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20. Juni 2017 07:35; Akt: 20.06.2017 07:35 Print

Lohnschere ist bei Roche am grössten

Die Kluft zwischen den Höchst- und Tiefstlöhnen ist bei Roche, UBS und Novartis am grössten. Im Detailhandel ist die Differenz am geringsten.

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Die Lohnschere zwischen Top-Management und Angestellten öffnet sich weiter. Das ist das Fazit einer neuen Studie der Gewerkschaft Unia, bei der das Lohngefüge von 40 grossen Schweizer Unternehmen genauer angeschaut wurde. Die CEO der untersuchten Firmen erhielten 2016 insgesamt 188 Millionen Franken Lohn, was gegenüber dem Vorjahr einer Erhöhung von 7 Prozent entspricht. Bei den Angestellten stiegen die Löhne um 0,7 Prozent.

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Die durchschnittliche Lohnschere zwischen dem höchsten und dem tiefsten Lohn betrug laut der Unia 1:165. Im Vorjahr lag der Wert bei 1:150. Von allen untersuchten Unternehmen war die Kluft bei Roche am grössten. Die Leistungen von CEO Severin Schwan wurden 2016 mit rund 11,6 Millionen Franken entschädigt. Der tiefste Lohn bei Roche beträgt knapp 44'000 Franken, was einem Verhältnis von 1:266 zwischen dem CEO- und dem Tiefstlohn entspricht. Knapp dahinter folgt die UBS (1:264). Ebenfalls grösser als 1:200 ist das Verhältnis bei Novartis (1:252), Nestlé (1:240) und ABB (1:216).

Löhne der Top-Manager steigen

Am nächsten lagen die Löhne zwischen Tiefst- und Höchstlohn bei Coop (1:12), Mikron (1:16) und der Migros (1:18) zusammen. Da Coop den Höchstlohn der Geschäftsleitung nicht ausweist, rechnet die Unia beim Detailhändler mit dem Durchschnittslohn der Geschäftsleitung. Laut der Unia dürfte die tatsächliche Lohnschere bei Coop deshalb etwas grösser sein.

Die Unia führt die Lohn-Studie seit 2012 durch. Seither hat sich ausser im Detailhandel die Lohnschere laufend geöffnet. Gemäss der Gewerkschaft ist das einerseits auf die bessere methodische Erfassung der Tieflöhne zurückzuführen, andererseits auf die stetig gestiegenen Löhne des Top-Managements.

(lin)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • C.E. Upps am 20.06.2017 07:52 Report Diesen Beitrag melden

    Unverdient

    "Roche-CEO Severin Schwan erhielt ", schön dass da nicht steht "verdient", weil verdienen kann kein einzelner Mensch so viel.

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  • Heiri am 20.06.2017 08:01 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kein "Angestellter" ist soviel Wert

    Soviel Wert ist keiner dieser angestellten gierigen CEO's - und ein echter Patron dem ein Unternehmen gehört handelt nicht so.

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  • Chef Sache am 20.06.2017 07:44 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wird auch alles deklariert?

    Wohl kaum. Tantiemen, Kreditkarten über Spesen,..

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Martial2 am 20.06.2017 20:50 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Damals war's vernünftiger...

    Ich habe in der Sandoz Basel Ende der 60er Jahre als Reisefachmann für die Geschäftsreisen gearbeitet. Der Lohn des General Direktors und VR-Präsident war 1,2 Millionen, nicht mehr, nicht weniger. Dieser Mann hatte 18 Direktoren unter sich, und 4'700 Mitarbeiter. Dazu waren alle Stellen auf Lebenszeit gesichert...!

  • Demokrat Schweiz am 20.06.2017 19:07 Report Diesen Beitrag melden

    Lohnethik

    Es heisst ja man misst eine Gesellschaft daran, wie man mit den Schwächsten umgeht, wenn also der tiefste Lohn bei Roche 44.000 CHF beträgt, finde ich dies ethisch gesehen sehr gut vertretbar!

  • Erlkönig am 20.06.2017 19:05 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Selbstbedienung

    Das Geld wird an der Front reingeholt. Viele Manager sind sich dessen nicht bewusst und bedienen sich so wie es ihnen passt! Wie lange noch?

  • Herr Max Bünzlig am 20.06.2017 18:25 Report Diesen Beitrag melden

    ja genau

    kein Wunder ist die Lohn schere bei Roche am grössten, wenn man sieht was in der Teppich Etage skrupellos genommen wird

    • CH_BUERGER am 20.06.2017 19:14 Report Diesen Beitrag melden

      Krankenkassen-Prämien

      Dies alles bezahlen wir doch ganz normal mit unseren Krankenkassen-Prämien? Ein riesen Verbrechen an der Bevölkerung und unser lahmer Bundesrat unternimmt nicht oder verdient gar sogar dabei mit.

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  • Zürcher am 20.06.2017 14:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Leistungsschere

    Ich denke ein CEO oder ein Abteilungsleiter bei Roche muss mehr leisten und ein grösseres Know-How besitzen als entsprechende Kollegen bei Migros..... Ein neues Krebsmedikament zu erfinden braucht mehr Intelligenz und Wissen als Milch oder Gemüse zu verkaufen. Punkt.

    • Martin am 20.06.2017 14:45 Report Diesen Beitrag melden

      hmmm...was macht ein CEO

      Ein CEO erfindet doch kein neues Medikament, dafür hat man ja in jeder Grossfirma die Entwicklungs- und Forschungsabteilung!!! CEO ist eher ein strategischer Beruf, man muss den Markt kenne, gute Kontakte haben, Kennzahlen lesen/interpretieren, sich mit Finanzen auskennen und sich gegenüber Verwaltungsrat und Aktionären gut Verkaufen können...ich sage nicht das ist einfach, das ist auch ein Zeitraubender und sehr anstrengeder Job!!! Aber Forschen?

    • Martial2 am 20.06.2017 20:38 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @Zürcher

      Sie glauben aber nicht, dass der CEO von Roche, Novartis, selber diese Produkte entwickeln oder? Das sind Juristen, Wirtschafter aber höchst selten Chemiker. Die Leute haben Vorstellungen zum davon laufen...!

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