Auf Swiss-Flug

12. November 2010 16:41; Akt: 12.11.2010 21:33 Print

Rowdy versucht Flugzeugtüre zu öffnen

von Adrian Müller - Kaum hatte der Flieger nach Mumbai abgehoben, brannten einem Swiss-Fluggast die Sicherungen durch. Die Crew musste den Asiaten mit Handschellen bändigen.

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Nicht immer verhalten sich die Fluggäste ruhig: Randalierende Passagiere sorgen immer wieder für Ärger an Bord. (Bild: Keystone)

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Wenige Minuten nach dem Start des Fluges LX 154 von Zürich nach Mumbai dreht ein Passagier durch: «Der Mann hat wie wild zu schreien begonnen und ist in der Business-Class auf und ab gelaufen», sagt Leser-Reporter L. E., der selbst im Airbus A330 gesessen war, am Telefon aus Mumbai zu 20 Minuten Online. Dann habe er sich kurzfristig wieder beruhigt.

Mit Handschellen an Sitz festgebunden

Aber nicht für lange. Rund zwei Stunden später habe das Geschrei wieder angefangen. «Plötzlich ist er auf eine Flugzeugtüre zugerannt und versuchte sie zu öffnen – mitten im Flug!» Passagiere und Crewmitglieder hätten sich auf den Asiaten gestürzt und ihn zu Boden gedrückt. «Die Leute in der Kabine waren schockiert und haben vor Angst gekreischt», so der Leser-Reporter. Flugbegleiter hätten den Mann schliesslich mit Plastikhandschellen auf einem Crew-Sitz festgebunden. «Der Typ war komplett verrückt», so L.E.

Swiss-Sprecher Jean-Claude Donzel bestätigt den Vorfall, der sich am Donnerstag ereignet hatte. «Unsere Crew hat den Mann in Mumbai der Polizei übergeben.» Die Swiss habe fast jeden Tag mit renitenten Passagieren zu kämpfen. «Oftmals sind solche Störenfriede stark betrunken», so Donzel. Darüber hinaus komme es noch immer relativ oft vor, dass sich Leute auf der Toilette Zigaretten anzündeten. Der letzte schwere Zwischenfall über den Wolken habe sich im Januar 2010 ereignet: «Damals musste eine Swiss-Maschine auf den Kapverdischen Inseln zwischenlanden, weil ein Passagier dermassen ausgetickt ist.»

Türen lassen sich nicht öffnen

«Es gibt zunehmend Probleme mit sogenannten verhaltensauffälligen Passagieren», sagt denn auch Martin Gaebges vom Airline-Verband Barig, der fast alle in Deutschland tätigen Fluglinien vertritt, dem «Focus». Vor allem auf der Langstrecke droht nicht selten Ärger, wenn sich Passagiere nicht anschnallen oder auf der Toilette rauchen. «Das kann zu einem erheblichen Sicherheitsproblem werden, wenn die Kippe in den Abfall geworfen wird.» Laut Donzel hingegen ist die Zahl der ausfälligen Passagiere stabil.

Inbesondere auf Flügen in Ländern der ehemaligen Sowjetunion sind Alkoholexzesse schon fast zur Routine geworden. Regelmässig berichten Moskauer Medien über Pöbeleien und Prügeleien in Flugzeugen. Im Mai 2009 randalierte gar der ehemalige ukrainische Innenminister Juri Luzenko am Flughafen Frankfurt dermassen, dass er aus dem Flugzeug abgeführt und verhaftet wurde.

Für alle Leute mit Flugangst noch ein Hinweis: Die Türen eines Passagierfliegers lassen sich während des Fluges wegen des Druckunterschieds auf keinen Fall öffnen.

Was haben Sie über den Wolken schon erlebt? Schreiben Sie Ihre Erlebnisse an feedback@20minuten.ch

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