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Airline-Sterben
09. Februar 2012 22:50; Akt: 09.02.2012 22:57 Print
Der Überlebenskampf ist voll im Gang
von Alex Hämmerli - Dieses Jahr dürften noch weitere Airlines Konkurs anmelden müssen. Profitieren dürften davon die Budget-Flieger.

Seit dem 27. Januar 2012 hat Spanair den Betrieb eingestellt – die Flugzeuge stehen auf dem Flughafen in Barcelona. (Bild: Reuters)
In den vergangenen zwei Wochen sind zwei Fluggesellschaften untergegangen: die ungarische Malev sowie Spanair. Die deutsche Cirrus musste den Betrieb vorübergehend einstellen und Air Berlin in höchster Not einen neuen Investor an Bord holen. Laut Analysten sind diese Vorfälle Vorboten eines gewaltigen Dammbruchs. Akut gefährdet sind die polnische LOT und die tschechische CSA. Den beiden geht es kaum besser als Malev kurz vor dem Aus. Fraglich ist auch, was aus Alitalia, der schwedischen SAS oder American Airlines werden wird: Kaum einer glaubt angesichts der hohen Verluste, dass die Airlines auf Dauer selbstständig überleben können.
Ryanair erklärt ungarischem Airline-Konkurrenten den PreiskriegDie Pleite der nationalen ungarischen Fluggesellschaft Malev hat Bewegung in den Markt gebracht. Der irische Billigflieger Ryanair betreibt den Flughafen Budapest laut Ryanair-Chef Michael O’Leary ab kommender Woche als neue Basis in seinem Liniennetz. Zugleich kündigte er an, den ungarischen Mitbewerber WizzAir mit einem Preiskrieg vom Markt verdrängen zu wollen. Ryanair wird künftig mit fünf Flugzeugen 32 Destinationen von Budapest aus anfliegen. Wie O’Leary weiter sagte, werde man jedes Angebot von WizzAir um 50 Prozent unterbieten. Die 2003 gegründete WizzAir befindet sich mehrheitlich in ungarischem Privatbesitz.
Eines der grössten Probleme der Branche stellt die harte Konkurrenz dar: «Es mischen zu viele mit», urteilt Jean-Claude Raemi vom Fachmagazin «Travel Inside». Weltweit gebe es über 500 Airlines, die sich die Passagiere gegenseitig streitig machten. Dazu kämen die lahmende Wirtschaft und das teure Kerosin. «Ich rechne damit, dass es zu weiteren Übernahmen oder gar Pleiten kommen wird.»
Auch die Swiss leidet unter dem schwierigen Umfeld. Der Lufthansa-Tochter gehe es jedoch nicht so schlecht, dass man um ihre Existenz fürchten müsse, beschwichtigte Swiss-Chef Harry Hohmeister kürzlich in der «TagesWoche».
Als Gewinner der Krise dürften die grossen Budget-Airlines EasyJet und Ryanair hervorgehen. Letztere hat sich etliche frei gewordene Flugrouten der gescheiterten Malev geschnappt und schielt auf Spanairs Barcelona. Die Gewinnprognosen fürs laufende Jahr wurden kurzerhand von 440 auf 480 Millionen Euro erhöht.

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