Das Geschäft mit dem Krieg

23. Dezember 2009 16:46; Akt: 23.12.2009 17:10 Print

Die grössten Waffenhersteller der WeltDie grössten Waffenhersteller der Welt

Im vergangenen Jahr betrugen die weltweiten Ausgaben für Militärwaffen astronomische 1464 Milliarden Dollar. Das ist fast doppelt so viel wie im Jahr 2002 und mehr als das Vierfache des Schweizer Bruttoinlandprodukts. 20 Minuten Online zeigt, welche Unternehmen am stärksten von Krieg und Landesverteidigung profitieren.

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Boeing ist der grösste Waffenhersteller der Welt. Dies geht aus dem aktuellen Jahrbuch des Stockholm International Peace Research Institut (SPIRI) hervor. Demnach machte das US-Unternehmen im Jahr 2007 mit Waffenverkäufen einen Umsatz von 30,5 Milliarden Dollar. Boeing stellt unter anderem die «C-17 Globemaster» her (siehe Bild). Das Flugzeug transportiert einen Grossteil der Truppen der USA, Grossbritanniens und Australiens. Neben Transportern baut Boeing auch Jagd-, Kampf- und Tankflugzeuge sowie Bomber. So stammt etwa auch die F/A-18, welche in der Schweizer Luftwaffe im Einsatz ist, von Boeing (1997 hat Boeing den ursprünglichen Hersteller McDonnel Douglas übernommen). Daneben produziert der Konzern Waffensysteme, Raketen und Helikopter. Der Britische Konzern BAE Systems ist der grösste Rüstungskonzern Europas und der zweitgrösste weltweit. Insgesamt machten die Waffenverkäufe von BAE im Jahr 2007 29.9 Milliarden Dollar aus. Das unternehmen beschäftigt rund 100'000 Mitarbeiter. Diese bauen beispielsweise das Atom-U-Boot «HMS Astute», welches Mitte November zu Testzwecken zum ersten Mal in See stach. Das Unterseeboot ist unter anderem mit einer Tarnkappentechnologie ausgerüstet. BAE entwickelt und produziert daneben Aufklärungs- und Kampfflugzeuge, lasergesteuerte Bomben, Panzer, Raketensysteme und Feuerwaffen. Den dritten Rang unter den grössten Waffenhersteller der Welt belegt Lockheed Martin. Im militärischen Bereich setzt der amerikanische Konzern 29,4 Milliarden Dollar um (Stand: 2007). Lockheed Martin erhielt im Jahr 2001 den Auftrag für das grösste Kampfflugzeugprogramm der Nachkriegszeit, dem «Joint Strike Fighter». Resultat der Entwicklungen ist die als «Tarnkappen-Mehrzweckkampflugzeug» bezeichnete «F-35 Lightning II» (Bild). Bestellt sind weltweit über 3000 Flugzeuge der F-35-Serie. Mehr als 2000 davon sind für die US-Air Force und –Navy vorgesehen. Neben Militärflugzeugen stellt Lockheed Martin diverse Raketen her, die unter anderem mit Nuklearsprengköpfen ausgerüstet werden können. Nummer Vier unter den Top Ten ist Northrop Grumman mit einem Umsatz von 24,6 Milliarden. Zu den bekanntesten Rüstungsprodukten des US-Unternehmens gehört der Tarnkeppenbomber «B-2 Spirit». Die B-2 gilt als das bei weitem teuerste Kampfflugzeug der Welt und war ursprünglich als Atomwaffenträger konzipiert. Als solches hätte es im Konfliktfall die sowjetische Luftabwehr umgehen sollen. Neben der B-2 ist Northrop Grumman für die unbemannte Aufklärungsdrohne «RQ-4A Global Hawk» oder die nuklearbetriebenen Flugzeugträger der «Nimitz-Klasse» bekannt. Die Trägerschiffe gelten als die grössten Kriegsschiffe der Welt und kosten über 6 Milliarden Dollar. Platz Fünf belegt mit General Dynamics erneut ein US-Rüstungskonzern. Das Unternehmen macht laut SPIRI einen Jährlichen Umsatz von 21,5 Milliarden Dollar. General Dynamics stellt unter anderem Zerstörer der «Arleigh-Burke-Klasse» her. Die Baureihe erlangte durch den Bombenanschlag auf die «USS Cole» im Jahr 2000 breite Bekanntheit. General Dynamics ist daneben für die Produktion des gefürchteten Kampfpanzers «M1 Abrams» sowie für diverse U-Bootklassen verantwortlich. Beispelsweise die legendäre, gegen Ende des Kalten Kriegs entworfene «Seawolf». Auf Rang sechs liegt mit Raytheon wiederum eine US-Firma. Sie machte 2007 einen Umsatz von 19,5 Milliarden Dollar. Raytheon stellt insbesondere militärische Gerätschaften mit komplexer Steuerung her. Dazu zählen das Flugabwehrsystem «Patriot» (Bild) sowie andere Raketen wie die «Sidewinder», Torpedos und Marschflugkörper. Ausserdem stellt Raytheon Radar-Systeme für eine breite Palette von Kampfflugzeugen her. Die European Aeronautic Defence and Space Company, besser bekannt unter dem Akronym «EADS» belegt mit einem Umsatz von 13,1 Milliarden Platz sieben unter den grossen zehn Waffenherstellern. Das Unternehmen ist vor allem bekannt für deren grösste Division, den Passagierflugzeughersteller Airbus. EADS stellt aber unter anderem auch Truppentransportflugzeuge oder den «Eurofighter» her. Eine weitere militärische Perle von EADS ist der «Tiger» (Bild) von «Eurocopter». Die Gesellschaft ist der weltgrösste Hersteller von Hubschraubern. Auf Platz acht folgt L-3 Communications. Das Unternehmen stellt unter anderem Kommando- und Kommunikationssysteme sowie Trainingsapparate her. Mit solchen und anderen Produkten macht das Unternehmen einen Umsatz von 11,2 Milliarden Dollar. Das Bild zeigt einen Flugsimulator mit 360-Grad-Sichtfeld und HD-Auflösung, für dessen Einsatz 120 Computer und bis zu 18 Videobeamer benötigt werden. Platz neun erreicht die Italienische Firma Finmeccanica. Sie entwickelt und baut unter anderem Flugzeuge, Hubschrauber, Raketen oder Torpedos. Insgesamt setzte Finmeccanica im Jahr 2006 9,9 Milliarden Dollar um. Das Italienische Ministerium für Wirtschaft und Finanzen besitzt einen Anteil von rund einem Drittel an Finmeccanica. Der zehntgrösste Waffenhersteller stammt mit Thales aus Frankreich. Das nach einem griechischen Naturphilosophen benannte Unternehmen machte 2007 einen Umsatz von 9,4 Milliarden Dollar. Auf dem Bild sieht man das von Thales hergestelltes Mörser-System «2R2M». Weitere Produkte im Portfolio von Thales umfassen Flugzeugträger, Simulatoren für Panzer oder Flugzeuge sowie diverse Upgrades für Helikopter oder Kampfjets.

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(scc/ahi)

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