US-Notenbank

14. Februar 2017 22:33; Akt: 14.02.2017 22:56 Print

Zinserhöhung in Sicht

US-Notenbankchefin Janet Yellen hat die Finanzmärkte auf eine baldige Zinserhöhung eingestimmt. In die Karten schauen lässt sie sich dennoch nicht.

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«Es könnte zu signifikanten Änderungen in der Wirtschaftspolitik unter Trump kommen»: US-Notenbankchefin Janet Yellen. (14. Februar 2017) (Bild: Keystone)

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US-Notenbankchefin Janet Yellen hat die Finanzmärkte mit klaren Signalen auf bald steigende Zinsen vorbereitet. Ein solcher Schritt nach oben sei unter gewissen Bedingungen auf einer der nächsten Sitzungen «wahrscheinlich angebracht», sagte Yellen vor dem Bankenausschuss des Senats.

Dazu müssten sich der Arbeitsmarkt und die Inflation im Einklang mit den Erwartungen der Zentralbank Fed entwickeln. Es sei aus ihrer Sicht unklug, die Straffung zu lange hinauszuzögern, sagte sie bei ihrem ersten Auftritt vor dem Kongress seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump.

Viele Experten erwarten allerdings, dass die Notenbank die Zügel noch nicht im März anzieht, sondern bis Juni damit wartet. Dann dürften sich die Auswirkungen der Haushaltspolitik Trumps auf die Wirtschaft besser abschätzen lassen.

Yellen will «mehr Klarheit»

Yellen liess sich vor dem Ausschuss nicht in die Karten schauen: «Ich kann nicht sagen, ob die Erhöhung im März oder Juni kommen wird.» Der neue Präsident plant radikale Steuersenkungen und Investitionen in Billionenhöhe. «Es könnte zu signifikanten Änderungen in der Wirtschaftspolitik unter Trump kommen», so Yellen.

Daher halte sie es für geboten, sich zunächst «mehr Klarheit» darüber zu verschaffen. Dies sei zumindest einer der Faktoren, der bei den geldpolitischen Entscheidungen zu berücksichtigen sei.

Nicht zu lange Warten

Angesichts der herrschenden Vollbeschäftigung sei kein zögerlicher Kurs der Fed angebracht: «Wir müssen aufpassen, dass der Arbeitsmarkt nicht zu eng wird.» Die USA hatten zu Jahresbeginn einen wahren Stellenboom erlebt. Unter dem Strich kamen im Januar 227'000 neue Jobs hinzu. Die Erwerbslosenquote liegt bei 4,8 Prozent, womit das Fed-Ziel Vollbeschäftigung als weitgehend erreicht gilt.

Die Notenbank hatte den Leitzins Ende 2016 auf das aktuelle Niveau von 0,5 bis 0,75 Prozent angehoben. Angesichts der rund laufenden Wirtschaft peilt sie drei Erhöhungen für 2017 an. Viele Investoren erwarten, dass die Politik Trumps die Konjunktur zusätzlich befeuert.

Da die Fed noch im Unklaren über die Stärke der Schubwirkung sei, müsse sie einen geldpolitischen «Blindflug» wagen, betonte Ökonom Shilen Shah vom Finanzhaus Investec Wealth & Investment. Eine Reuters-Umfrage unter 58 Ökonomen ergab, dass die Experten eine Zinserhöhung im Frühjahr und eine weitere im Winter erwarten. Zum Jahresende dürfte der Leitzins dann in einer Spanne zwischen 1,0 und 1,25 Prozent liegen.

Heisses Eisen Fed-Bilanz

Yellen sagte vor dem Ausschuss, das amerikanische Finanzsystem sei viel widerstandsfähiger als früher. Vor Ausbruch der weltweiten Finanzkrise in den Jahren 2007/08 war die Bilanz der Fed mit 800 Milliarden Dollar noch vergleichsweise überschaubar.

Mit dem massiven Ankauf von Staatsanleihen und Hypothekenpapieren haben die Währungshüter die Konjunktur wieder flottgemacht, ihre Bilanzsumme dabei allerdings auf 4,5 Billionen Dollar in die Höhe getrieben. Die Fed hält ihr Portfolio seit längerem auf diesem Niveau konstant, da sie Einnahmen aus auslaufenden Anleihen wieder in neue Papiere investiert.

Yellen kündigte an, dass dieses heisse Eisen nun bald angepackt wird: Der Bilanzabbau soll in den kommenden Monaten zum Thema im Fed-Führungsgremium werden. Letztlich werde es künftig darauf hinauslaufen, dass die Investitionen in neue Papiere schrittweise zurückgeführt und letztlich eingestellt würden, prophezeite Yellen.

