Chaos beim Fahrdienst-Vermittler

20. März 2017 02:22; Akt: 20.03.2017 10:07 Print

Uber-Präsident steigt nach sieben Monaten aus

Der Fahrdienst-Vermittler kommt nicht zur Ruhe: «Meine Überzeugungen lassen sich nicht mit Uber vereinbaren», sagte Präsident Jeff Jones nach seinem abrupten Abgang.

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Kam als Hoffnungsträger zu Uber: Jeff Jones. (Archivbild) (Bild: AFP/Cindy Ord/Getty Images)

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Die Turbulenzen beim Fahrdienst-Vermittler Uber vertreiben einen Hoffnungsträger aus der Chefetage: Jeff Jones, die Nummer zwei hinter Chef Travis Kalanick, verlässt das Unternehmen nach weniger als einem Jahr.

Der Topmanager Jones, der auf dem Posten eines Präsidenten unter anderem für die Entwicklung von Mitfahrangeboten zuständig war, zeigte sich zum Abgang verärgert. «Es ist klar, dass die Überzeugungen und Ansätze, die meine Karriere bestimmt haben, nicht vereinbar sind mit dem, was ich bei Uber gesehen und erlebt habe», erklärte Jones dem Tech-Blog «Recode» am Sonntag.

Er kam vom US-Handelsgiganten Target, wo er Marketingchef war, zum umstrittenen Fahrdienst-Vermittler, um den nach einer Reihe von Skandalen angeschlagenen Ruf der wachstumsstarken einstigen Startup-Firma wieder zu verbessern. Uber nannte am Sonntag keine Gründe für Jones' Weggang.

Abgangs-Reigen setzt sich fort

Allerdings könnte eine Rolle gespielt haben, dass Uber in diesem Monat die Stelle eines Chief Operating Officers (COO) ausgeschrieben hatte, der das Unternehmen zusammen mit Vorstandschef Kalanick leiten soll. Jones war bisher für einige Aufgaben eines COO zuständig gewesen und galt Beobachtern als die Nummer zwei bei Uber hinter Kalanick. Nach dieser Ankündigung «kam Jeff zu der schweren Entscheidung, dass er seine Zukunft nicht bei Uber sieht», schrieb der Gründer und Chef in einer unter anderem vom Finanzdienst Bloomberg veröffentlichten E-Mail an die Mitarbeiter.

Video: Wie Schweizerinnen Uber benutzen

Jones' Abgang setzt eine Reihe von Spitzenmanagern fort, die das Unternehmen verlassen haben. Im vergangenen Monat wurde der hochrangige Technik-Experte Amit Singhal nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung bei seinem früheren Arbeitgeber Google gebeten, Uber zu verlassen. In diesem Monat stiegen der für Produkte und Wachstum zuständige Vizepräsident Ed Baker und der leitende Sicherheitsexperte Charlie Miller aus.

Der frühere US-Justizminister Eric Holder geht in einer firmeninternen Untersuchung Vorwürfen einer früheren Mitarbeiterin nach, Uber lasse sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz zu.

Gerüchte um Chefwechsel

Die BBC berichtete am Montag unter Berufung auf zwei informierte Quellen bei Uber, Kalanick könne sich vom Chefposten zurückziehen, sobald der neue Zuständige für das operative Geschäft gefunden sei. Kalanick gilt als treibende Kraft hinter der globalen Expansion von Uber - aber auch als polarisierender und aggressiver Manager.

Unterdessen verlässt am Monatsende mit dem Chef der Karten-Entwicklung und der Business-Plattform Brian McClendon noch ein Topmanager Uber. Er gehe aber ohne böses Blut und wolle in die Politik in seiner Heimat Kansas einsteigen, berichtete die «New York Times».

Vorwurf des Technologie-Diebstahls

Die Google-Schwesterfirma Waymo wirft Uber in einer Klage den Einsatz von Technologie vor, die ein ehemaliger Mitarbeiter gestohlen habe. Eine ehemalige Software-Entwicklerin beschrieb eine von Frauen-Diskriminierung geprägte Unternehmenskultur. Und Kalanick selbst geriet in die Kritik nach einem auf Video aufgezeichneten Streit mit einem Uber-Fahrer. Danach kündigte er an, einen Topmanager für das Tagesgeschäft zu suchen.

Uber, ein Vermittler von Fahrdienstleistungen in Privatwagen, gilt in Geschäftsdingen als rücksichtslos und aggressiv. Seit seinem Start in Europa vor fünf Jahren läuft das traditionelle Taxi-Gewerbe in mehreren Ländern Sturm gegen die neue Konkurrenz, die zahlreichen Ländern mit juristischen Hindernissen zu kämpfen hat.

