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Sanierung
09. September 2009 09:50; Akt: 09.09.2009 10:18 Print
SBB-PK: Jetzt müssen die Mitarbeiter zahlen
Die Pensionskasse der SBB ist stark sanierungsbedürftig: Sie weist einen Deckungsgrad von gerade noch 80 Prozent auf. Nun hat die SBB ein Sanierungskonzept vorgelegt – und bittet auch Mitarbeitende und Rentenbezüger zur Kasse.

Die SBB-Mitarbeiter müssen ran (Bild: Keystone/Dominic Favre)
Der SBB-Verwaltungsrat hat das entsprechende Konzept des Stiftungsrates der Pensionskasse SBB gutgeheissen, wie am Mittwoch mitgeteilt wurde. Das Sanierungskonzept sieht einen Sanierungsbeitrag von 2,543 Milliarden Franken vor, der über maximal zehn Jahre von Mitarbeitenden, Pensionierten und Unternehmen paritätisch bezahlt werden soll. So sollen Versicherte und Arbeitgeber im ersten Halbjahr 2010 je zwei Prozent des beitragspflichtigen Lohnes an die Sanierung bezahlen, ab dem 1. Juli 2010 bis zur 100-Prozent-Deckung der Kasse sollen es gar je 2,5 Prozent sein. Im laufenden Jahr wird auf die Verzinsung der Altersguthaben verzichtet. Ab 2010 bis voraussichtlich 2019 werden die Altersguthaben mit dem vom Bundesrat festgelegten BVG-Mindestzinssatz verzinst.
Tariferhöhung ab Ende 2010SBB-Verwaltungsratspräsident Ulrich Gygi hält Tariferhöhungen auf Ende 2010 für unabdingbar. Zudem sieht er neue Einnahmequellen bei den Businesskunden: Ihnen will die SBB mehr bieten, aber auch mehr Geld aus der Tasche ziehen. Tariferhöhungen würden auch für alle anderen Mitglieder im Verband des öffentlichen Verkehrs (VöV) nötig, sagte Gygi im Interview mit der «Handelszeitung» vom Mittwoch. Alle Zweige der Bahn sollten zum Gewinn beitrage. Im Regionalverkehr lasse sich aber aufgrund der Gesetzeslage nichts verdienen.
Weil der Bahn bei den Ticketpreisen die Hände gebunden sind, setzt Gygi nun insbesondere auf Geschäftsreisende. Sie sollen von neuen Angeboten profitieren, dafür aber auch tiefer in die Tasche greifen. «Ich denke da beispielsweise an Sitzungen im Zug, Ruhe- oder Verpflegungszonen», sagte Gygi.
Der SBB-Chef ist zudem überzeugt, dass nicht alle Möglichkeiten für neue Einnahmequellen ausgeschöpft sind - zum Beispiel «im Bereich der neuen Absatzkanäle wie Internet oder Mobile Phone und in Sachen Loyalitätsprogramme». Im Güterverkehr will sich die SBB bis Ende Jahr auf einen Cargo- Partner festlegen. Laut Gygi wäre «eine vertieftere Partnerschaft mit Hupac» wünschbar. (Quelle: SDA)
Während der ganzen Sanierungsperiode müssen Rentenbezüger auf den Teuerungsausgleich verzichten. Das Rentenzielalter wird von 63,5 auf 65 Jahre erhöht. Zudem leisten die SBB per Anfang kommenden Jahres einen weiteren Sanierungsbeitrag von 938 Millionen Franken.
Deckungsgrad von knapp 80 Prozent
Die SBB seien sich bewusst, dass die beschlossenen Massnahmen Mitarbeitende und Rentenbezüger stark belasteten und in hohem Masse fordern würden, heisst es weiter. Die finanzielle Situation der Pensionskasse, die Ende 2008 einen Deckungsgrad von knapp 80 Prozent aufwies, und die zwingenden gesetzlichen Vorschriften erlaubten indes keine andere Lösung.
Auch das Unternehmen werde durch die zusätzlichen Sanierungsbeiträge über die nächsten Jahre wesentlich gefordert sein. Bis 2019 wird mit einer zusätzlichen Belastung von jährlich knapp 100 Millionen Franken gerechnet und danach während weiterer 15 Jahre mit rund 25 Millionen Franken pro Jahr. Zudem gehe das Konzept davon aus, dass das Eidgenössische Parlament den Vorschlag des Bundesrats gutheisse und sich der Bund mit 1,148 Milliarden Franken an der Sanierung beteilige.
(dapd)























