19. August 2008 21:38; Akt: 19.08.2008 19:48 Print

Sparkonti: Unter dem Strich resultiert ein Verlust

von Jeannette Schläpfer - Sparkonti sind beliebt. Ihre Verzinsung ist jedoch schlecht. Rechnet man die Teuerung mit ein, resultiert ein Verlust.

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Sparkonti erfreuen sich bei Schweizern grosser Beliebtheit. Das hat eine Studie von Axa Investment kürzlich ergeben. Insgesamt ruhen mehr als 330 Milliarden Franken auf Schweizer Sparkonti. Die Banken belohnen das eingelegte Kapital allerdings schlecht: Gemäss dem VZ-Index für Sparzinsen liegt der Zins, den Banken ihren Kunden zurzeit durchschnittlich zahlen, bei 1,0 Prozent. Zwar haben sich die Sparzinsen seit Anfang letzten Jahres verdoppelt. Die Teuerung aber ist im selben Zeitraum verglichen zur Vorjahresperiode von 0,1 auf 3,1 Prozent gestiegen. Auch der steuerliche Aspekt des Sparkontos sollte nicht vergessen gehen: Während Sparvermögen versteuert werden muss, ist beispielsweise das Sparen mit der 3. Säule steuerlich begünstigt.

Die Verfügbarkeit ist beim Sparkonto jedoch ein grosses Plus: «Als Anlageform für mittelfristige Sparziele erfüllt das Sparkonto dank seiner hohen Verfügungsflexibilität auch in Zukunft ein wichtiges Kundenbedürfnis», ist Beni Schwarzenbach vom Produktmanagement der Zürcher Kantonalbank denn auch überzeugt. Tat­sache aber ist, dass sich die Banken über das Zinsdifferenzgeschäft finanzieren: Für Kredite an Kunden, beispielsweise Hypothekarkredite, nehmen sie derzeit durchschnittlich drei Prozent Zins ein. Ein Prozent Zins geben sie an die Sparkunden weiter. Die Marge beträgt demnach zwei Prozent. Damit ist klar, dass die Banken kein Interesse daran haben, die Sparzinsen massgeblich anzuheben. Die meisten Banken jedenfalls sehen momentan keine Veranlassung, ihre Sparzinsen zu erhöhen.