(chk/sda)

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Werner T. am 20.03.2017 04:25 Report Diesen Beitrag melden

    Naja, was soll's

    Was dort drüben abläuft ist nicht wichtig, aber dass Uber in der Schweiz keine AHV-Beiträge ihrer Mitarbeiter abliefert ist von grosser Bedeutung! Wir brauchen keine solchen Systeme die sich auf Kosten anderer bereichern!

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  • Der Denker am 20.03.2017 05:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Staat nimmt die Aufgabe nicht wahr

    Wie lange geht es noch bis dass der Staat seine Aufgabe wahrnimmt ? So blauäugig kann man ja nicht sein und überall denken die sind anständig und lieb. Vertäuen ist gut Kontrolle nötig und wesentlich besser. Auch all die Handwerker welche mit D und PL Kennzeichen in der CH bezahlen sicher keine Steuern und Abgaben. Auch das alles bezahlen wir !

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  • Beobachter 73 am 20.03.2017 05:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gesetze umfahren

    Man kann halt nicht meinen man könne in die Schweiz kommen und die Gesetze umfahren. Die offizielen Taxi fahrer haben es nicht leicht. Darum muss man Ihnen das schwierige Business nicht noch erschweren.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Döme am 20.03.2017 13:20 Report Diesen Beitrag melden

    Bald...

    Kommen selbstfahrende Autos. Dann hat dieses Geschäftsmodell ohnehin ausgedient!

    • Zukunft am 20.03.2017 21:29 Report Diesen Beitrag melden

      ausgedient würde ich nicht sagen...

      Meines Erachtens ist Uber genau auf selbstfahrenden Autos ausgelegt. Doch Ubers Zeit steht noch vor uns. Betrachtet man die Kunden-Sofware analytisch und kombiniert man diese mit der Software der selbstfahrenden Dienste, entdeckt man die funktionierende Symbiose welche in keiner Weise auf Fahrer angewiesen ist. Das Geschäftsmodell Uber nutzt nur jetzt Fahrer bis sich Technik und gesellschaftliche Akzeptanz gefunden haben. . Die machen ihr Ding, so oder so.

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  • HeBuDi am 20.03.2017 09:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wenn ich Doris Leuthard wäre

    Das System Uber ist kundenfreundlich, dazu verstehen Sie es, unsinnige Gesetze zu umgehen. Besser wäre es, das Taxiwesen in den ÖV zu integrieren. Der Taxichauffeur erhält vom Staat ein bedingungsloses Grundeinkommen und von einem Taxi-Vermittler die Fahrtkosten++. Billiger dank weniger Leerkosten. So könnten sich mehr einen Taxi leisten und der Verkehrstau wird reduziert.

    • Miranda am 20.03.2017 16:32 Report Diesen Beitrag melden

      Taxifahrten von Steuerzahlern bezahlt?

      Der ÖV ist schon jetzt hinten und vorne nicht selbsttragend. Dass mit unseren Steuergeldern der ÖV unterstützt wird, kann ich noch gut heissen, geht auch um Umwelt etc. Aber dass mit unseren Steuergeldern die Taxifahrten subventioniert werden, so weit kommt es noch! Wer sich ein Taxi nicht leisten kann, soll gefälligst ÖV fahren. Übrigens sind das keine unsinnigen Gesetze sondern dienen der Personen & Strassen Sicherheit, sowie dem Arbeitnehmerschutz. Aber geiz ist nun mal geil, nicht wahr? Moderne Sklaverei scheinbar auch.

    • Laura am 20.03.2017 18:57 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @HeBuDi

      Frau Leuthard mit dem selbstfahrenden Tesla ist definitiv die falsche Adresse für ihre Uber-Idee... in paar Jahren haben sich beide (Taxi & Uber) erledigt...

    • HeBuDi am 20.03.2017 19:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Laura

      Wie kann ein selbstfahrender Tesla zwischen einem normalen, einem Frauen- oder einem Invalidenparkplatz unterscheiden ? Das ist ein Luftschloss.

    • Laura am 20.03.2017 22:40 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @HeBuDi

      Viele manuelle Fahrer wissen das auch nicht, oder es interessiert sie nicht! In paar Jahren wird der Tesla selbstlernend sein, das heisst: Er wird sich Informationen besorgen, falls er sie nicht kennt, verknüpfen mit anderem Wissen und anderen Teslas... und dann wird das Ding intelligenter im Strassenverkehr sein als sie und ich zusammen ;)

    • Marc R am 20.03.2017 22:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @HeBuDi

      Falsche Tatsache; Staat bezahlt bedingungsloses Grundeinkommen... Ist gerade umgekehrt, die Taxifahrer müssen Gebühren zahlen und diverse Prüfungen abschliessen und Staat, Gemeinde kassieren. Uber will das alles umgehen und kassiert einfach mit.

