Unverpackt-Läden

22. September 2016 05:47; Akt: 22.09.2016 07:56 Print

Einkaufen ohne Abfall – Trend erobert die Schweiz

von Isabel Strassheim - Einkaufen ganz ohne Verpackungen: Lebensmittel-Läden, in denen man die Ware in eigene Gefässe abfüllt, fassen in der Deutschschweiz Fuss.

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Der Unverpackt-Trend erreicht auch die deutschsprachige Schweiz: Spätestens im Frühling wird es in Zürich und Basel Läden geben, die Lebensmittel fast ausschliesslich offen verkaufen. Diesen Monat hat in Biel schon ein Unverpackt-Geschäft eröffnet: Wer Mandeln, Zucker oder Reis will, greift nicht zum Plastiksack im Regal, sondern füllt sich die Ware selbst in einen mitgebrachten Stoffbeutel, eine Box oder ein Glas ab (siehe Video).

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«Wir merken, dass die Sache gerade ins Rollen kommt und der Trend jetzt auch in die deutschsprachige Schweiz kommt», sagt Nathalie Bino zu 20 Minuten. Die Gründerin des Vereins Zero Waste Switzerland berät Unverpackt-Läden.

Nicht nur der Inhalt, die Verpackung ist entscheidend

In Unverpackt-Läden werden die Lebensmittel meist in grossen Glasbehältern angeboten. Aus ihnen wird die Ware dann herausgeschaufelt oder aber in einen Behälter oder Sack abgefüllt und dann zum Bezahlen abgewogen. Das Prinzip des Tante-Emma-Ladens lebt so wieder auf.

Die Geschäfte heben sich denn auch weniger durch ein besonderes Angebot von anderen ab, sondern durch die Verpackung – respektive deren Fehlen. Auch normaler Reis kann so trendig werden. «Wir haben viele Anfragen von Neueinsteigern, die einen Laden mit Offenverkauf eröffnen möchten», sagt Katharina Nüssli vom Grossisten Biopartner.

Ausser in Sitten, Genf und eben Biel gibt es in der Schweiz bislang nämlich noch keinen Laden, der komplett darauf setzt. In Frankreich, Deutschland und Italien ist dies dagegen schon weiter verbreitet.

Vermeiden statt Recyceln

«Wir bieten keine Fertiglösungen an, die Betriebe entwickeln ihre Konzepte für den Offenverkauf selbst», sagt Nüssli. Biopartner sei jedoch gerade dabei, ein entsprechendes Offenverkaufs-Sortiment weiterzuentwickeln.

In der Schweiz fallen laut Bundesamt für Umweltschutz pro Einwohner jährlich 730 Kilogramm Abfall an. Rund die Hälfte landet in der Verbrennungsanlage, die andere Hälfte wird getrennt und recycelt. Die Zero-Waste-Kampagne will über das Recycling-Konzept hinausgehen und ihn so weit wie möglich vermeiden.


Kaufen Sie die Milch in der eigenen Flasche beim Bauern oder das Brot im mitgebrachten Beutel beim Bäcker? Schreiben Sie uns Ihre speziellen Einkaufsarten an Wirtschaft@20minuten.ch.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Jane38 am 22.09.2016 06:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    firmen sind gefragt

    ich weis nicht ob es für familien sinn macht xig gefässe mit sich rumzutragen wen sie einkaufen gehen. besser wäre es wen die firmen ihre ware nicht mehr zig mal verpacken würden, und es dort anfängt mit müll zu sparen...

    einklappen einklappen
  • Polizist am 22.09.2016 07:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Sinnvoll? - Auf jeden Fall!

    Ich finde die Idee, welche es bereits schon früher gab, sehr sinnvoll. Wieso muss ich mit meiner Freundin zusammen zwei Kilo Packungen kaufen, wenn wir sowieso kaum die ganze Packung fertig brauchen können. Das Ganze sollte wieder mehr Einklang in den Schweizer Läden finden. Jene die weiterhin auf Packungen bestehen sollten meiner Meinung nach auch mehr bezahlen müssen. Ich bin nicht Grün und auch überhaupt gegen jeden Zwang, aber der Natur zuliebe sollten wir in dieser Hinsicht sicherlich schneller als der Rest der Welt voranschreiten und zeigen weshalb die Schweiz als innovativ gilt.

    einklappen einklappen
  • Chilena am 22.09.2016 06:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    dabei

    ich finde es superrr!endlich....hab gespannt gewartet wie lange es gehen würde!bin dabei

Die neusten Leser-Kommentare

  • sagamol am 22.09.2016 21:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Öko Wahn

    Bald nur noch Umweltschutzbeiträge zu lesen. Mir ist der ganze Fanatismus langsam zu blöd. Am besten verbieten wir das Leben, dann geht es der Umwelt viel besser. Die Umweltschützer können ja anfangen.....

  • ChrisT am 22.09.2016 11:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Trend! Erobert die Schweiz?!

    1 Laden in Biel und nächstes Jahr 1 in Zürich und 1 in Basel! Wow, wirklich an jeder Ecke ein Laden. Man kann sich alles schönreden.

  • Treo am 22.09.2016 09:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu viele niveaulose Leute

    Ich will das die Ware verpackt ist. Wenn ich sehe wieviel Leute ungepflegt sind und einfach in die offene Ware niesen, werde ich sicher nichts so kaufen.

  • [HazE]Büsi am 22.09.2016 09:42 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Pralinen

    Lindt Pralinen packung im Coop 15.95chf. 10 chf alleine ist die Verpackung aus Plaatik die wir bezahlen

  • [HazE]Büsi am 22.09.2016 09:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Liebe Mitmenschen

    Dann kommt weder im Coop noch Migros fragen wo man denn den Karton oder das Holzkistchen entsorgen könne. Ihr kriegt von mir weiterhin die Antwort: Kartonsammlung und Holz bei der Rewag. Nur weil ihr die Verpackungen nicht wollt, könnt ihr euren abfall trotzdem selber entsorgen! eine normale Holzkiste kommt nicht in den Hausabfall!