht die Eidgenossen!

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  • federal reserve am 25.06.2012 22:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    warm anziehen

    ist bald gefragt. das weltwirtschaftssystem wird in nicht allzu ferner zukunft crashen wie 1929. nur wirds diesmal noch härter. die fetten zeiten sind (für europa) bald vorbei. geniesst das leben noch solange ihr könnt. es kommen harte zeiten auf uns alle zu, aber es ist auch eine chance um dieses völlig kranke system zu beenden.

    • Supermario am 26.06.2012 17:49 Report Diesen Beitrag melden

      Handeln nicht wahrsagen!

      Jeder der WEISS, wies rauskommt müsste eigentlich Vorkehrungen treffen (können), dass er steinreich und nicht mausarm aus der Pleite kommt. Hopp FED kauf endlich ein paar Puts oder ein paar Gramm Gold!

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  • Heidi Moser am 25.06.2012 22:19 Report Diesen Beitrag melden

    Wer da nicht die Inflation erwartet...

    Ich will auch unter den Rettungsschirm... v.a. wenn mal irgendwann die Euros und Franken vor lauter Rettungsschrimen nix mehr wert sind! Man wird sehen...

  • Christian am 25.06.2012 22:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zypern kann nicht rechnen

    Das Gute ist ja auch noch das Zypern nur 15% MwSt und 10 Köst (niedrigster Satz in der EU) fur Offshore Firmen verlangen. Würde diese normal besteuert werden, wäre dies nun nicht nötig.

  • Ding Dong am 25.06.2012 22:02 Report Diesen Beitrag melden

    Kein Rettungsschirm sondern Sonnenschirm

    Die Hitze macht die Leute faul. Einige Jahre Plätze tauschen mit den Nordländern.