    • Steve am 21.03.2017 00:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Laura

      Die ganze Welt hat sich in ein paar Jahren erledigt

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  • Guschti Brösmeli am 20.03.2017 08:16 Report Diesen Beitrag melden

    Dinge der Unmöglichkeit

    Taxifahrer habens schon genug schwer. Mit solchen Methoden und Trickserei komplett Sozialleistungen umgehen zu dürfen, ist schlicht Unlauterer Wettbewerb. Der Eindruck erwacht, der Bundesrat geht schlafen.

    • webarch am 20.03.2017 12:25 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Guschti Brösmeli

      und wer nutzt die ftaxi fahrer aus? uber ist es nicht. sondern die wenigen besitzer der taxizentralen. wieso sollt uber arbeitnehmer beiträge zahlen? uber ist vermittler . lies lieber mal genauer, was uber macht. die wo sich nicht an die gesetze halten, sind dann eher die schweizer uber fahrer, die die entsprechenden prüfungen nicht machen und die entsprechenden sachen versteuern. jetzt muss keiner kommen, uber setzt alles fest. die fahrer machen dies freiwillig. sie melden sich freiwillig, sie setzen ihre freizeit freiwillig dafür ein. keiner dieser fahrer wird gezwungen. diese erhoffen sich halt einfach, nebenbei noch kräftig zu verdienen. also sich lieber beimden fahrern den schuldigen

    • Schwyzer am 20.03.2017 15:03 Report Diesen Beitrag melden

      Volle Verantwortung bei minimalem Lohn.

      Da ist Uber aber nur die Spitze des Eisberges. Ich kenne keinen Taxifahrer, der/die einen fairen Lohn für die Präsenz- und Fahrzeiten erhält. Jeder arbeitet auf Umsatzbeteiligung und wartet gratis auf den nächsten Gast. Die einzigen, welche am Geschäft verdienen sind die Taxizentralen, die SBB (für Standplätze), Garagisten, die Polizei (mit pingeligen Bussen) und die Gemeinden (für die Ausgabe von Lizenzen, welche das Angebot zu gross werden lassen).

    • U.S.A am 20.03.2017 23:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @webarch

      Alles freiwillig und super Nebenjob! Als Nebenbei klare aufbesserung der minimale Rente. Wiso am Staat Steuern bezahlen, Uber garniert super ab! Steuern und Gebühren können ja die Taxifahrer und deren Zentralle zahlen. Für den Herrn Uber-Präsidenten wirft ein anderer Jobangebot sicher mehr ab...

    • Steve am 21.03.2017 00:29 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @webarch

      Um zu überleben muss man etwas arbeiten, ausser man wird kriminell. Würde man den Kapitalismus ohne jeglichen Schutz spielen lassen, dann könnte man in den meisten Berufen nicht leben. Es gibt in sovielen Branchen Gesamtarbeitsverträge, wesshalb nicht in der Taxibranche. Taxizentralen bereichern sich und sind im Prinzip die Ur Ubers nur verlangen sie nicht ao horrende Gebühren wie 30 %.

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  • Hendrix am 20.03.2017 07:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    plötzlich sind sie schlecht..

    Ein negativer Uber Bericht und die Uber Sympathisanten bleiben für einmal still. Die hiesige Wirtschaft braucht Rückhalt. Lieber Erneuerungen in der Taxibranche einführen, anstelle dieses dubiose Geschäftsmodel von Uber sich etabilieren zu lassen. Übrigens, es ist nicht nur die AHV, da steckt noch viel mehr dahinter..

    • webarch am 20.03.2017 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Hendrix

      wieso still? die ganzen taxizentralen sind selber schuld, wenn sie konkurrenz aufbauen lassen. bei dem service und bei den preisen wo sie bieten, kann es einem wirklich schlecht werden. schlechter service, fahren absichtlich umwege um noch mehr von gästen abzuknöpfen. da muss man sich nicht wundern. aber eines ist klar, konkurrenz kann weh tun, wenn man selber nicht fähig ist, seine kunden an sich zu binden

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  • Tiii am 20.03.2017 07:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Über

    Ich ferste nicht tausente über ilegale fahrer alse schfarz geld kasiren nix zalen und das pasiert in zürich nucht zum klauben welche minister hat miljonen kasirrt