Gewinnrückgang

29. April 2016 07:59; Akt: 29.04.2016 16:46 Print

Swiss Re schreibt bessere Zahlen als erwartet

Tiefe Zinsen und nachlassende Rückversicherungspreise haben der Branche zu schaffen gemacht. Die Swiss Re verzeichnet einen um 15 Prozent tieferen Reingewinn.

storybild

Reingewinn von 1,229 Milliarden Dollar: Die Swiss Re spricht von einem sehr guten Gewinn. (Bild: Keystone)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Rückversicherer Swiss Re ist ins 2016 zwar nicht ganz so stark gestartet wie im Vorjahr, aber er hat die Erwartungen klar übertroffen. Im ersten Quartal sank der Reingewinn um 15 Prozent auf 1,229 Milliarden Dollar.

Die Finanzgemeinde hatte mit wesentlich weniger Gewinn gerechnet. Analysten hatten im Durchschnitt gemäss der Nachrichtenagentur AWP einen Reingewinn von 972 Millionen Dollar erwartet. Nur die grössten Optimisten hatten unter dem Strich mehr als 1,2 Milliarden Dollar vorhergesagt.

Die Swiss Re habe im ersten Quartal ein starkes Resultat erzielt, sagte Finanzchef David Cole am Freitag in einer Telefonkonferenz. Das Marktumfeld sei im ersten Quartal anspruchsvoll gewesen, erklärte Konzernchef Michel Liès in einem Communiqué. Tiefe Zinsen und nachlassende Rückversicherungspreise hätten der gesamten Branche weiterhin zu schaffen gemacht.

«Dank unserer Strategie können wir dem Druck jedoch standhalten und erfolgreich im Markt navigieren», erklärte Liès. Die verdienten Prämien nahmen um 5 Prozent auf 7,94 Milliarden Dollar zu.

Rückgang in Sachversicherung

Im grössten Bereich, der Rückversicherung von Schaden- und Haftpflichtgeschäften ging der Reingewinn um 27 Prozent auf 587 Millionen Dollar zurück. Einerseits habe man von einem disziplinierten Abschliessen von Rückversicherungsgeschäft (Underwriting), einer anhaltend geringen Schadenbelastung durch Naturkatastrophen und höheren realisierten Kapitalgewinnen profitiert.

Andererseits sei dies teilweise durch ungünstige Vorjahresentwicklungen zunichte gemacht worden. Zu Buche schlugen noch einmal Erdbeben in Neuseeland, die sich 2010 und 2011 ereignet hatten, sowie Asbestfälle. Es seien noch einige Schadenmeldungen von Swiss Re-Kunden für die Erdbeben in Neuseeland hereingekommen, sagte Cole. Dafür muss die Swiss Re 97 Millionen Dollar aufwerfen, wie eine Konzernsprecherin sagte.

Für die Sparte, die die Asbestfälle behandelt, wurden die Reserven um 44 Millionen Dollar aufgestockt. Der grösste Teil davon sei für Asbestfälle, sagte die Sprecherin.

Das Verhältnis von Schadenleistungen und administrativem Aufwand zum Prämienvolumen (Combined Ratio) verschlechterte sich von sehr tiefen 84,3 auf 93,3 Prozent. Unter 100 Prozent ist das Geschäft versicherungstechnisch profitabel.

Keine signifikanten Erdbebenverluste

Vom Erdbeben in Ecuador vor zwei Wochen seien keine signifikanten Verluste für die Swiss Re zu erwarten, sagte Cole. Denn die Schäden des schlimmsten Erdbebens in dem südamerikanischen Land seit 1979 sind zwar hoch, aber die Versicherungsdeckung ist gering.

Bei dem Erdbeben sind gemäss Regierungsangaben knapp 650 Menschen gestorben. Für eine Einschätzung der Schäden durch die Erdbeben in Japan sei es noch zu früh, sagte Cole.

Auch in der Leben- und Krankenrückversicherungssparte sank der Gewinn um 12 Prozent auf 244 Millionen Dollar. Man habe in Grossbritannien Federn lassen müssen, erklärte der Rückversicherer.

In der Firmenkundenversicherung sackte der Gewinn um die Hälfte auf noch 80 Millionen Dollar ab. Die Kapitalerträge fielen geringer aus als im Vorjahr. Zudem musste die Swiss Re Verluste aus Versicherungen in Form von Derivaten aufgrund des ungewöhnlich milden Winters hinnehmen.

Übernahme beflügelt Gewinn

Einzig in der neu geschaffenen Sparte Life Capital, die geschlossene und offene Lebens- und Krankenversicherungsbestände verwaltet, darunter das bestehende Admin Re-Geschäft sowie das Lebenserstversicherungs- und Krankenversicherungsgeschäft, gelang eine Gewinnsteigerung.

Der Gewinnanstieg um mehr als die Hälfte auf 321 Millionen Dollar ist unter anderem dem Zukauf des britischen Unternehmens Guardian Financial Services im vergangenen September zu verdanken. Das Ergebnis profitierte von hohen realisierten Kapitalgewinnen.

(kko/sda)

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Makatitom am 29.04.2016 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Blabla

    Dieses, das nächste und das übernächste Quartal wird der Geschäftsgang wieder über den grünen Klee in den Himmel gelobt, und im letzten Quartal wird wieder gejammert dass sich die Balkenbiegen wie schlecht das Geschäft doch laufen würde. Und das nur, um wieder diverse Abteilungen auslagern zu können und den Ratten in den Chefetagen noch grössere Boni zuzuschanzen. Ein Generalstreik wäre schweizweit schon lange wieder mal fällig, der Vertrag zum sozialen Frieden wurde nämlich schon längst einseitig abgeändert

  • patrick h. am 29.04.2016 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Klima

    Haha der Klimawandel wird schon dafür sorgen das SwissRe in absehbarer Zeit bankrott gehen wird.

    einklappen einklappen

Die neusten Leser-Kommentare

  • patrick h. am 29.04.2016 16:05 Report Diesen Beitrag melden

    Klima

    Haha der Klimawandel wird schon dafür sorgen das SwissRe in absehbarer Zeit bankrott gehen wird.

    • agloswis am 30.04.2016 14:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @patrick h.

      Das wäre schlecht für meine 1'000 Aktien.

    • 4.60 chf am 30.04.2016 19:31 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @agloswis

      Die Einen warten auf ihr Waldsterben, die Andern freuen sich über ihre Dividende. Jedem das Seine.

    einklappen einklappen
  • Makatitom am 29.04.2016 09:45 Report Diesen Beitrag melden

    Blabla

    Dieses, das nächste und das übernächste Quartal wird der Geschäftsgang wieder über den grünen Klee in den Himmel gelobt, und im letzten Quartal wird wieder gejammert dass sich die Balkenbiegen wie schlecht das Geschäft doch laufen würde. Und das nur, um wieder diverse Abteilungen auslagern zu können und den Ratten in den Chefetagen noch grössere Boni zuzuschanzen. Ein Generalstreik wäre schweizweit schon lange wieder mal fällig, der Vertrag zum sozialen Frieden wurde nämlich schon längst einseitig abgeändert