UBS

02. Februar 2010 16:17; Akt: 02.02.2010 19:39 Print

Villiger verzichtet «schon wieder» auf BonusVilliger verzichtet «schon wieder» auf Bonus

von Hansi Voigt - Nach CEO Oswald Grübel übt sich UBS-VR-Präsident Kaspar Villiger in der neuen Bescheidenheit und verzichtet laut «Tages-Anzeiger» auf einen Bonus. «Wie das denn», fragt sich manch einer. Denn aufmerksame Beobachter wissen: Villiger hat gar keinen variablen Lohnanteil.

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«UBS: Kein Bonus für Kaspar Villiger», titelte heute der «Tages-Anzeiger» zur neuen Bescheidenheit an der UBS-Spitze. Der fixe Lohn von 850 000 Franken müsse genügen, meldet die Zeitung.

Villiger hatte gar nie Anspruch auf variablen Lohnanteil

Neu ist der Verzicht allerdings nicht. Bereits bei seinem Amtsantritt im Frühling 2009 gab Kaspar Villiger «nach reiflicher Überlegung» bekannt, dass ihm das branchenübliche Salär angeboten wurde, er sich aber entschieden habe, sich mit dem Jahreslohn von 850 000 Franken zu begnügen. «Einen Lohn in Höhe des Direktoriums der Nationalbank», so Villiger vor einem Jahr, «halte ich für angemessen.» Seither, mit dem neuen Vergütungsmodell der UBS, wurde die variable Entlöhung des Verwaltungsratspräsidenten nicht etwa ausgebaut, sondern gestrichen.

Bonus für übrige UBS-Banker

Für die übrigen UBS-Angestellten ist aber der Bonus offenbar unverzichtbar. Die guten Angestellten würden gemäss Beteuerungen der UBS-Spitze trotz konstanter Misere ohne variablen Bonus gleich teamweise davonlaufen. Die Grossbank wolle deshalb ihren 69  000 Mitarbeitern einen Bonus in Höhe von rund 4 Milliarden Franken auszahlen, spekulierte jüngst die «SonntagsZeitung». Dies trotz eines sich abzeichnenden Jahresverlustes von 3 bis 4 Milliarden.

Der öffentliche Aufschrei blieb nicht aus, und prompt meldete sich auch die Finanzmarktaufsicht (Finma). Laut dem Bericht der «SonntagsZeitung» ist die Finma höchstens bereit, 3 Milliarden Franken zu bewilligen. Seither glänzen wenigstens die UBS-Chefs mit Bescheidenheitsmeldungen.

Die Bescheidenheit der UBS-Spitze

CEO Oswald Grübel verzichtete angesichts der finsteren Zahlen bereits letzte Woche auf seine Bonusvergütung. Vorbildlich wolle man sein, erklärte Grübel gegenüber «Sonntag», und eine Signalfunktion ausüben. Heute zog Villiger quasi per Falschmeldung nach. Doppelt gemeldet hält halt besser.

Bonus-Verzicht auf CEO-Stufe hat bei der UBS inzwischen schon fast Tradition. Der vielgescholtene Marcel Rohner strich sich sowohl im Jahr 2007, als sich erste Verluste der UBS abzeichneten, als auch im Jahr 2008, vollständig den ihm zuständigen variablen Anteil. Ihm wären allein 2007, laut eigenen Aussagen gegenüber dem «Blick», 5 Millionen Franken zugestanden. Seine Begründung damals: «Ich bin der Chef des Unternehmens, und wenn die Firma keinen Erfolg hat, dann gibt es auch keine Erfolgsbeteiligung.»

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  • Tami am 17.02.2010 07:05 Report Diesen Beitrag melden

    kein Gewinn - kein Bonus

    Haha, mit Stellenabbau kann jeder wieder in die Gewinnzone zurück. Die 4 Milliarden werden ja wohl kaum bis zum kleinen Angestellten verteilt - die werden nur in der Teppichabteilung aufgeteilt. Meiner Meinung nach sollte bis 8'000 Monatseinkommen einen 13ten ausbezahlt werden, sonst gibts nichts. wo kein Gewinn ist gibts auch keine Gewinnbeteiligung, normalerweise kann ich einen Verlust nicht auch noch ausbezahlen. Ihrgendwie geht diese Rechnung bei mir nicht auf. Die FINMA ist ja ein Haufen Ex-Banker - Eine Krähe hackt der Anderen kein Auge aus.

  • Boni Boni am 09.02.2010 16:09 Report Diesen Beitrag melden

    Gewinn oder frisierte Bilanz?

    Betrachtet man die, heute als Gewinn 4. Quartal präsentierten 1,2 Milliarden CHF, in Bezug zu den 4000 Entlassenen Mitarbeitern im 4. Quartal, entspricht dies vermutlich schon weit über 50% des präsentierten Gewinnes. Den Restbetrag kann man als frisierte Bilanz betrachten, bei der Bilanzsumme UBS ein Einfaches. Inzwischen verlassen finanzpervertierte Boni-Jäger ihre Banken und verkaufen Kundendaten. Die erste Forderung von 2.5 Millionen dürfte noch aus der 2. bis 3. Etage stammen, höhere werden wohl bald folgen. Wann endlich reagiert unsere politische Führung?

  • mark am 09.02.2010 10:07 Report Diesen Beitrag melden

    Galle kommt hoch

    Ich kann das mit den Milliarden Boni einfach nicht mehr hören. Es kommt bei mir jedes Mal fast die Galle hoch. Wir reden ja nicht über die ohnehin abgehobenen Löhne bei topverdienenden Bankmanagern, die für das Desaster mitverantwortlich sind, sondern über zusätzliche Zahlungen für super Leistungen.

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