Handy statt Münz

17. März 2016 18:27; Akt: 17.03.2016 18:27 Print

Apple Pay bereitet Gang in die Schweiz vor

von K. Wolfensberger - Twint und Paymit kämpfen hierzulande um die Vorherrschaft im digitalen Bezahlen. Doch nun könnte ihnen Apple einen Strich durch die Rechnung machen.

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In den letzten Monaten intensivierte sich der Kampf ums digitale Bezahlen in der Schweiz. Während UBS und Zürcher Kantonalbank auf die Lösung Paymit der Firma SIX setzten, entschieden sich viele andere Banken für die PostFinance-Lösung Twint.

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Doch das Duell könnte schon bald zum Dreikampf werden. Wie es derzeit aussieht, steht der Schweizer Markteintritt des Giganten Apple mit seiner mobilen Bezahllösung Apple Pay kurz bevor. Grund: Ende Februar wurde die Marke Apple Pay durch den Konzern aus Cupertino hierzulande registriert und aktiviert. Im Register des Eidgenössischen Instituts für geistiges Eigentum wurde das entsprechende Markenlogo aktiviert.

«Kein Kommentar»

Wann Apple Pay genau kommt, ist noch unklar. Schweiz-Mediensprecherin Andrea Brack wollte sich zur Frage nicht äussern. Immerhin verrät ein Blick in den Markenregistereintrag von Apple einiges. Es heisst dort: «Finanzwesen; Finanztransaktionen; Dienstleistungen in Bezug auf die Online-Bezahlung von Rechnungen; Bereitstellen von sicheren Handelstransaktionen; Abwicklung von Zahlungen mit Debit- und Kreditkarten; elektronische Zahlungsdienste.»

Interessant ist dabei: Nicht nur Zahlungen an der Kasse und Geldüberweisungen, sondern auch weitere Finanzdienstleistungen will Apple erbringen, wie zum Beispiel das Bezahlen von Rechnungen. Apple scheint mit Apple Pay in der Schweiz also eine umfassende Finanzlösung anzustreben. In den USA gibt es Hinweise darauf, dass Apple sogar den Verkauf von Finanzprodukten plant, wie finews.ch betont.

Hoher Marktanteil hilft Apple

Die Nachricht vom Einstieg des US-Giganten ist für Paymit und Twint vor allem deswegen negativ, weil in der Schweiz das iPhone bei den Kunden äusserst beliebt ist. Der Konzern hat hierzulande einen Marktanteil von über 50 Prozent. Da nur iPhone-Kunden Apple Pay benutzen können, ist in der Schweiz der Anteil möglicher Nutzer somit im Vergleich zu anderen Ländern um ein Vielfaches höher.

Fintech-Investor und Usgang.ch-Gründer Marc P. Bernegger äussert sich auf Twitter zum kommenden Eintritt von Apple Pay und spricht von einem kommenden «Payment War». Zu 20 Minuten sagt er: «Statt sich gegenseitig zu bekämpfen, sollten sich die Schweizer Anbieter Twint und Paymit auf einen gemeinsamen Standard einigen, bevor Apple und Google definitiv in die Schweiz kommen.» So könnten sie ihre Position im Kampf gegen die internationalen Anbieter stärken.


Im Moment hat Twint 100'000 aktive Nutzer. «Täglich zählen wir mehrere tausend Bezahlvorgänge», sagte Post-Chefin Susanne Ruoff im Interview mit 20 Minuten. Paymit wiederum hatten Ende Februar knapp 200'000 Schweizer heruntergeladen, so Andreas Kubli von der UBS zur «Handelszeitung». Wie viele davon die App regelmässig nutzen, sagte Kubli nicht.

Jürg Schneider vom Paymit-Betreiber SIX sagt zu 20 Minuten, er mache sich wegen des baldigen Markteintritts von Apple keine Sorgen. «SIX hat eine bereits bestehende Zusammenarbeit mit der Mehrheit der Schweizer Händler, die mit Paymit kein weiteres Zahlterminal benötigen. Zahlreiche Gespräche laufen auf allen Ebenen und sind weit fortgeschritten. Das Interesse seitens der Händler an Paymit ist gross.» Auch bei Twint fürchtet man sich nicht vor Apple. «Ein Blick nach Kanada oder Australien zeigt, dass bei Apple Pay die meisten Banken nicht mitmachen wollen.» Und weiter: «Ein Markeneintrag ist noch kein Markteintritt.»

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Sparkässeli am 17.03.2016 18:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Hallo

    Ok. Wenn alle in einer Bezahlapp ihr Geld deponieren. Verdient derjenige ohne etwas zu tun. Und er kann Kundendaten verkaufen und verdient noch mehr.... Ich finde immer noch: Bahres ist Wahres.

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  • claudio86 am 17.03.2016 18:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zu kompliziert

    Das Aufladen von Twint scheint mir recht kompliziert zu sein. Mir bringt Twint und co. auch gar nichts. Ich muss immer eine App geöffnet haben. Die Kreditkarte habe ich auch viel schneller zur Hand. Diese Art der Bezahlung finde ich besser, weil ich einmal im Monat eine Rechnung erhalte und nichts vorher aufladen muss.

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  • Prellball am 17.03.2016 18:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Da nur Apple Kunden Apple Pay...

