Kampf gegen Apple Pay

30. März 2016 11:17; Akt: 30.03.2016 12:12 Print

Twint und Paymit führen Fusionsgespräche

Die Bezahlapps Twint und Paymit kämpfen um die Vorherrschaft bei den Schweizer Kunden. Nun überlegen sich die Betreiber eine Zusammenlegung.

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Der Gang in die Schweiz des amerikanischen Mobile-Payment-Diensts Apple Pay steht wohl unmittelbar bevor. Denn Ende Februar wurde die Marke Apple Pay durch den Konzern aus Cupertino hierzulande registriert und aktiviert. Darauf reagieren die Schweizer Anbieter der Apps Twint und Paymit nun. In einer Medienmitteilung geben sie bekannt, dass sie Sondierungsgespräche bezüglich einer gemeinsamen Lösung für digitale Zahlungsverkehrsleistungen in der Schweiz aufgenommen haben.

An den Gesprächen beteiligen sich die fünf grössten Schweizer Banken Credit Suisse, PostFinance, Raiffeisen, UBS und ZKB, die Finanzdienstleisterin SIX und die Detailhändler Coop und Migros sowie die Swisscom. Dabei soll geklärt werden, ob und inwiefern ein gemeinsames mobiles Zahlungssystem kanalübergreifend, flächendeckend und rasch in der Schweiz verbreitet werden kann. Die Unternehmen betonen, dass die Verhandlungen ergebnisoffen geführt werden sollen.

Erste Gesprächsergebnisse Anfang Mai

In der Medienmitteilung schreiben die Firmen, dass die beiden Lösungen Twint und Paymit auf grosses Interesse bei den Konsumenten, dem Handel sowie den Banken gestossen seien. Die Lösungen würden sich aber bezüglich ihrer Nutzungsmöglichkeiten sowie ihrer technologischen Hintergründe unterscheiden.«Credit Suisse, PostFinance, Raiffeisen, UBS, ZKB, SIX, Coop und Migros sowie Swisscom prüfen nun die Möglichkeit einer Zusammenarbeit, um den Schweizer Konsumenten und dem Detailhandel eine integrierte und standardisierte Lösung zum digitalen Zahlungsverkehr anzubieten.»

Die gemeinsame Lösung soll von allen Kunden verwendet werden können und stünde sämtlichen Händlern, Banken, Herausgebern von Zahlkarten sowie weiteren Marktteilnehmern offen. Bestehende Kundenverträge sollen weitergeführt werden. Über erste Ergebnisse der Gespräche werden die beteiligten Parteien die Öffentlichkeit spätestens Anfang Mai informieren.

In der Zwischenzeit würden die Entwicklungen der beiden Lösungen aber unverändert weitergehen. Angekündigte neue Funktionen von Twint (digitale Stempelkarten, Couponing, Direktanbindung Konto) und von Paymit (Bezahlen am Verkaufspunkt, In-App-Payment, Bezahlen im E-Commerce) würden unabhängig vom Fortgang der Gespräche wie geplant eingeführt, heisst es weiter.

Verzicht auf «Payment War»

Die grossen Schweizer Anbieter scheinen somit auf einen Kampf um die Marktführerschaft und einen «Payment War» verzichten zu wollen. Noch vor zwei Wochen hatte Fintech-Investor und Usgang.ch-Gründer Marc P. Bernegger auf Twitter in Bezug auf den baldigen Markteintritt von Apple Pay einen solchen heraufbeschworen. Zu 20 Minuten sagte er damals: «Statt sich gegenseitig zu bekämpfen, sollten sich die Schweizer Anbieter Twint und Paymit auf einen gemeinsamen Standard einigen, bevor Apple und Google definitiv in die Schweiz kommen.» So könnten sie ihre Position im Kampf gegen die internationalen Anbieter stärken. Diesem Ratschlag leisten die Schweizer Payment-Firmen nun Folge.

(kwo)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • tschovanni am 30.03.2016 11:59 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    apple ist ein nogo

    mir ist es egal solange es nix mit apple zu tun hat!

  • Mike am 30.03.2016 12:47 Report Diesen Beitrag melden

    Lass gut sein

    Liebe "Nur Bares ist Wahres" Gemeinde Euer Lohn erhaltet ihr (höchstwarscheinlich) auf Euer Bankkonto, dieses Geld ist auch "nur" digital und noch lange nicht bar. Auch Euer Vermögen wird wohl kaum als Bargeld in der Matratze versteckt sein... Und dann sorgt ihr Euch, wenn ein Bruchteil Eures Geldes nicht mehr Bar ist?

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  • Sybille Kienast am 30.03.2016 11:52 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Und die Ladenbesitzer, Gastwirte, etc.?

    Tönt ja alles gut und spannend- für KMU's ist es tragisch. Ständig neue teure Terminals oder bestimmte Kassen bzw. Software. Und natürlich Gebühren, die nicht mehr akzeptabel sind. Den Kunden ist das natürlich egal. Diese werden mit Punkten und Boni geködert.

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Die neusten Leser-Kommentare

  • Urs U. am 04.04.2016 18:41 Report Diesen Beitrag melden

    Das sollte Paymit und co. erfüllen

    Als Kreditkartenbenützer habe ich folgende Ansprüche an Paymit und Twint: - NFC Zahlungen - Deutlich sicherere Zahlung im Internet. Ohne das rückschlüsse mit Missbrauchmöglichkeiten vorhanden sind - Es muss möglich sein ohne die stossenden extragebühren wie bei der Kreditkarte zu Bezahlen. Internet Shopping, Füge usw. Sonst macht das kein Sinn. Bei der Kreditkarte kann schon lange Kontaktlos bezahlt werden.

  • Chieng am 31.03.2016 22:27 Report Diesen Beitrag melden

    666 die Totale Kontrolle

    Und bald wird es nur noch eine Währung geben. Ein Bezahlsystem das dann alle Daten sammelt. Schöne neue Welt

  • Applefan am 31.03.2016 19:19 Report Diesen Beitrag melden

    Nein Danke

    Bitte Apple Pay in der Schweiz einführen. Funktioniert schon perfekt in den USA.

  • damianR am 31.03.2016 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Kundennutzen?

    Schlussendlich wird der Kunde entscheiden. Einfach in der Anwendung und günstig ist ausschlaggebend. Wohin die Reise geht ist derzeit nicht klar. Derzeit liegen die Vorteile eher einseitig bei den Händlern und den Banken. Ihre Transaktionskosten sind tiefer als mit Maestro- oder Kreditkarten

  • L.B. am 31.03.2016 12:22 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Digitales Geld meiden

    An der Kasse wurde ich auch schon gefragt, ob ich als junger Bürger Interesse an dieser Twint - Zahlungsmöglichkeit hätte. Ich habe dankend abgelehnt. Ich vertraue doch meine Finanzen nicht irgendwelchen Unternehmen an, die von der IT keinen Schimmer haben. NFC? Nö!