Messaging-App iO

17. Mai 2017 11:05; Akt: 17.05.2017 13:20 Print

Swisscom stampft Whatsapp-Verschnitt ein

Nach vier Jahren wird die Schweizer Messaging-App iO aus dem Verkehr gezogen. Der Digital-Chef der Swisscom erklärt die Gründe.

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Mit grossen Hoffnungen gestartet: Die neue Messaging-App wird im Juni 2013 vorgestellt. (Archiv) (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

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Im Sommer 2013 lancierte die Swisscom ihre Messaging-App iO. Damit konnte man neben Textnachrichten auch mit anderen Usern der App telefonieren – ein Service, den Konkurrent Whatsapp zu jenem Zeitpunkt noch nicht geboten hatte.

Nun kündigte der Telekommunikationskonzern das Aus von iO an. Die Nutzer der App erhielten heute eine Nachricht mit folgendem Inhalt: «Danke für deine langjährige Treue zu iO. Wir haben uns jedoch entschieden, den Service per 31. August 2017 einzustellen.»

Roger Wüthrich-Hasenböhler, Digital-Business-Chef der Swisscom, erklärt die Gründe für das Ende von iO. «Als wir vor vier Jahren starteten, war Whatsapp schon relativ gut etabliert. Unser Ziel war allerdings, Messaging und Telefonie ins herkömmliche Netz in einer App zu verbinden.» Als Whatsapp 2015 mit einer Telefonie-Funktion nachzog, sei dieses «Differenzierungsmerkmal» bei iO weggefallen.

Da gerade im Bereich Messaging die Kunden meist nicht mehrere Apps nutzten, sei es sehr schwierig als Schweizer Unternehmen gegen den Hauptkonkurrenten aus den USA anzutreten, sagt Wüthrich-Hasenböhler weiter. «Die Kunden konzentrieren sich primär auf das heute zu Facebook gehörende Whatsapp.»

Rund zehn Arbeitsstellen betroffen

Der Digital-Chef bedauert, dass es bis heute keine europäische Antwort auf Facebook, auf Twitter oder Youtube gibt, «aus wirtschaftlichen Gründen, weil so gigantische Summen aus Europa abfliessen, die hier viele Arbeitsplätze schaffen könnten.»

Von der iO-Schliessung sind rund zehn Swisscom-Stellen betroffen. Für die Mitarbeiter werde eine interne Lösung gesucht, sagt Wüthrich-Hasenböhler, in Einzelfällen könne es auch zu Kündigungen kommen. Dafür bestehe aber ein Sozialplan, betont er.

(chi)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Spaniel am 17.05.2017 13:18 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schwieriger Wechsel

    Es ist sehr schwierig auf andere Systeme zu wechseln - alles ist auf WatsUp fixiert. Meist will der Freundeskreis nicht wechseln auch wenn es bessere Lösungen gibt.

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  • Konrad am 17.05.2017 14:41 Report Diesen Beitrag melden

    Siroop next

    Als nächstes wird Siroop eingestampft, war von Anfang an eine kläglicher und verwirrter Versuch im eCommerce Fuss fassen zu können. AAAAber, es wird dann natürlich nicht als "Fail" deklariert sonder mit irgend einer Pressmitteilung in Coop@Home integriert...

  • Geissenpeter am 17.05.2017 14:46 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    schade

    alles kommt aus den USA.. Google, FB, Whatsapp, Tesla... was machen wir falsch?

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Ronny C. am 17.05.2017 19:15 Report Diesen Beitrag melden

    Ich verstehe es nicht

    Das war wohl vor der Schreiben der ersten Code-Zeile klar, dass dies ein Flop wird. Genau so wie Twint oder wie dieses belanglose und ungefragt auf den Markt gemurkste Bezahlsystem heisst. Die mickrige Swisscom will es hier mit den mächtigsten und reichsten Firmen der Welt aufnehmen, das kann ja nichts werden. Wieder Millionen in den Sand gesetzt, aber dieser Konzern ist wie VW, die Kunden bleiben durch eine Art Stockholm-Syndrom dem Laden treu.

  • Karl am 17.05.2017 18:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Swisscom verlocht Millionen

    Immer schön Steuergelder verlochen. Was hat Swisscom bisher fertig gebracht? Seit dem Tod von Schloter hat man nur Verwaltet und hunderte von Millionen für Cloud ausgegeben, was bei Grosskunden nicht funktioniert.

    • Sioux am 17.05.2017 20:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Karl

      Häm welche Steuergelder gibt es dafür eine Erklärung arbeite nicht bei Swisscom.

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  • User am 17.05.2017 18:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zufall?

    Am 31.8 wird IO abgestellt (verschlüsselt) und am 1.9 tritt das NDG in der Schweiz in Kraft. Ist das ein Zufall, oder möchte man die Massenüberwachung möglichst auf ein paar wenige Messenger (teil-oder unverschlüsselt) konzentrieren? Hm..

  • Bronco Bamma am 17.05.2017 16:49 Report Diesen Beitrag melden

    Sehr schade

    Schade eigentlich. Ich benutze die App sehr oft über WLAN im Ausland um kostenlose Gespräche im Schweizer Netz zu führen. Wüsste grad keine Alternative ...

  • THINK am 17.05.2017 16:32 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schade

    Dann bleibt nur noch Threema. WhatsApp? Nein Danke.

    • fränzi am 17.05.2017 19:27 Report Diesen Beitrag melden

      @THINK

      threema oder telegram..habe whatsapp seit über zwei jahren nicht mehr, will mit facebook nichts zu tun haben. da die meisten gruppenchats über whatsapp organisiert sind, muss ich auch nicht auf jedes ferienföteli eine ooohh schön antwort geben:)

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