Studie der Uni St.Gallen

08. Mai 2012 00:00; Akt: 08.05.2012 08:06 Print

Mit Home Office wäre die Schweiz noch produktiver

von Sabina Sturzenegger - 450 000 Schweizer könnten teilweise zu Hause arbeiten. Doch die Chance wird laut einer Studie zu wenig genutzt.

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Jeden Morgen quetschen sich Millionen gehetzte Berufsleute in überfüllte Züge und verstopfen die Autobahnen. Am Abend erwartet sie das Gleiche nochmals. Die SBB stossen in den Rushhours an ihre Grenzen. «Es wäre besser, wenn die Leute zu unterschiedlichen Zeiten pendeln würden», sagt Stefan Nünlist, Kommunikationschef der SBB. Unter anderem deshalb engagiert sich das Bahnunternehmen für den diesjährigen Home Office Day, der am Donnerstag zum dritten Mal stattfindet.

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Doch nicht nur die Bahn könnte von mehr Flexibilität profitieren. Auch der Umwelt, den Mitarbeitenden und nicht zuletzt der Schweizer Wirtschaft würde mehr Heimarbeit auf hohem Niveau viele Vorteile bringen: Das belegen folgende Zahlen einer neuen Studie der Universität St. Gallen. Heute könnten in der Schweiz 11 Prozent der arbeitenden Bevölkerung einen Tag in der Woche zu Hause arbeiten. Das sind 450 000 Personen oder 20 Prozent der 2,35 Millionen Berufstätigen, die ortsunabhängig arbeiten könnten. Diese Home Office Worker könnten pro Jahr 67 000 Tonnen CO2 einsparen, weil sie nicht pendeln und weniger Büroräume geheizt und unterhalten werden müssten. Laut der Studie könnten sie der Schweizer Wirtschaft zu einer Produktivitätssteigerung von bis zu 5 Prozent verhelfen.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Home Office User am 08.05.2012 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lesen Sie diesen Beitrag

    Ich arbeite im Home Office seit über 20 Jahren. Meine Erfahrungen: 1. Viele Chefs können keine Aufgabenziele definieren, der Mitarbeiter muss teamfähig - sprich im Team, also vor Ort sein. 2. Viele Chefs können die Leistungen der Mitarbeiter nicht richtig beurteilen - nur die Präsenz. 3. Viele Mitabeiter werden nach dem Verhalten und nicht nach der Leistung beurteilt. 4. Bei zeitweiser Heimarbeit sind die benötigten Unterlagen immer am falschen Ort. Sagt Murphy. 5. Ich spare damit nicht nur Geld und Nerven, sondern täglich 2 Stunden Arbeitsweg. 6. Ich kann mich weniger von der Arbeit lösen

  • Thomie am 08.05.2012 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    Misstrauen der Kollegen

    Ich arbeite jeden Tag 6 Stunden im Büro und 2 Stunden von zu Hause aus. Dank VPN habe ich vollen Zugriff auf meine E-Mails und alle Dateien im Firmennetzwerk. Mein Bürotelefon ist dann aufs Handy umgeleitet. So kann ich auch ausserhalb der Bürozeiten noch geschäftliche Anrufe entgegennehmen. Eine Win-Win-Situation fürs Geschäft. Nicht so toll ist hingegen das Misstrauen einiger Arbeitskolleginnen. "Ich weiss ja nicht, ob er zu Hause auch wirklich arbeitet", hat eine Kollegin bei ihrem Austritt aus der Firma dem Personalbüro gesagt. Zum Glück vertraut mir mein Vorgesetzter.

  • duke am 08.05.2012 03:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    bin dabei!

    Das finde ich einen absolut lohnenswerten Gedanken - da wäte ich sofort zu haben und ich denke mit mir noch ein andere. wird wahrscheinlich erst im nächsten Jahrhundert soweit sein .

Die neusten Leser-Kommentare

  • Rene Bachmann am 08.05.2012 08:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Nicht für alle Geeignet

    Theoretisch ist es eine gute Idee jedoch praktisch zu 80% nicht zu empfehlen. Mental kann man nicht mehr abschalten, bin ich bei der Arbeit oder schon in der Freizeit. Ich spreche hier von meiner Erfahrung.

  • Home Office User am 08.05.2012 07:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Lesen Sie diesen Beitrag

    Ich arbeite im Home Office seit über 20 Jahren. Meine Erfahrungen: 1. Viele Chefs können keine Aufgabenziele definieren, der Mitarbeiter muss teamfähig - sprich im Team, also vor Ort sein. 2. Viele Chefs können die Leistungen der Mitarbeiter nicht richtig beurteilen - nur die Präsenz. 3. Viele Mitabeiter werden nach dem Verhalten und nicht nach der Leistung beurteilt. 4. Bei zeitweiser Heimarbeit sind die benötigten Unterlagen immer am falschen Ort. Sagt Murphy. 5. Ich spare damit nicht nur Geld und Nerven, sondern täglich 2 Stunden Arbeitsweg. 6. Ich kann mich weniger von der Arbeit lösen

  • Horst B. am 08.05.2012 07:28 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Unfähige Chefs mit altem Rollenverständnis 

    In der Schweiz gibt es immer noch wenig welterfahrende Chefs, die nie gelernt haben, Menschen über Arbeitsergebnisse zu führen und setzen auf die altbewährte Anwesenheitskontrolle und fixe Bürozeiten. Zudem wird die Technik (Instant Messaging, video conferencing, document management) wenig genutzt, um ein modernes Home-Office zu ermöglichen. Die Schweiz setzt auch immer noch auf klassische Rollenteilungen in der Familie. Mit Home-Office könnten auch hier die veralteten Strukturen aufgebrochen und ein Schritt in die Neuzeit gewagt werden!

    • Laura A. am 08.05.2012 11:13 Report Diesen Beitrag melden

      Viele Vorgesetzte sind dagegen

      Viele Chefs und Direktoren sind gegen Home Office. Die Zeiten der fixen Bürozeiten sind m.E. längst vorbei. Viele Angestellte in der Verwaltung, bspw. in der Bundesverw. besitzen ein iPhone u.w.m.

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  • Thomie am 08.05.2012 07:12 Report Diesen Beitrag melden

    Misstrauen der Kollegen

    Ich arbeite jeden Tag 6 Stunden im Büro und 2 Stunden von zu Hause aus. Dank VPN habe ich vollen Zugriff auf meine E-Mails und alle Dateien im Firmennetzwerk. Mein Bürotelefon ist dann aufs Handy umgeleitet. So kann ich auch ausserhalb der Bürozeiten noch geschäftliche Anrufe entgegennehmen. Eine Win-Win-Situation fürs Geschäft. Nicht so toll ist hingegen das Misstrauen einiger Arbeitskolleginnen. "Ich weiss ja nicht, ob er zu Hause auch wirklich arbeitet", hat eine Kollegin bei ihrem Austritt aus der Firma dem Personalbüro gesagt. Zum Glück vertraut mir mein Vorgesetzter.

  • Farfalla Fafafa am 08.05.2012 07:11 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Super!

    Also ich wäre sofort dafür!! Bei Arbeiten, welche die Unternehmung kontrollieren könnte, sieht man dann auch ein Resultat des Mitarbeiters. Ausserdem kann man dann seinen Pflichten als Mutter evtl. besser nachgehen.. Ein Versuch wert wäre dies auf jeden Fall ;-)