Preis verdirbt den Spass

05. Januar 2011 23:00; Akt: 05.01.2011 23:06 Print

Dagobert Duck zockt Schweizer Kinder ab

von Alex Hämmerli - Das «Lustige Taschenbuch» kostet in der Schweiz 50 Prozent mehr als in Deutschland. Auch andere Bücher sind in der Schweiz teurer.

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Wenn Dagobert Duck das nächste Mal einen beherzten Sprung in seine ­Goldtaler macht, sollte er an seine Schweizer Geldgeber denken. Denn ein grosser Teil seiner Fantastilliarden kommt aus der Alpenrepublik: 9.50 Franken kostet das «Lustige Taschenbuch» hierzulande. In Deutschland zahlt man für einen der Comic-Bände umgerechnet 6.30 Franken. Schweizer Fans von Tick, Trick und Track müssen also 3.20 Franken mehr hinblättern. Sondereditionen sind bei uns noch teurer. Die Unterschiede sind umso bemerkenswerter, weil der Schweizer Franken gegenüber dem Euro deutlich zugelegt hat.

«Zoll und Transport können solche Preisunterschiede nicht er­klären», sagt René Brügger. Er ist ­Inhaber des Comic-Ladens Zappa-­Doing in Winterthur. Die Preise seien allerdings nicht nur bei den «Lus­tigen Taschenbüchern» deutlich höher. «Das Phänomen zieht sich durch die gesamte Presselandschaft.» Teilweise kosten Comics das Doppelte wie in Deutschland.

Der Berliner Egmont-Ehapa-­Verlag, der die «Lustigen Taschen­bücher» herausgibt, betont, ausschlaggebend für die Preisunterschiede sei das teure Vertriebssystem. Man verlange «keinen merkbar höheren Preis als die Mitbewerber». Wer damit gemeint sein soll, ist nicht klar. Sara Stalder, Geschäftsleiterin der Stiftung für Konsumentenschutz, findet die «überhöhten Preise» auslän­discher Publikationen «äusserst störend». Aufschläge von 30 bis 50 Prozent seien leider keine Seltenheit. Sie fordert daher, dass Buchbestellungen über das Internet künftig vereinfacht und günstiger werden.