Boon

07. Februar 2017 12:32; Akt: 07.02.2017 12:32 Print

Neue App bringt Apple Pay auf jede Kreditkarte

Apple Pay ist nicht mit allen Schweizer Kreditkarten kompatibel. Eine App schafft nun Abhilfe und konkurrenziert den eigenen Dienst der Banken.

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Weil nicht alle Schweizer Kreditkarten mit Apple Pay kompatibel sind, lanciert die deutsche Firma Wirecard eine neue App. Mit Boon wird eine virtuelle Kreditkarte erstellt, die von Apple akzeptiert wird. Um sie aufzuladen, wird im Hintergrund eine herkömmliche Karte verknüpft. Die kann auch von einer Bank stammen, die ihre Karte nicht für Apple Pay freigegeben hat. Für das Aufladen wird eine Gebühr von einem Prozent des Betrages fällig. Während bereits letztes Jahr verschiedene Schweizer Banken wie die Credit Suisse bekannt gaben, ihre Kreditkarten für Apple Pay zuzulassen, bröckelt die Allianz jener Schweizer Banken, die sich gegen den Bezahldienst von Apple wehren, weiter. Dazu gehören bisher noch die fünf grössten Schweizer Banken, die auf ihren eigenen digitalen Bezahldienst Twint setzen. Sieht so das digitale Portemonnaie der Zukunft aus? 20 Minuten hat eine Woche lang die beiden Bezahldienste Twint und Apple Pay (Bild) getestet. Dabei wurden verschiedene Kategorien wie Verkehr, Tourismus oder Nachtleben abgedeckt. Wie die Dienste abgeschnitten haben, sehen Sie in den nachfolgenden Bildern. Der erste Einkauf mit Apple Pay. Ort: Welschland, ein Käseladen in Zürich. Sowohl der Autor als auch die Verkäuferin waren ein wenig verdutzt, wie schnell die Abwicklung ging. «Das wars schon? Jep!» Im Anschluss daran der erste Einkauf mit Twint. Ort: Jo Brauer, ein Modeladen in der Zürcher Europallee. Das Bezahlen mit Twint funktioniert leider nicht. Die Handy-App stellt zwar eine Verbindung mit dem iPad des Geschäfts her, doch der Betrag wird einfach nicht abgebucht. Nach 45 Minuten und einem langen Telefongespräch der äusserst freundlichen Verkäuferinnen mit dem Twint-Kundenservice geben wir auf und bezahlen bar. Zurück zu Apple Pay. «Kein Netz» steht links oben auf dem Display an der Self-Check-out-Kasse im Coop, weil der Laden im Untergeschoss liegt. Um zu bezahlen, braucht es mit Apple Pay jedoch keinen Empfang. Bei Coop funktioniert der Einkauf an der Self-Check-out-Kasse auch mit Twint ohne Probleme. Der erste Einkauf mit der App von PostFinance ist somit ebenfalls erledigt. Am ZVV-Automat ging die Bezahlung mit iPhone nicht immer reibungslos. An einem Tag schluckte der Automat auch nach vier Versuchen die Bezahlung per Apple Pay nicht. Mit Twint kann man bisher an Billettautomaten noch nicht bezahlen. Derzeit läuft erst ein entsprechender Testversuch. «Einen Eintritt in die Sammlung, bitte» - die Bezahlung mit iPhone und Apple Pay geht im Kunsthaus Zürich dank NFC-Terminal problemlos - zum Erstaunen der Mitarbeiter. Ein schöner Tag war es, als wir das Seebad Utoquai in Zürich besuchten. Den Eintritt mit Twint zu bezahlen, ging aber leider nicht. Einen Snack in der Bank am Helvetiaplatz in Zürich mit Apple Pay bezahlen? Der Mitarbeiter zuckt nicht einmal mit der Wimper, als das Handy gezückt wird. Das liegt wohl daran, dass der Betrieb selbst mit einem vernetzten Kassensystem und iPads die Bestellungen aufnimmt. Das Zunfhaus zur Zimmerleuten in Zürich bietet Besuchern eine hübsche Sonnenterrasse. Mit Twint bezahlen kann man im Restaurant allerdings nicht. Mit Apple Pay online oder am Computer zu bezahlen, geht nocht nicht. Die Funktion soll im Herbst mit iOS 10 und macOS Sierra nachgereicht werden. Einige App-Entwickler haben den Dienst in ihren Programmen allerdings schon aktiviert. Mit Twint hingegen ist das kein Problem. Bei Galaxus beispielsweise wird die App der Postfinance zum Bezahlen akzeptiert. Apple Pay funktioniert auch Tamedia-intern in der Kantine Werdino ... ... Twint hingegen leider nicht.

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Noch sind erst wenige Schweizer Kreditkarten mit der Bezahllösung Apple Pay kompatibel. Nun drängt der deutsche Anbieter Wirecard mit der Online-Karte Boon auf den Schweizer Markt. Er lanciert eine virtuelle Kreditkarte und zielt damit auf Kunden von Schweizer Banken wie UBS oder Viseca ab, deren Kreditkarten von Apple Pay ausgeschlossen sind.