Die Bilanzsumme werde daher voraussichtlich in der Zukunft «deutlich geringer» als jetzt sein. Der US-Währungshüter Jeffrey Lacker sprach sich unterdessen dafür aus, den Bilanzabbau radikaler anzugehen und Papiere abzustossen: «Das sähe ich gerne noch dieses Jahr», sagte Lacker, der als Vertreter einer ausgesprochen straffen geldpolitischen Linie gilt.

(woz/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Minnie Mouse am 15.02.2017 07:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Seltsames Foto

    Also wenn ich diese Frau so ansehe, habe ich das Gefühl, einer Wahnsinnigen in die Augen zu schauen!

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  • Peter Ello am 15.02.2017 00:49 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Fear of the dark

    Cool ... nur noch länger zuwarten. Das kommt dann Fantastisch bei 10% Inflation und einem Dow Jones bei 40000 Punkten. Bleibt nur zu Hoffen, dies sei auch unserer Pensionskasse bewusst, welche in den US$ geht

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  • Igel am 15.02.2017 07:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EU Träume sind schäume

    Die Amerikaner können sich das wohl leisten. Nur die EZB bleibt auf dem Boden. Diese kann es sich wegen der Maroden EU übergaupt nicht leisten den Zinsatz zu erhöhen. So muss die SNB gleichziehen um die Spirale nach unten nicht schneller drehen zu lassen.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Miki Jac am 16.02.2017 10:57 Report Diesen Beitrag melden

    Nicht relistisch

    Das ist nicht realistisch. USA hat eine Schuld um 20 000 Milliarden Dollar. Eine Zinserhöhung zum 3 % würde USA Bankrott machen. Das ist nur ein Spiel. Vielleicht ein Zinserhöhung zum 0.50 % , für eine kurze Zeit. Später zurück zum 0.25%. Es gibt keine Möglichkeiten für eine richtige Zinserhöhung mit einer so grosse Schuld .

  • Politikverdrossener am 16.02.2017 09:23 Report Diesen Beitrag melden

    Wie lange kann Draghi dagegen halten?

    Wie lange kann Draghi sich dagegen stemmen, wenn das FED die Zinsen erhöht? Hochverschuldete Volkswirtschaften wie Griechenland werden einen Zinsanstieg extrem schlecht verkraften (über 300 Mia. Schulden). Da ist klar was ein Zinsanstieg bedeutet. Andere Länder in der Eurozone sehen auch nicht besser aus. Erleben wir schon bald das Ende dieses von Politikern ausgedachten Konstruktes?! Die nächste Eurokrise ist so sicher wie das Amen in der Kirche! Vielleicht bricht sie vor der Wahl in DE aus und Mutti Angie kann mit dem Wahlzettel den Bürgern gleich eine gesalzene Rechnung präsentieren!

  • Juraviper am 16.02.2017 08:41 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zinserhöhung

    Fehlt nur noch die Katze auf der Schulter und die berühmte Glaskugel. Dann könnte sie die ganze Welt verzaubern.

  • Sparfuchs Aargau am 16.02.2017 05:24 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    EZB nachziehen?

    Nun stellt sich die frage ob die EZB nachziehen wird. Diese Woche konnten wir lesen in allen EU Ländern habe die Wirtschaftsleistung angezogen was ein klares Zeichen richtung Zinserhöhung wäre! Dadurch könnte auch die SNB ihre schädliche Negativzinsphase beenden!

  • L T am 15.02.2017 22:21 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Die Hypothekenzinsen werden explodieren

    Habe keine Ahnung von Geldpolitik, trotzdem ahne ich böses Erwachen Betreff Hypothekar Zinsen in den nächsten Jahren. Glaube den Analytiker das mit den bleibenden tiefen Zinsen nicht. Gottseidank bin ich beim Kauf des Eigenheims von 6% ausgegangen und Profitiere jetzt die nächsten 10 Jahre mit 1.3%

    • Supermario am 16.02.2017 09:59 Report Diesen Beitrag melden

      Die Frage ist nur wann

      Das mit der Zinswende sagt "man" nun halt eben schon seit 5 Jahren. Die Zinsen werden irgendwann mit Sicherheit wieder steigen, wann dies geschieht weiss allerdings nicht mal Mike Shiva. 10 Jahre Festhypothek zu 1.3% p.a. ist jedenfalls mit Sicherheit eine gute Sache!

    • Sparfuchs Aargau am 17.02.2017 05:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @L T

      Die Hypozinsen werden sicher wieder steigen. Wir haben glücklicherweise auch gleich 10 Jahre angebunden zu 1.37%. Somit haben wir 10 Jahre Luft für die Amortisation.

    • Herrcooles am 17.02.2017 05:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Sparfuchs Aargau

      Seien Sie da nicht mal zu sicher! Es kommt Arbeitslosigkeit

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