    Eigentlich müsste es so heissen: "Da Apple Kunden nur Apple Pay nutzen können...". Hast du kein iPhone, hast du die Wahl.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Thomas Schneider am 19.03.2016 09:21 Report Diesen Beitrag melden

    Apple hat Marke schon 2014 registriert

    Dieser Artikel basiert auf einer Falschaussage. Apple hatte die Schweizer Marke nämlich bereits am 19. Dezember 2014 beantragt. Die Bildmarke wurde einfach erst im Februar 2016 genehmigt. Davor wurde die Wortmarke Apple Pay bereits am 30. Oktober 2015 genehmigt und ins Schweizer Markenregister eingetragen. Würde das Registrieren einer Marke einen direkt bevorstehenden Markteintritt bedeuten, hätten wir Apple Pay also schon seit einem Jahr.

  • AlexKeller am 18.03.2016 18:54 Report Diesen Beitrag melden

    Twint und Co werden scheitern, der Grund

    Weshalb wird Twint und Co scheitern? Weil es immer noch eine künstliche Begrenzung gibt: Wieviel Geld kann ich maximal senden oder anfordern? Mit Schweizer Wohnsitz Sofern du TWINT Nutzer mit Schweizer Wohnsitz bist, kannst du monatlich CHF 1000 und jährlich CHF 5000 senden/empfangen. Ohne Schweizer Wohnsitz Sofern du TWINT Nutzer ohne Schweizer Wohnsitz bist, kannst du monatlich CHF 500 und jährlich CHF 3000 senden/empfangen.

  • Reto L. am 18.03.2016 16:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Denkanstoss

    Wieso möchte die Hochfinanz, deren Lobbyisten und somit die Politiker so schnell wie möglich auf bargeldloses Bezahlungsystem umsteigen? Unsere Banken haben kaum Eigenkapital sondern Schuldscheine in Form von Anleihen,Krediten und generiertes Geld etc. Würden alle Schweizer zur gleichen Zeit ihre Schuldscheine in Form von 1000 Fr. bar an dem Bankomaten abheben, würde das ganze Banksystem in der CH sofort kolabieren. Was es heisst wenn Banken kollabieren und sie die Schuldscheine in Form von Bar nicht mehr auszahlen können hat man in Griechenland, Portugal, Spanien und Zypern gesehen. Durch den Bankrun sind die Banken kollabiert, haben nur noch 100 Euro pro Tag bezahlt oder sind mit dem Guthaben der Pleite gegangen. Millarden von Guthaben sind futsch. Denkt daran Bargeld ist die einzige rechtlich Form von Geld. Zahlen auf Kontoguthaben sind nur Schuldscheine von Schuldscheinen, die bei einem Konkurs flöten gehen können. Viel Spass vor Gericht. PS: Die Eu ist in der Planungsphase das Bargeld zu verbieten. Fahrplan bis 2018-2020. Die USA ist daran die 100 Dollar Note zu verbieten. Goldhandel ist für den Bürger dort schon lange verboten. Was bleibt sind Zahlen in einem Computer. Uns wird das Verkauft als Antiterror, Antikriminalität und Antischwarzarbeit. Das aber durch hackig/Betrug von Bezahlsystemen 25x mehr Geld geklaut wird als durch den weltweiten Drogenhandel verschweigt man uns.

    • Ueli am 18.03.2016 19:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Reto L.

      Danke für dein Kommentar! Top

    • Defense am 18.03.2016 20:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Reto L.

      Hacking? Gut! So haben Snowden und Konsorte auch etwas davon.

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  • Reto L. am 18.03.2016 14:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Schlimmer gehts immer

    Yeah wir schafen langsam das einzig rechtlich verbindliche Zahlungsmittel ab und Bezahlen nur noch mit Schuld-Schuldscheinen. Toll. Aber dann rumjammern weil man gehackt wurde und der Bezahldienstleister sagt : Sry dein Problem. Der Mensch macht sich immer mehr zum eignen Sklaven. Und die Leute jubeln noch weil sie es nicht verstehen. Tja bis 2018 war der erste Fahrplan der EU das Bargeld zu verbieten. Nicht langsam ausklingen lassen, nein man möchte es verbieten. Willkommen in der totalen Bankabhängigkeit. Toitoitoi

  • Mario am 18.03.2016 13:04 Report Diesen Beitrag melden

    Neues amerik. Bezahlsystem

    Wieso sind alle Bezahlsysteme amerikanisch? Gibt es echt kein vernünftiges europ. Bezahlsystem? Habe keine Lust mehr, dass die Amis alle meine Kreditkartentransaktionen mitkriegen.

    • franz am 18.03.2016 13:52 Report Diesen Beitrag melden

      paymit

      doch, eben paymit, das wird künftig auch den NFC chip des handys verwenden können, dann ist es genau so schnell wie kontaktlos zu bezahlen. auch deine daten bleiben so in der schweiz.

    • No am 18.03.2016 15:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Controlling

      Die USA steht eben an der obersten Spitze der Pyramide. Ich würde soweit und lang wie möglich darauf verzichten, alles nur noch bargeldlos zu bezahlen und den Plan NWO zu unterstützen. Jeder sollte sich schon allgemein immer neu hinterfragen und nicht gedankenfrei sich schleichend abhängig zu machen.

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