Während bereits letztes Jahr verschiedene Schweizer Banken wie die Credit Suisse bekannt gaben, ihre Kreditkarten für Apple Pay zuzulassen, bröckelt die Allianz jener Schweizer Banken, die sich gegen den Bezahldienst von Apple wehren, weiter. Dazu gehören bisher noch die fünf grössten Schweizer Banken, die auf ihren eigenen digitalen Bezahldienst Twint setzen.

Das Aufladen kostet eine Gebühr

Das neue Angebot von Wirecard basiert auf einer digitalen Prepaid-Mastercard, die nicht als herkömmliche Karte, sondern nur virtuell auf der App ausgestellt wird. Sie wird danach bei Apple Pay hinterlegt und der Kunde kann an der Kasse oder online kontaktlos bezahlen.

Gespiesen wird die virtuelle Kreditkarte über eine verknüpfte Karte, welche auch von Banken stammen kann, die Apple-Pay nicht unterstützen. Für das Aufladen wird eine Gebühr von einem Prozent des Betrages fällig. Bisher gab es die App Boon in Grossbritannien und Frankreich.

(pam)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • R. Bättig am 07.02.2017 12:49 Report Diesen Beitrag melden

    Tschüssi Twint...

    Und unsere Banken und Dienstleister pennen! Super innovative Schweiz! Twint sollte ja dann im April kommen, wohl am 1.

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  • Dabbelouseven am 07.02.2017 12:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Banken bevormunden Kunden im Eigeninteresse

    Schweizer Banken können sich nicht wegen wirtschaftlichen Eigeninteressen den Bedürfnissen der Kunden widersetzen; sie sollen den Kunden nicht als unmündig bevormunden. Der Kunde entscheidet langfristig über den Markt. Also - Schweizer Banken - hört auf uns Kunden für Apple Pay zu sperren!

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  • Tim am 07.02.2017 12:45 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Guter Ansatz

    Macht doch einen eigenen besseren Dienst anstatt andere auszubremsen.

Die neusten Leser-Kommentare

  • Apple-User am 08.02.2017 09:52 Report Diesen Beitrag melden

    macOS Sierra / iOS 10

    Korrektur: nicht erst im Herbst verfügbar, sondern seit Herbst verfügbar (Bild 18)

  • Kurt Fischer am 08.02.2017 05:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Das ist nicht neu ...

    fragt die Franzosen.

  • Marcli am 08.02.2017 02:28 Report Diesen Beitrag melden

    Echt jetzt

    Es soll wirklich menschen geben, die apple dafür bezahlen, um kontaktlos bezahlen zu können... bald zahlen diese menschen apple wohl auch dafür, um telefonieren zu dürfen... ich lache mich kaputt..

    • Stem am 08.02.2017 02:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Marcli

      Ich lache mich ab Ihrem Unwissen kaputt. Nicht der Kunde bezahlt für die Nutzung von Apple Pay, sondern der Kreditkartenherausgeber. Die Kosten bleiben für den User die selben, wie wenn er die Kreditkarte direkt verwendet. Und ja, jeder iPhone User bezahlt bereits Apple damit er telefonieren kann. Es sei denn, der User hat sein iPhone geschenkt bekommen.

    • Mark am 08.02.2017 04:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stem

      Jaaaa toll!Ihr lasst euch Stück für Stück entmündigen.Bargeldloses bezahlen wird euch als Leckerli hingehalten.Viele wollen es ja so bequem haben.Cool und dabei sein.Nicht?

    • DerNerd am 08.02.2017 06:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stem

      Unwissenheit? Sie glauben wirklich dass sie als Kunde dafür nichts bezahlen? Interessante wahrnehmung der digitalen Welt....

    • Stem am 08.02.2017 08:51 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Mark

      Jedem das seine und mir ein bischen mehr.

    • Stem am 08.02.2017 08:54 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @DerNerd

      Natürlich bezahlt man, aber nicht so wie behauptet direkt an Apple, sondern an den KK herausgeber. Oder je nach dem an den Verkäufer, wenn er die Gebühren abwälzt. Aber lesen und verstehen scheint nicht gerade Ihre Stärke zu sein. Nicht wahr?

    • Skepticus am 08.02.2017 09:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Stem

      Lieber Stern, schlussendlich bezahlt eben doch der Kunde auf die eine oder andere Art. Es ist eine Illusion zu glauben, dass zusätzliche Dienstleistungen gratis und franko zu haben sind.

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  • Eric am 08.02.2017 01:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Gibt's doch schon!

    Und wo ist jetzt der Unterschied zu einer Swiss Bankers Prepaid Mastercard oder einer Cornercard Instant Visacard? Dass sich diese halt automatiscch auflädt - gegen Kommission? Sorry, aber das ist doch auch nur ein Workaround und kein vollwertiger Ersatz. Die Schweizer Banken sollen endlich zur Vernunft kommen und aufhören uns zu bevormunden!

  • Geissenpeter am 08.02.2017 01:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wer braucht diesen Schrott?

    Genau wie die App für Tickets. Braucht niemand. Weder Twint noch Apple Pay jucken mich. Landet bei mir alles im Order "Abfall".

    • mimimi am 08.02.2017 14:47 Report Diesen Beitrag melden

      Wozu n Abfallordner?

      Ich benutze es regelmässig, wozu den Papier - aber jedem das seine. Unter uns: wenn Du es nicht brauchst, must es auch nicht runterladen - kannst Dir den Ordner "Abfall" also auch gleich sparen...

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