Mindestkurs festgelegt

06. September 2011 10:03; Akt: 06.09.2011 14:29 Print

SNB-Entscheid treibt Eurokurs massiv hoch

Die Schweizerische Nationalbank koppelt den Franken an den Euro. Sie legt einen Mindestkurs von 1.20 Franken pro Euro fest. Der Eurokurs reagiert schlagartig.

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Breite Beachtung: Das Fangnetz der SNB für den Eurokurs nach unten findet im Ausland grosse Beachtung. (Bild: Keystone)

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Was in den letzten Wochen von verschiedenster Seite gefordert wurde, ist nun eingetreten: Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat einen Mindestkurs für den Franken festgelegt. Dieser liegt bei 1.20 Franken, wie die SNB am Dienstag mitteilte.

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Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat einen Mindestkurs von 1.20 Franken für den Euro festgelegt. Der Markt reagierte schlagartig, der Franken schwächte sich massiv ab. Die Exportwirtschaft freuts - und Sie, freuen Sie sich auch über die Abschwächung des Frankens?
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Unmittelbar nach der Ankündigung schoss der Eurokurs in die Höhe. Nachdem der Euro bereits vor der Ankündigung innert einer Stunde über einen Rappen teurer wurde, notierte der Eurokurs um 14.30 Uhr bei über 1.2031 Franken. Am Morgen hatte der Wechselkurs bei unter 1.11 Franken gelegen.

Rekordanstieg

Die SNB überraschte die Finanzmärkte mit ihrer Ankündigung offensichtlich. Der Kurs der europäischen Einheitswährung zum Franken schnellte unmittelbar nach der Veröffentlichung des SNB- Communiqués um 10 Uhr hoch. Der Euro katapultierte sich von 1.11 Franken auf die gewünschten 1.20 Franken.

Ein Kursanstieg von 10 Rappen in nicht einmal einer Stunde ist einer der grössten Kursausschläge seit Bestehen der europäischen Einheitswährung. Das Tageshoch des Umtauschkurses lag bei 1,2162, einen Wert, den der Euro zuletzt Anfang Juli hatte.

Am eigentlichen Grund für die Stärke des Frankens gegenüber dem Euro habe sich allerdings grundlegend nichts geändert, warnten Markteilnehmer: Weil die Euro-Schuldenkrise weitergehe, komme es nun vor allem drauf an, wie entschlossen die SNB ihr Ziel verteidige, hiess es.

Nationalbank behält sich weitere Schritte vor

Zur Durchsetzung des gesetzten Kurszieles sei die SNB bereit, unbeschränkt Devisen zu kaufen, hiess es am Dienstag in der Mitteilung. Allerdings sei der Franken auch bei einem Eurokurs von 1.20 hoch bewertet und sollte sich über die Zeit weiter abschwächen, schrieb die SNB weiter. Falls die Wirtschaftsaussichten und die deflationären Risiken es erforderten, werde die Nationalbank weitere Massnahmen ergreifen.

Auch der Dollar reagierte schlagartig auf die Ankündigung der Nationalbank. Der Kurs notierte kurz vor elf Uhr bei 0.8486 Franken. Am Morgen hatte der Kurs noch bei unter 80 Rappen gelegen. Um 14.30 Uhr lag der Dollar bei 0.8557 Franken.

Die Börse reagierte positiv auf die Ankündigung der Nationalbank, einen Mindestkurs für den Euro festzulegen. Um 14.30 Uhr notierte der SMI rund 3,7 Prozent im Plus. Der Schweizer Leitindex machte damit den Verlust vom Montag nahezu wieder wett.

(jam/sda)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • No S.N.B. am 06.09.2011 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    SFr.-0

    wie ruiniert man eine Währung?!? fragt einfach bei der SNB nach...die kleine Schweiz kann den Schlammasel von nebenan nicht steuern...tzzzz

  • Jan Janssen am 06.09.2011 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Weg vom Euro!

    In Holland wollen sie weg vom Euro und Ihr Koppelt den Franken an den Euro. Balt seit Ihr genau so Pleite wie der Rest der EU.

  • Henry V am 06.09.2011 13:12 Report Diesen Beitrag melden

    Eingreifen ist und war richtig

    Eine Reaktion musste ja kommen. Ob sie richtig oder falsch ist, mag ich nicht beurteilen, das wird die Zeit dann zeigen. Tatsache ist jedoch, dass wir ohne ein Eingreifen der SNB künftig massive Abstriche machen müssen. Am besten konnte ich das an meiner 3. Säule beobachten: die schönen 14% Rendite der letzten 10 Jahre sind nun auf eine schwarze 0 geschrumpft. Wenn ich nur daran denke, dass dies mit all den Pensionskassen-Guthaben in ähnlicher Weise geschieht, dann gute Nacht! - An alle, die hier an der SNB herumnörgeln: Wirtschaft heisst nicht nur, am Stammtisch sitzen!

Die neusten Leser-Kommentare

  • Daniel Dvoracek am 07.09.2011 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Steuern gesamthaft einfrieren etc. 3

    Vielleicht sollte man die Saläre der SNB Spitze gemessen an der Kaufkraft des Schweizer Frankens angleichen - mit Hebelwirkung - Wenn die Kaufkraft von Herrn und Frau Normalbürger um 20% geschwächt wird, sollte man vielleicht auch die Säläre der SNB Manager um 20% reduzieren - so dass sie nicht nur den Verlust der Kaufkraft spüren (was bei einem Salär von vermutlich mehreren 100'000 Franken kaum ins Gewicht fällt) sondern damits denen auch wehtut...

  • Jan Janssen am 06.09.2011 17:36 Report Diesen Beitrag melden

    Weg vom Euro!

    In Holland wollen sie weg vom Euro und Ihr Koppelt den Franken an den Euro. Balt seit Ihr genau so Pleite wie der Rest der EU.

  • Nachdenker am 06.09.2011 17:31 Report Diesen Beitrag melden

    eine gute Chance vertan

    Und weiter geht es wie bisher denn die Rechnung zahlt ja dann wie immer, natürlich die anderen! Wer denn sonst? Merke wer nich laut genug jammert ist selber schuld.

  • teuro am 06.09.2011 17:15 Report Diesen Beitrag melden

    Gratis-Geld !!!

    Warum kommentiert niemand diese konkrete Nachricht? Sind denn alle blind oder von allen guten Geistern verlassen? Die Tatsache: Schweizer Banken haben heute morgen Geld verschenkt, und zwar richtig viel! Was konnte man (und hat man) getan: CHF cash am Wechselautomaten in EUR umgetauscht zu ca. 1.13 und (ich komme immer noch nicht aus dem Staunen) am Schalter zu ca. 1.18 wieder in CHF umgewandelt. So was hab ich noch nie gesehen!

  • No S.N.B. am 06.09.2011 17:08 Report Diesen Beitrag melden

    SFr.-0

    wie ruiniert man eine Währung?!? fragt einfach bei der SNB nach...die kleine Schweiz kann den Schlammasel von nebenan nicht steuern...tzzzz