Umsatzrekord

16. Februar 2012 06:21; Akt: 09.05.2012 16:37 Print

ABB schraubt Gewinn auf 3,2 Milliarden Dollar

ABB beendet das Jahr 2011 mit einem Rekordquartal. Zu Beginn des neuen Jahres rechnet der Konzern aber mit Problemen.

Zum Thema
Fehler gesehen?

ABB hat 2011 von Investitionen in Stromnetze und in Industrieroboter profitiert: Der Energietechnik- und Automationskonzern erzielte Rekorde bei Umsatz und Auftragseingang. Der Reingewinn kletterte überproportional um 24 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar.

ABB-Chef Joe Hogan sagte an der Bilanzmedienkonferenz vom Donnerstag in Zürich, er sei angesichts des schwierigen Umfelds sehr stolz und zufrieden mit den Resultaten.

Der Jahresumsatz erreichte mit 37,99 Mrd. Dollar einen Rekordwert. In der Konzernwährung Dollar beträgt das Wachstum 20 Prozent. In Lokalwährungen und unter Ausklammerung von Übernahmen sind es 10 Prozent.

Kosten gesenkt

Durch Kostensenkungen sparte der Konzern 1,1 Mrd. Dollar ein. Damit wurden die um rund 970 Mio. Dollar gesunkenen Verkaufspreise mehr als kompensiert. ABB konnte die Kosten im Einkauf drücken und die Effizienz in den Arbeitsabläufen steigern. Zudem werden Stellen in Wachstumsmärkte verlagert, zunehmend auch in Forschung und Entwicklung.

Weltweit nahm die Zahl der Stellen um rund 10 000 auf 140 000 zu, hauptsächlich wegen Übernahmen, wie Personalchef Gary Steel der Nachrichtenagentur SDA sagte. Einen Einstellstopp habe ABB nicht beschlossen.

ABB will die Produktivitätsverbesserungen vorantreiben. Wie im November angekündigt, sollen die Kosten 2012 erneut um rund 1 Mrd. Dollar gedrückt werden. Der Margendruck halte im laufenden Quartal an, denn der Anteil der Aufträge in tiefmargigeren Märkten oder an tiefmargigen Produkten wie Transformatoren sei grösser.

Konzernchef Hogan rechnet jedoch nicht damit, dass dieser Trend im weiteren Jahresverlauf anhält. Die Unsicherheiten seien zwar in Europa wegen der Staatsschuldenkrise hoch. In Nordamerika sieht ABB dagegen Zeichen einer Erholung und China fokussiere sich wieder auf Wachstum.

Quartalsgewinn enttäuscht

Dennoch notierte die ABB-Aktie zu Börsenschluss um 3,6 Prozent im Minus. Enttäuscht zeigten sich Analysten bereits mit der Gewinnzunahme im Schlussquartal 2011 um 19 Prozent auf 830 Mio. Dollar. Sie hatten im Schnitt 949 Mio. Dollar erwartet. Bei Umsatz und Aufträgen übertraf ABB hingegen die Prognosen.

Die Auftragsbücher von ABB sind prall gefüllt: 2011 nahm der Bestellungseingang um 23 Prozent auf noch nie erreichte 40,21 Mrd. Dollar zu. Ein Wachstumstreiber waren verlustarme Stromübertragungssysteme.

Auf Expansionskurs

Auch die Nachfrage nach Industrie-Automation zog an. ABB verkaufte 16 000 Industrieroboter, je zu einem Drittel nach Asien und Europa. In der Division verzeichnete ABB im Schlussquartal einen Auftragszuwachs in Lokalwährungen von 49 Prozent. Dazu trug die Nachfrage nach Elektromotoren der amerikanischen Baldor Electric bei, die per Januar 2011 übernommen worden war.

Insgesamt hat ABB im vergangenen Jahr den Kauf von 8 Firmen für total 5 Mrd. Dollar angekündigt. Laut Hogan verfügt ABB in ihrem Sektor aber weiterhin über die beste Bilanz. Zusätzliche Geschäfte bringt der amerikanische Niederspannungsausrüster Thomas & Betts, welcher gemäss Ankündigung vom Januar für 3,9 Mrd. Dollar übernommen werden soll.

Um die Zuversicht zu untermauern, erhöht ABB die Dividende für 2011 gegenüber dem Vorjahr von 60 auf 65 Rappen pro Aktie. Da die Ausschüttung aus Reserven des Eigenkapitals geleistet wird, erhält die Schweiz darauf wiederum keine Quellensteuer.

(sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • richard malzacher am 16.02.2012 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    wertschöpfung statt -vernichtung

    schön, dass es aus der schweiz auch beispiele für erfolglose, saubere unternehmen gibt. die bankster allein würden unser land sonst völlig ruinieren...

Die neusten Leser-Kommentare

  • richard malzacher am 16.02.2012 08:27 Report Diesen Beitrag melden

    wertschöpfung statt -vernichtung

    schön, dass es aus der schweiz auch beispiele für erfolglose, saubere unternehmen gibt. die bankster allein würden unser land sonst völlig ruinieren...